Russlands dreister Kino-Trick mit dem neuen „Spider-Man“
In Russland laufen Raubkopien des aktuellen Spider-Man-Films im Kino Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
21. August 2026, 16:17 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
In Russland sorgt „Spider-Man: Brand New Day“ für volle Kinosäle – obwohl der Film dort nicht offiziell lizenziert ist. Betreiber nutzen einen kuriosen Trick, um den Marvel-Hit trotzdem zeigen zu können.
Seit dem 20. August läuft „Spider-Man: Brand New Day“ in zahlreichen russischen Kinos. Das Pikante: Sony Pictures vertreibt den neuen Marvel-Film dort nicht offiziell. Nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs hatte das Unternehmen seine Kinostarts in Russland ausgesetzt. Trotzdem soll die Nachfrage enorm sein. Medienberichten zufolge waren viele Vorstellungen nahezu ausverkauft. Teilweise standen mehr als 20 Termine pro Tag auf dem Programm.
Für den Kinobesuch müssen Fans teilweise tief in die Tasche greifen. Die Preise sollen zwischen 400 und 8000 Rubel liegen – umgerechnet können das rund 83 Euro sein. Wie es zu den extremen Preisunterschieden kommt und für welche Plätze der Höchstpreis verlangt wird, ist allerdings unklar.
So kommt der Film auf die Leinwand
Die Betreiber bedienen sich offenbar eines Tricks: „Spider-Man“ wird nicht als eigentlicher Hauptfilm angeboten. Stattdessen läuft ein russischer Kurzfilm offiziell im Programm, während der Hollywood-Blockbuster als kostenloses Zusatzprogramm gezeigt wird. Bezahlt wird damit auf dem Papier lediglich für das russische Werk.
Diese Methode ist nicht neu und wird offenbar von mehreren Kinos eingesetzt. Der Marvel-Film taucht in russischen Spielplänen regelmäßig gemeinsam mit heimischen Kurzfilmen auf. So können die Betreiber den beliebten Hollywood-Streifen zeigen, obwohl eine reguläre Lizenz für den Kinostart fehlt.
Legal wird das Vorgehen dadurch nicht. Gleichzeitig stößt der Umgang mit westlichen Filmen in Russland teilweise auf politische Unterstützung. Sicherheitsrats-Vize Dmitri Medwedew hatte bereits 2023 dazu aufgerufen, westliche Inhalte über Piratenangebote herunterzuladen und kostenlos zu nutzen. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte sich anschließend hinter diese Haltung.
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