Neue Grusel-Nachricht

Vorsicht vor diesem Whatsapp-Kettenbrief

Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Foto: DPA/Picture Alliance

Ein neuer WhatsApp-Kettenbrief der angeblich toten Teresa Figaldo versetzt Kinder und Jugendliche in Angst und Schrecken. Was können Eltern nun tun?

Derzeit ist ein besonders makaberer WhatsApp-Kettenbrief im Umlauf: Wie die Schweizer Tageszeitung „Südostschweiz“ berichtet, bekommen Kinder und Jugendliche aktuell immer häufiger eine Grusel-Nachricht von einem „Geist“ namens Teresa Figaldo. Konkret lautet die Nachricht:

„Hallo. Ich bin Teresa Figaldo. Heute ist das 26 Jahre her, dass ich tot bin. Wenn du dies nicht an 20 Personen weiter schickst, schlafe ich heute in deinem Bett. Für immer. Ich werde in einer Ecke stehen und dich die ganze Nacht beobachten. … Den ganzen Tag über werde ich dich begleiten, mit Messern bewerfen und da könnte es tödlich enden für dich. Falls du es überlebst, werde ich dich in einer brutalen Art und Weise umbringen“

Des Weiteren gibt es einen Verweis auf folgendes YouTube-Video:

Was steckt hinter Teresa Figaldo?

Die Geschichte von Teresa Figaldo sowie das Video stammen aus dem Kurzfilm „La Curva“ aus dem Jahr 2004 vom portugiesischen Regisseur David Rebordão. Von einem echten Geist kann also kaum die Rede sein.

Der aktuelle WhatsApp-Kettenbrief ist übrigens nicht der erste Fall, in dem die Geschichte aufgegriffen wird: Bereits 2014 berichtete das britische Online-Portal „The Independent“ über einen ähnlichen Kettenbrief mit Teresa Figaldo, der auf Instagram kursierte. Auch in Deutschland sollen bereits Anfang des Jahres die gleichen Kettenbriefe per WhatsApp oder Facebook Messenger verschickt worden sein.

Eltern sollten dringend mit ihren Kindern reden

„Südostschweiz“ berichtet von Grundschülern, die ängstlich wurden und verunsichert waren, ob sie den Inhalt der Nachricht ernst nehmen sollen. Manche vertrauten sich erst spät ihren Eltern an.

Medienkompetenzexperte Laurent Sédano sagte gegenüber der Zeitung: „Unerfahrene Kinder bekommen Angst und wissen nicht, was sie tun sollen. Kettenbriefe haben was Heimtückisches. Etwas spricht die Kinder an, das sie nicht total ausschliessen können. Das bleibt dann im Kopf hängen.“ Die Kinder sollten sich bei einem solchen Kettenbrief dringend an die Eltern wenden, und diese sollten die Sorgen ernst nehmen und genauer nachhaken, was genau sie erschreckt habe. Den Kettenbrief einfach zu löschen sei dabei zu wenig. „Eltern sollten dem Kind erklären, um was es bei Kettenbriefen geht. Je mehr Informationen die Kinder haben, desto schneller verfliegt die Angst“, so der Experte.

Wie soll ich tun, wenn ich eine Fake-Nachricht bekomme?

Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. erklärt„In 99,99 Prozent der Fälle sind diese Kettenbriefe sogenannte Hoaxe, also erfundene Nachrichten. Wer so eine Nachricht bekommt, sollte Ruhe bewahren, dann den ersten Satz der Nachricht in eine Suchmaschine eingeben. Dadurch erfährt man, ob dieser Kettenbrief eine erfundene Nachricht ist, die besser sofort zu löschen ist.“

Vorsicht vor Schadsoftware!

Thomas-Martin warnt zudem: „Eine Gefahr besteht, wenn sich ein Link in einer solchen Nachricht befindet. Wird dieser Link aktiviert, kann Schadsoftware auf das Smartphone geladen werden. Das wäre aber nur dann möglich, wenn der Nutzer erlaubt, „Software aus unbekannten Quellen“ zu installieren.“ 

Eine weitere Schadsoftware-Quelle seien Apps, wie die Verbraucherschützerin weiß. „Wir empfehlen nur Apps aus den offiziellen Appshops herunterzuladen. Auch in den Shops sollte man keine Apps herunterladen, die noch nicht bereits von mehreren Tausend Nutzern heruntergeladen wurden. Außerdem unbedingt die App-Bewertungen berücksichtigen. Außerdem sollte man Apps meiden, die sich die Rechte herausnehmen, die für die Funktionsfähigkeit der App eigentlich nicht nötig sind. Ein Beispiel: Damit eine Taschenlampen-App funktioniert, muss sie weder auf die Kontaktdaten zugreifen, noch Anrufe tätigen.“

WhatsApp-Betrug mit Ute Lehr & Co.

Der Grusel-Kettenbrief ist nicht die einzige Masche. Manchmal bekommen Nutzer auch Kettenbriefe mit Inhalten wie: „Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt „Ute Lehr“ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsApp), der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“

Thomas-Martin gibt hier aber Entwarnung, da kein Link angegeben ist: „Dieser Kettenbrief will Panik verbreiten. Es wurde mit gleichem Inhalt bereits vor den Kontakten Ute Christoff, Marcel Hohmann und anderen ‚gewarnt‘.“

Die Geschichte ist frei erfunden, es steckt auch kein Virus dahinter – bei der Warnung vor Ute Lehr handelt es sich letztlich um eine moderne Form des altbekannten Kettenbriefs, deren Inhalte schlicht falsch sind. Wer versucht, die angegebene Nummer anzurufen, bekommt die Ansage, dass diese nicht bekannt ist. Die Nachricht ist harmlos, durch die reine Annahme eines neuen Kontakts kann weder eine Festplatte zerstört werden, noch kann sich ein Virus durch Kontakt-Listen „fressen“.