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Tarantino liebt ihn

Jahrelang verboten! Dieser Skandalfilm kommt jetzt zu Prime

Szene aus „Battle Royale“
Szene aus „Battle Royale“ Foto: picture alliance / Everett Collection | ©Anchor Bay/Courtesy Everett Collection
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Woon-Mo Sung
Redakteur

19. Juni 2026, 17:24 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Junge Menschen gehen sich in einem tödlichen Spiel in einer Arena gegenseitig an die Gurgel, bis nur noch einer am Leben ist. Klingt vertraut? Viele, vor allem Jüngere, werden jetzt vermutlich an „Die Tribute von Panem“ denken – sehr zum Leidwesen von Star-Regisseur Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, „Inglourious Basterds“). Der denkt nämlich, dass sich Autorin Suzanne Collins an der Buchvorlage von „Battle Royale“ bedient haben soll. Der Film selbst zählt zu seinen Lieblingen und bald können ihn Fans bei Amazon streamen.

Darum geht es in „Battle Royale“

Eine wirtschaftliche Krise erschüttert Japan und führt dazu, dass die junge Generation das Vertrauen in Erwachsene verliert. Schüler rebellieren gegen Eltern und Lehrer und verweigern den Unterricht. Daraufhin verabschiedet der Staat ein drastisches Gesetz: Jährlich wird eine Schulklasse ausgewählt, die auf einer einsamen Insel an einem tödlichen Wettbewerb teilnehmen muss. Innerhalb von drei Tagen sollen sich die Jugendlichen gegenseitig ausschalten. Fluchtversuche oder Widerstand werden durch Sprengsätze in den Halsbändern der Teilnehmer bestraft. Verantwortlich für die Durchführung ist der Spielleiter Kitano.

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„Panem“ lange vor „Panem“

Dass „Battle Royale“ nach 26 Jahren als Kultklassiker gilt, steht völlig außer Frage. Noch heute gibt es viele Fans und in den Jahrzehnten seit seinem Erscheinen hat er es in mehrere Bestenlisten angesehener Portale und Personen geschafft. So auch von Tarantino, der ihn jüngst zu den besten Filmen des 21. Jahrhunderts gezählt hat.

Zugleich machte er deutlich, dass er in den „Panem“-Büchern (und anschließenden Verfilmungen) ein dreistes Plagiat von „Battle Royale“ sieht: „Ich verstehe nicht, warum der japanische Autor Suzanne Collins nicht auf jeden verdammten Besitz verklagt hat, den sie hat.“ Autor des Originals ist Koushun Takami, die Regie beim Film übernahm Kinji Fukasaku, mit dem Tarantino zu dessen Lebzeiten befreundet war. Tarantino weiter:

„Die haben das verdammte Buch einfach kopiert! Diese dämlichen Literaturkritiker würden sich doch nie einen japanischen Film namens ‚Battle Royale‘ ansehen, deshalb hat sie niemand darauf angesprochen. Stattdessen haben sie erzählt, es sei das originellste Buch, das sie je gelesen hätten. Als die Filmkritiker dann die Verfilmung sahen, meinten sie nur: ‚Was zum Teufel? Das ist doch einfach ‚Battle Royale‘ – nur in einer jugendfreien Version!“

Quentin Tarantino

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Kontroversen und Verbote

Das Sentiment der Hollywood-Ikone können sicher viele Fans nur allzu gut nachvollziehen und auch ich kann mich daran erinnern, dass der Vergleich mit „Battle Royale“ bei meinen Freunden sofort aufkam, als „Die Tribute von Panem“ in Kinos startete. Das ist aber bei weitem nicht die einzige Kontroverse, die den Film begleitete.

Schon bei Veröffentlichung hagelte es Kritik und Empörung. Im Herkunftsland Japan etwa nahmen Politiker und Pädagogen öffentlich Anstoß an „Battle Royale“, was eine Debatte über Gewalt in Medien lostrat. Der Film erhielt deshalb eine für Japan recht hohe Altersfreigabe ab 15 Jahren. Diese veranlasste Regisseur Fukasaku sogar dazu, in einem Statement Jugendliche dazu aufzurufen, sich ins Kino zu schleichen.

Auch in Deutschland hatte es der Film jahrelang nicht leicht. Hierzulande erschien zunächst eine um acht Minuten gekürzte Fassung, die trotzdem zunächst auf dem Index landete, ehe der Film kurze Zeit sogar durch Beschlagnahmung gänzlich verboten war. Es sollte insgesamt 17 Jahre dauern, bis „Battle Royale“ vom Index genommen wurde. Seitdem darf er auch ungeschnitten vertrieben und gezeigt werden.

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„Battle Royale“ beim Prime-Channel Moviecult

Aktuell gibt es „Battle Royale“ bei keinem deutschen Streaming-Dienst im Abo, sondern nur zu leihen oder zu kaufen. Ab dem 16. Juli erscheint er jedoch beim Prime-Channel Moviecult.

Bei Moviecult handelt es sich um einen sogenannten Zusatzkanal bei Amazon Prime, für den der bekannte Filmvertrieb Studiocanal verantwortlich ist. Für nur 3,99 Euro können ihn Fans dazubuchen. Der Channel ist spezialisiert auf Horror, Action, Thriller und Kultfilme und ist damit etwas für all jene, die es etwas härter mögen. Wer nur reinschnuppern möchte, kann eine siebentägige Testphase abschließen. Nach ihrem Ende wird diese direkt in ein reguläres Bezahlabo überführt.

Wer also „Battle Royale“ demnächst sehen möchte, kommt an Amazon kaum vorbei. Wem der Film gefällt, kann anschließend auch in die Fortsetzung „Battle Royale 2“ schauen. Diese kommt allerdings nicht zu Moviecult, kann aber immerhin ebenfalls geliehen oder gekauft werden.

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