Was steckt hinter Ute Lehr?

Vorsicht vor diesem Whatsapp-Kettenbrief

Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Immer wieder werden Kettenbriefe über Whatsapp oder Facebook verbreitet.
Foto: DPA/Picture Alliance

Bei Whatsapp und Facebook wird derzeit vor einem Virus gewarnt: Ein Kontakt namens Ute Lehr zerstöre angeblich die Festplatte des Geräts – eine Lüge! TECHBOOK hat bei der Verbraucherzentrale nachgefragt, was wirklich hinter dem Kettenbrief steckt.

Konkret steht in der Nachricht, die an Tausende Whatsapp-Nutzer verschickt wurde: „Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt „Ute Lehr“ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsApp), der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“

Diese Warnung wird derzeit über Whatsapp und Facebook verbreitet.

Diese Warnung wird derzeit über Whatsapp und Facebook verbreitet.
Foto: TECHBOOK

Was steckt hinter der Nachricht?

Karin Thomas-Martin, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.„Kurz gesagt: nichts. Dieser Kettenbrief, diesmal per Whatsapp, will Panik verbreiten. Es wurde mit gleichem Inhalt bereits vor den Kontakten Ute Christoff, Marcel Hohmann und anderen ‚gewarnt‘.“

Die Geschichte ist also frei erfunden, es steckt auch kein Virus dahinter – bei der Warnung vor Ute Lehr handelt es sich letztlich um eine moderne Form des altbekannten Kettenbriefs, deren Inhalte schlicht falsch sind. Weder der französische Radiosender EUROP1, noch SAT.1 haben über Ute Lehr berichtet oder die Nachricht bestätigt. Und wer versucht, die angegebene Nummer anzurufen, bekommt die Ansage, dass diese nicht bekannt ist. Die Nachricht ist harmlos, durch die reine Annahme eines neuen Kontakts kann weder eine Festplatte zerstört werden, noch kann sich ein Virus durch Kontakt-Listen „fressen“.

Wie soll ich tun, wenn ich eine Fake-Nachricht bekomme?

Thomas-Martin erklärt„In 99,99 Prozent der Fälle sind diese Kettenbriefe sogenannte Hoaxe, also erfundene Nachrichten. Wer so eine Nachricht bekommt, sollte Ruhe bewahren, dann den ersten Satz der Nachricht in eine Suchmaschine eingeben. Dadurch erfährt man, ob dieser Kettenbrief eine erfundene Nachricht ist, die besser sofort zu löschen ist.“

Seit wann gibt es solche Kettenbriefe?

Laut Mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetbetrug, wurde der erste Kettenbrief im August 2011 auf Facebook öffentlich. Damals wurde der Name Christian Wick genutzt. Die Nachricht war ähnlich wie die von Ute Lehr. In den folgenden Jahren gab es immer wieder verschiedene Arten von Kettenbriefen in den sozialen Medien. Darin tauchten Namen wie beispielsweise Marcel Hohmann, Domenik Beuting oder Ute Christoff auf. In fast allen Kettenbriefen geht es um schockierende Meldungen oder Warnungen, die man mit Bekannten und Freunden teilen soll.

Mimikama eröffnete sogar eine Facebook-Seite für Ute Lehr und Ute Christoff.  Sie soll Nutzern zeigen, was es mit den Fake-Nachrichten auf sich hat und sie dafür sensibilisieren.

Mehr Tech-Themen? Hier auf Facebook und Twitter folgen!
Auch interessant: Diese Whatsapp-Nachricht ist eine Falle

Kann denn per Telefonnummer ein Smartphone gekapert werden?

Thomas-Martin: „Per Telefonnummer ist dies nicht möglich. Eine Gefahr besteht jedoch, wenn sich ein Link in einer solchen Nachricht befindet. Wird dieser Link aktiviert, kann Schadsoftware auf das Smartphone geladen werden.  Das wäre aber nur dann möglich, wenn der Nutzer erlaubt „Software aus unbekannten Quellen“ zu installieren.“ 

Eine weitere Schadsoftware-Quelle seien Apps, wie die Verbraucherschützerin weiß. „Wir empfehlen nur Apps aus den offiziellen Appshops herunterzuladen.  Auch in den Shops sollte man keine Apps herunterladen, die noch nicht bereits von mehreren Tausend Nutzern heruntergeladen wurden. Außerdem unbedingt die App-Bewertungen berücksichtigen. Außerdem sollte man Apps meiden, die sich die Rechte herausnehmen, die für die Funktionsfähigkeit der App eigentlich nicht nötig sind. Ein Beispiel: Damit eine Taschenlampen-App funktioniert, muss sie weder auf die Kontaktdaten zugreifen, noch Anrufe tätigen.“