12. August 2025, 12:40 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die einflussreiche Actionfilmreihe mit Sylvester Stallone bekommt einen sechsten Film. Um eine simple Fortsetzung wird es sich bei „Rambo 6“ aber nicht handeln. Ganz im Gegenteil.
„Rambo 6“ wird eine Vorgeschichte
Wie das US-Branchenblatt „Deadline“ aktuell berichtet, soll es sich bei dem neuen Projekt nämlich um ein Prequel handeln. Das heißt, inhaltlich möchte die Produktionsfirma Millennium Media eine Vorgeschichte über einen jungen John Rambo erzählen. Weitere konkrete inhaltliche Details werden noch geheim gehalten. Es ist lediglich bekannt, dass „Rambo 6“ den Titelhelden während seiner Zeit im Vietnamkrieg zeigen soll.
Nach aktuellem Stand soll der finnische Regisseur Jalmari Helander („Sisu“) den neuen „Rambo“-Film inszenieren. Als Drehbuchautoren sind Rory Haines und Sohrab Noshirvani an Bord. Die Dreharbeiten sollen 2026 in Thailand beginnen, der offizielle Titel soll schlicht „John Rambo“ lauten. Wann der Film dann in die Kinos kommen wird, ist bislang unklar.
Kehrt Sylvester Stallone zurück?
Da „Rambo 6“ eine Vorgeschichte erzählen wird, ist mit einer Rückkehr des 79-jährigen Sylvester Stallone in seiner ikonischen Rolle nicht zu rechnen. Stattdessen soll der aufstrebende Schauspielstar Noah Centineo die junge Version des Protagonisten verkörpern. Centineo feierte seinen Durchbruch in dem Netflix-Film „To All the Boys I Loved Before“ und dessen Fortsetzungen. Zudem war er unter anderem in „Black Adam“ mit Dwayne Johnson, „The Recruit“ oder „Warfare“ zu sehen.
Dem Bericht zufolge soll Stallone über das Vorhaben Bescheid wissen, aber in keiner Weise involviert sein. Insider-Quellen nach soll der Veteran zumindest über die Besetzung Centineos informiert worden sein. Gut möglich, dass er hinter den Kulissen eine beratende Funktion einnehmen könnte. Vielleicht ist auch ein Gastauftritt möglich. Stallone-Fans müssen aber nicht darauf warten, um die Hollywood-Legende wieder in Aktion zu erleben. Bei Paramount+ etwa geht am 21. September die dritte Staffel „Tulsa King“ an den Start.
„Rambo 6“ wird der erste Film der Reihe seit „Rambo: Last Blood“ von 2019. Der erste Teil erschien bereits 1982 und gilt heute als Klassiker. Die Fortsetzungen schraubten die Action deutlich nach oben, kamen aber vergleichsweise schlecht an.
Die Chance auf Wiedergutmachung
„Der erste ‚Rambo‘ hallt auch deswegen in der Filmgeschichte nach, weil er neben unterhaltsamer Action auch Themen wie Polizeigewalt oder posttraumatische Belastungsstörung behandelte. Die Sequels hingegen verkamen zu zynischen Dauerballereien, die vor allem mit einer steigenden Anzahl an Leichen punkteten und entsprechend deutlich schlechter von Kritikern wie Zuschauern aufgenommen wurden. ‚Last Blood‘ fand ich sogar richtig schlecht und es schien, als hätte John Rambo das letzte Mal seinen Bogen gezückt.
Doch für die Vorgeschichte erlaube ich mir zaghaften Optimismus. Denn jetzt wäre die Chance gegeben, das Franchise in eine neue, seriösere Richtung zu lenken, die ihm recht guttäte. Und vielleicht böte sich auch ein Genrewechsel an: Weg vom stereotypen Einer-gegen-Alle-Einheitsbrei, der in den 80ern so gängig war. Nein, ‚John Rambo‘ sollte am besten ein waschechter, ernst zu nehmender Kriegsfilm werden mit Scharmützeln, die nicht einfach unterhalten, sondern schockieren.
Denn irgendwoher hat sich Rambo seine Traumata abgeholt, und das zu zeigen, bietet reichlich Gelegenheiten, um dem Charakter neue Facetten abzugewinnen. Wer war er vor dem Krieg, welche Gräuel musste er erleben? Jalmari Helander als Regisseur ist dafür auch der passende Mann, hat er doch etwa mit ‚Sisu‘ bewiesen, was er kann. Und Centineo ist ein talentierter Schauspieler, der sowohl die passende Physis als auch die dramatischen Fähigkeiten mitbringt. Ich bin gespannt.“