Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
Filme News Alle Themen
Nach fast 40 Jahren!

Der traurigste Film aller Zeiten kommt in deutsche Kinos

Junges Paar im Kino schaut traurigen Film und weint
So wird das Kinopublikum demnächst aussehen Foto: Getty Images
Artikel teilen
Woon-Mo Sung
Redakteur

16. Juni 2026, 17:41 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Heutzutage ist es nichts Besonderes mehr, wenn ein Anime regulär oder zumindest als besonderes Event in deutschen Kinos zu sehen ist. Das war aber mal anders: In den 80ern und Anfang der 90er-Jahre waren japanische Animationsfilme noch eine kleine Nische, mit der nur Eingeweihte etwas anfangen konnten. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass wahre Meisterwerke der Filmkunst nie offiziell auf einer deutschen Leinwand zu sehen waren – so etwa „Die letzten Glühwürmchen“. Zum Glück ändert sich das zeitnah.

Darum geht es in „Die letzten Glühwürmchen“

Japan, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs: Inmitten von Luftangriffen der Alliierten verlieren der 14-jährige Seita und seine erst vierjährige Schwester Setsuko ihre Mutter, während ihr Vater irgendwo bei der Marine kämpft. Für kurze Zeit kommen sie bei ihrer Tante unter, doch die möchte in der Krise nicht noch mehr Personen durchfüttern. Seita und Setsuko beschließen deshalb, sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Was wie ein Abenteuer voller Freiheit beginnt, muss schon bald der brutalen Realität aus ständiger Gefahr, Krankheit und Hunger weichen …

Mehr zum Thema

„Die letzten Glühwürmchen“ ist ein Ghibli-Meisterwerk

Der romantisch-schöne Titel täuscht, denn bei „Die letzten Glühwürmchen“ handelt es sich um nicht weniger als einen der größten Antikriegsfilme aller Zeiten. Dass das keine Meinung eines einzelnen Autors ist, belegen verschiedene Bestenlisten von bekannten Portalen im Netz, wie etwa diese hier von „Collider“, wo der Film es auf Platz 1 geschafft hat.

Youtube Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Regie führte der mittlerweile verstorbene Isao Takahata für das renommierte Studio Ghibli. Dieses ist weltweit vor allem für die Arbeiten von Hayao Miyazaki („Prinzessin Mononoke“, „Chihiros Reise ins Zauberland“) bekannt, weshalb Takahatas Beiträge stets drohen, überschattet zu werden.

Zu Unrecht. „Die letzten Glühwürmchen“ gilt als Klassiker, den man unbedingt gesehen haben sollte. Bei Metacritic sind für den Film meisterliche 94 von 100 Punkten zusammengekommen. Und bei Rotten Tomatoes steht das Drama beim perfekten Ergebnis: 100 Prozent aller eingegangenen professionellen Kritiken fielen positiv aus. Und 95 Prozent der Fans gaben ebenfalls eine gute Bewertung ab.

Deutsche Kinopremiere nach 38 Jahren

Wer „Die letzten Glühwürmchen“ bisher nicht gesehen hat, sollte das nachholen. Und dazu bekommen Fans ab dem 30. Juni die Gelegenheit, den Film erstmals hierzulande im Kino zu sehen. Denn obwohl er bereits 1988 produziert und veröffentlicht wurde, erschien er lediglich im Fernsehen oder als DVD und Blu-ray. Für diesen Schritt sind übrigens das Studio Sony und der auf Animes spezialisierte Streaming-Dienst Crunchyroll verantwortlich.

Woon-Mo Sung
Redakteur

Ich war in Schockstarre

„Ich habe als Teenager einmal von einer Freundin ein französischsprachiges Anime-Magazin durchgeblättert, das ihr mal mitgebracht wurde. Darin habe ich einige Bilder zu ‚Die letzten Glühwürmchen‘ gesehen, ohne mir überhaupt den Titel zu merken (war eh auf Französisch). Aber die Bilder blieben haften: Nicht nur sahen sie schön gezeichnet aus, sie versprachen auch eine bewegende Geschichte.

Was für eine Untertreibung. Monate (oder sogar Jahre?) später stolperte ich zufällig in der TV-Zeitschrift meiner Eltern wieder über ein Bild. Der Film lief am selben Abend bei Arte. Also schaltete ich neugierig ein, ohne wirklich zu wissen, was mich erwartet. Bekommen habe ich den womöglich heftigsten Schlag in die Magengrube, den mir jemals ein Film verpasst hat.

Denn auch nachdem bereits der Abspann durchgelaufen war, starrte ich wie perplex einfach auf den flimmernden Bildschirm vor mir. Ich konnte einfach nicht glauben, was ich gerade gesehen hatte, und war zutiefst gerührt und erschüttert, zu keiner Regung fähig. Was für ein Film. Einer der Sorte, den man einmal sieht und nie wieder vergisst. Einen klaren Gedanken konnte ich für gefühlt zehn bis 15 Minuten nicht fassen.

Aber eines ist glasklar: ‚Die letzten Glühwürmchen‘ ist nicht nur für mich der traurigste Film aller Zeiten. Und einer, der so aktuell ist wie eh und je. Anschauen ist oberste Bürgerpflicht. Aber vergesst die Taschentücher nicht. Und nehmt am besten jemanden zum Umarmen mit.“

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.