Dreiste Porno-Falle

Vorsicht vor diesem Whatsapp-Kettenbrief

Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Foto: DPA/Picture Alliance

Ein neuer WhatsApp-Kettenbrief preist bewegliche Emojis an – und leitet auf Pornoseiten und Abofallen. Vorsicht vor dieser neuen Abzocke!

Bewegliche Emojis bei WhatsApp? Wenn Sie in nächster Zeit eine WhatsApp-Nachricht bekommen, die so etwas verspricht: Vorsicht! Es handelt sich hierbei um einen betrügerischen Kettenbrief. Wie die österreichische Aufklärungs-Webseite Mimikama berichtet, ist der genaue Wortlaut der Nachricht: „Kraaasss! es gibt jetzt Emojis, die sich bewegen! Schalte jetzt die neuen beweglichen Emojis frei!“, gefolgt von einem Link.

WahstApp Kettenbrief


Foto: Mimikama

Klickt der Nutzer auf den Link, wird er auf eine Seite umgeleitet, die ihn darauf hinweist, das Angebot sei „nur noch 299 Sekunden aktiv“. Um die Emojis zu bekommen, müsse man die Nachricht mit 13 Freunden auf WhatsApp oder in drei Gruppen teilen.


Foto: Mimikama

Hat der Nutzer das getan, soll das Handy vibrieren und er wird weitergeleitet – entweder auf diverse Pornoseiten oder auf dreiste Abofallen. Die versprochenen Emojis gibt es natürlich nicht.


Foto: Mimikama

Wie soll ich tun, wenn ich eine Fake-Nachricht bekomme?

Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. erklärt„In 99,99 Prozent der Fälle sind diese Kettenbriefe sogenannte Hoaxe, also erfundene Nachrichten. Wer so eine Nachricht bekommt, sollte Ruhe bewahren, dann den ersten Satz der Nachricht in eine Suchmaschine eingeben. Dadurch erfährt man, ob dieser Kettenbrief eine erfundene Nachricht ist, die besser sofort zu löschen ist.“

Vorsicht vor Schadsoftware!

Thomas-Martin warnt zudem: „Eine Gefahr besteht, wenn sich ein Link in einer solchen Nachricht befindet. Wird dieser Link aktiviert, kann Schadsoftware auf das Smartphone geladen werden. Das wäre aber nur dann möglich, wenn der Nutzer erlaubt, „Software aus unbekannten Quellen“ zu installieren.“ 

Eine weitere Schadsoftware-Quelle seien Apps, wie die Verbraucherschützerin weiß. „Wir empfehlen nur Apps aus den offiziellen Appshops herunterzuladen. Auch in den Shops sollte man keine Apps herunterladen, die noch nicht bereits von mehreren Tausend Nutzern heruntergeladen wurden. Außerdem unbedingt die App-Bewertungen berücksichtigen. Außerdem sollte man Apps meiden, die sich die Rechte herausnehmen, die für die Funktionsfähigkeit der App eigentlich nicht nötig sind. Ein Beispiel: Damit eine Taschenlampen-App funktioniert, muss sie weder auf die Kontaktdaten zugreifen, noch Anrufe tätigen.“

WhatsApp-Betrug mit Ute Lehr & Co.

Der Porno-Kettenbrief ist nicht die einzige Masche. Manchmal bekommen Nutzer auch Kettenbriefe mit Inhalten wie: „Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt „Ute Lehr“ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsApp), der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“

Thomas-Martin gibt hier aber Entwarnung, da kein Link angegeben ist: „Dieser Kettenbrief will Panik verbreiten. Es wurde mit gleichem Inhalt bereits vor den Kontakten Ute Christoff, Marcel Hohmann und anderen ‚gewarnt‘.“

Die Geschichte ist frei erfunden, es steckt auch kein Virus dahinter – bei der Warnung vor Ute Lehr handelt es sich letztlich um eine moderne Form des altbekannten Kettenbriefs, deren Inhalte schlicht falsch sind. Wer versucht, die angegebene Nummer anzurufen, bekommt die Ansage, dass diese nicht bekannt ist. Die Nachricht ist harmlos, durch die reine Annahme eines neuen Kontakts kann weder eine Festplatte zerstört werden, noch kann sich ein Virus durch Kontakt-Listen „fressen“.