27. Oktober 2026, 13:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es ist die größte kulinarische Hiobsbotschaft der vergangenen Wochen: Nach fast vier Jahrzehnten gehen am heutigen 27. Oktober 2026 die letzten McRibs in deutschen McDonald’s-Filialen über die Theke. Damit verschwindet ein Burger, der die Gemüter spaltet, aber nichtsdestotrotz viele leidenschaftliche Fans hat, wie etwa Markus Söder. Grund genug, sich noch einmal Folge 14 der zwölften Staffel von „Die Simpsons“ anzuschauen – denn die Serie um die gelbe Familie hat sich natürlich bereits über den Burgerkult lustig gemacht.
Darum geht es in der McRib-Folge der „Simpsons“
Natürlich wird der McRib nicht direkt so genannt, dagegen hätte McDonald’s sicher etwas einzuwenden gehabt. In der entsprechenden „Simpsons“-Episode mit dem Titel „Buchstabe für Buchstabe“ wird das Ribwich zum Objekt der Begierde. Als Homer eines Tages vor einem Krusty Burger auf den neuen Burger angesprochen wird, probiert er ihn direkt aus – und ist sofort süchtig.
Schnell wird er zum „Ribhead“, einem leidenschaftlichen Fan des Ribwichs. Als er eines Tages erfährt, dass der Burger nur als vorübergehende Aktion angeboten wird und eine Art Städtetour unternimmt, schließt sich Homer anderen „Ribheads“ an, um den Weg des Sandwichs zu verfolgen.
In San Francisco taucht plötzlich Krusty in einer Limousine auf, in seinen Händen das allerletzte Ribwich überhaupt. Das unbekannte Tier, aus dem das Fleisch gemacht wurde, ist nämlich ausgestorben (und hatte übrigens mehr Beine als eine Kuh). Krusty wirft den Burger in die versammelte Meute, wo Homer ihn fängt.
Andere „Ribheads“ betteln ihn darum an und schlagen diverse Deals vor. Ein Italiener bietet sogar sein Auto an. Homer stimmt zu, tauscht das Ribwich ein und fährt schnurstracks zum Buchstabierwettbewerb von Lisa. Der Italiener verspeist das Ribwich und bereut anschließend sein Tauschgeschäft.
Unübersehbare McRib-Parallelen in „Die Simpsons“
Die Ähnlichkeiten zum McRib sind nicht zu übersehen. Der Ribwich ist ähnlich designt und wie das Vorbild vergleichsweise spartanisch belegt mit einem großen Stück Fleisch, das nur so vor Soße trieft. Auch interessant: In der „Simpsons“-Folge wird um die Fleischherkunft ein Rätsel gemacht und auch im wahren Leben wurde schon der Vorwurf laut, der McRib bestehe gar nicht aus echtem Schweinerippenfleisch, wie etwa die „Bild“ berichtete.
Den Burger-Kult hat die Serie auch erkannt und parodiert. Fairerweise muss man dazu sagen, dass sich die „Simpsons“ selbstverständlich auf die USA beziehen. Und dort ist der McRib seit jeher mal im Angebot und mal nicht. Trotzdem passt die Folge auch zum jetzigen Deutschland-Aus des Burgers, zumal es ähnliche Reaktionen wie in der Episode hervorruft. Aktuell gibt es etwa mehrere Petitionen für den Erhalt des McRibs in Deutschland mit mehreren tausend Unterschriften. Und darin heißt es zum Beispiel, der McRib sei ja nicht nur ein Burger, sondern eine „Lebenseinstellung“ und ein „Stück Glück“.
Ob der McRib eines Tages doch noch mal zurückkehrt, ist bislang nicht klar. Gut möglich, dass er sein Comeback als zeitlich begrenzter Aktionsburger feiert und in der Form dann immer wieder ins Angebot genommen wird. Bis dahin bleibt seinen Anhängern nur die Erinnerung an die einzigartige rauchig-süßliche Barbecue-Soße, die es in diesem an Völlerei grenzenden Ausmaß nur auf dem McRib gegeben hat.
Auch ich bin Homer
„Verfüge ich über einen guten Geschmack? Wohl kaum. Aber auch ich bin immer ein großer Verfechter des McRibs gewesen und finde es ebenfalls schade, dass er sich fürs Erste aus Deutschland verabschiedet.
An meinen ersten McRib kann ich mich noch erinnern: Ich saß damals in der ersten Wohnung meines Bruders und unser Vater hatte Essen von Mäckes mitgebracht. Dabei war auch ein McRib, warum auch immer – ausdrücklich darum gebeten habe ich nicht.
Doch schon beim ersten Bissen war es um mich geschehen, wie bei Homer, und rückblickend stelle ich mir eine ähnliche filmische Montage auch bei mir vor, inklusive schneller Zooms, sich weitenden Pupillen und einem unkontrollierten Sabbern. Das muss fast 30 Jahre her sein.
Seitdem war der McRib mein McDonald’s-Favorit, für den auch ich oft schräg angeschaut wurde. Ein sogenannter ‚acquired taste‘ war das, nur für Fortgeschrittene mit speziellem Gaumen. Aber hey: Wenn Homer Simpson ihn liebte, dann kann ich so falsch nicht gelegen haben.“