24. Oktober 2025, 17:40 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn in der Geschäftswelt Rechte jedweder Art ihre Besitzer wechseln oder ganze Unternehmen übernommen werden, dann sind für gewöhnlich enorme Summen im Spiel. Umso überraschender ist, was Amazon für James Bond bezahlt haben soll, denn die scheinbare Ablösesumme ist geradezu lächerlich gering ausgefallen. Doch Vorsicht: Der Teufel steckt im Detail und es ist alles gar nicht so eindeutig, wie es gerade die Runde macht.
Machte Amazon mit James Bond ein Millionen-Schnäppchen?
Das berichtet jetzt unter anderem „Forbes“ auf Basis öffentlich einsehbarer Dokumente. Dabei nimmt man außerdem Bezug auf andere aktuelle Berichte, wonach Amazon für die Rechte an James Bond nur läppische 20 Millionen US-Dollar gezahlt haben soll. Das ist extrem wenig, wenn man die lange Bond-Historie seit den 60er-Jahren bedenkt und die vielen Milliarden US-Dollar, die die Filmreihe bislang eingespielt hat.
Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Zwar hat Amazon in der jüngeren Vergangenheit hohe Summen für diverse Verwertungsrechte ausgegeben, darunter 250 Millionen für „Der Herr der Ringe“, um daraus die Serie „Die Ringe der Macht“ produzieren zu können. Doch um die kreative Kontrolle über James Bond zu bekommen, soll Amazon in Wahrheit etwa eine Milliarde locker gemacht haben.
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Anteile von Eon Productions auch verkauft
Aber warum kursiert derzeit nur eine Summe von 20 Millionen US-Dollar? In Wahrheit stellt diese wohl nur einen kleineren Teil der Milliarde dar, die Amazon für James Bond ausgegeben hat. Die Summe hängt mit der Produktionsfirma Eon Productions zusammen, die den vorherigen Produzenten und Bond-Hauptverantwortlichen Barbara Broccoli und Michael G. Wilson gehört.
Denn im Zuge der Übergabe der kreativen Kontrolle an Amazon gab auch Eon die Beteiligungen an Bond ab, für eben 20 Millionen. Doch Eon als Unternehmen besaß die Rechte an der Marke Bond gar nicht und konnte deshalb auch kein Geld dafür erhalten. In Wahrheit lagen die Marken- und Urheberrechte allesamt bei dem Unternehmen Danjaq. Dieses wurde 1962 von den Frauen von Harry Saltzman und Albert Broccoli gegründet und nach ihnen benannt: Dana und Jacqueline.
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Der Steuer-Trick mit Danjaq
Eon konnte die Bond-Filme produzieren, dann aber an Danjaq verkaufen, und erst von dort aus wurden sie vertrieben. Da aber Danjaq in der Schweiz lange Zeit saß, konnten die beteiligten Unternehmen jede Menge Steuergelder einsparen – und alles war legal. Deshalb gingen schon damals auch alle relevanten Rechte an Danjaq und nicht Eon.
Auch nachdem Danjaq in den 90er-Jahren in die USA umsiedelte, blieben die Rechte beim Unternehmen, bis Amazon im Februar 2025 die Brieftasche öffnete. Laut „Forbes“ habe sich der Versandriese nicht einfach nur die kreative Kontrolle gesichert, sondern eben auch die wichtigsten Rechte an James Bond.
Amazon hat einiges vor mit James Bond. So soll Regiemeister Denis Villeneuve („Dune“, „Blade Runner 2049“) die Regie des nächsten Films übernehmen, wie „Variety“ berichtete. Wer die ikonische Rolle von 007 als Nächstes spielen wird, bleibt aber weiterhin unklar. Allerdings gibt es schon konkrete Vorstellungen zum nächsten Bond-Darsteller, die der Filmemacher vor Kurzem geäußert hat.