Fantasie, Fiktion und Realitätsferne zum Trotz spiegeln Filme und Serien am Ende des Tages doch nur die Wirklichkeit wider, mit menschlichen oder vermenschlichten Figuren und bekannten Themen und Handlungen. Dazu gehören Konflikte und Dramen, Hass oder Liebe. Und wo Liebe ist, da wird mindestens geküsst – oder noch viel mehr. Sexszenen sind schon lange keine Seltenheit mehr, sind aber nicht jedermanns Geschmack. Das geht jetzt sogar so weit, dass die Angel Studios diese vollständig verbannen.
Angel Studios sind christlich geprägt
Die Angel Studios sind keine typische Filmproduktionsfirma und haben mit Hollywoodgrößen wie Paramount, Warner oder Disney herzlich wenig gemein. Mit einer Gründung 2021 ist das Unternehmen außerdem noch sehr jung und spielt kommerziell in einer ganz anderen, weitaus kleineren Liga.
Trotzdem konnte man bereits einige internationale Achtungserfolge feiern, wie etwa mit dem kontrovers diskutierten „Sound of Freedom“, dessen Beteiligte offen über ihren Glauben an Verschwörungstheorien der QAnon-Bewegung sprachen. Zuletzt lief die Action-Komödie „Runner“ mit den Hollywood-stars Alan Ritchson (Amazons „Reacher“-Serie) und Owen Wilson („Midnight in Paris“) auch in deutschen Kinos zu guten Besprechungen an.
Die Angel Studios selbst beschreiben ihre Inhalte als „wertebasierte Unterhaltung“, die Geschichten christlichen Glaubens einschließen sollen, das aber nicht ausschließlich. Auffällig sind dennoch mehrere Titel, in denen der Glauben eine Rolle spielt, darunter auch die Jesus-Serie „The Chosen“.
Kein Sex und kein Geschimpfe bei den Angel Studios
Im Vergleich zum deutlich links-progressiv neigenden Hollywood haben die Projekte der Angel Studios damit einen unverkennbar rechtskonservativen Einschlag. Vor diesem Hintergrund erscheint ihr neues Regelwerk wie ein konsequenter Beleg dafür. Denn wie Studio-Mitgründer Jeff Harmon im Interview mit „Fox News“ berichtet, hat sich der Betrieb selbst die Verbannung von Sexszenen, Nacktheit, Schimpfwörtern und blasphemischen Äußerungen auferlegt – oder wie sie selbst formulieren, die „falsche Verwendung von Gottes Namen“.
Harmon betont dabei, dass in der Traumfabrik die besten Handwerker und Geschichtenerzähler der Branche arbeiten würden. Allerdings würde man in Hollywood wie in einer Blase leben. Man habe sich immer mehr von dem einstigen Publikum und seinen Werten entfernt. Deswegen habe man sich für dieses Versprechen entschieden.
Publikum hat Mitspracherecht
Ferner räumen die Angel Studios ihren etwa drei Millionen zahlenden Mitgliedern ein großes Mitgestaltungsrecht bei neuen Projekten ein. Hierfür sollen sie für Filme und TV-Serien wählen können, damit stets die Unterstützung der Mehrheit gewährleistet wird. Jedes Vorhaben muss eine Mitgliederbewertung von mindestens 70 Prozent erhalten, um von den Angel Studios berücksichtigt zu werden.
Hierbei schiele man insbesondere auf die Unterstützung von Familien. Mit den neuen Regeln möchte man außerdem Standards definieren, die „jeden einzelnen Film, Filmemacher oder Manager“ überdauern werden.
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