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Umstrittene Änderung

Google baut YouTube um! Dislike-Button verschwindet bei ersten Nutzern

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YouTube testet Dislike-Aus: Verschwindet der Button bald? Foto: Getty Images
Giselle Pomplun

22. Oktober 2026, 15:53 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Daumen nach unten ist seit Jahren fester Bestandteil von YouTube. Nun verdichten sich jedoch die Hinweise, dass Google die Negativbewertung schrittweise zurückfahren könnte. Erste Tests laufen bereits auf Smartphone und Desktop.

Google versteckt den Daumen nach unten

Google experimentiert offenbar mit einer grundlegenden Änderung bei YouTube. In aktuellen Testversionen taucht der Dislike-Button bei einigen Nutzern nicht mehr an seiner gewohnten Position auf. Teilweise verschiebt YouTube die Funktion in ein Untermenü, teilweise entfernt die Plattform sie sogar vollständig. Die Änderungen zeigen sich offenbar sowohl in der mobilen App als auch in der Desktop-Version der Videoplattform.

Ganz überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht. Bereits 2021 strich YouTube die öffentliche Anzeige der Dislike-Zahlen. Seitdem sehen nur noch Account-Administratoren, wie viele negative Bewertungen ihre Videos erhalten haben. Für die meisten Nutzer hat die Funktion dadurch bereits deutlich an Sichtbarkeit verloren.

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Während der Daumen nach unten immer weiter in den Hintergrund rückt, bleibt der Like-Button ein wichtiger Bestandteil des Systems. Positive Bewertungen helfen dabei, Videos auf der Plattform zu pushen. Dem Dislike misst Google dagegen offenbar immer weniger Bedeutung bei.

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Offiziell hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt, die Funktion komplett abzuschaffen. Die aktuellen Tests deuten jedoch darauf hin, dass negative Bewertungen auf der Plattform künftig eine noch kleinere Rolle spielen könnten.

Eine Richtung ist erkennbar

Die aktuellen Tests wirken wie die Fortsetzung eines Kurses, den YouTube schon vor längerer Zeit eingeschlagen hat. Zunächst verschwand die öffentliche Anzeige der Dislikes, nun wird die Funktion bei ersten Nutzern teilweise versteckt oder ganz entfernt. Damit verliert der Daumen nach unten Schritt für Schritt an Bedeutung.

Bereits im Sommer hatte YouTube bei seinen Kurzvideos, den sogenannten Shorts, Änderungen vorgenommen. Dort wurde der klassische Daumen teilweise durch Herz-Symbole ersetzt. Gleichzeitig verschwand die Dislike-Funktion aus diesem Bereich der Plattform vollständig. Die aktuellen Versuche zeigen, dass YouTube weiterhin an seinem Bewertungssystem arbeitet und möglicherweise prüft, welche Rolle negative Rückmeldungen künftig noch spielen sollten.

Woon-Mo Sung
Redakteur

Nur keine Negativität!

„Pandoras Büchse der Internetnutzung steht bereits seit vielen Jahren sperrangelweit offen und erlaubt ungefilterte, unmittelbare Kommunikation und Konfrontation im digital-öffentlichen Raum in einer in der Menschheitsgeschichte nie dagewesenen Dimension.

Geht es dabei immer gelassen und zivilisiert zu? Mitnichten. Grundsätzlich ist doch aber erst einmal die Möglichkeit zur freien Äußerung von Meinungen und Befindlichkeiten zu allen möglichen Themen als Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe im modernen Zeitalter zu begrüßen. Das schließt auch kritische Haltungen und negative Emotionen genauso ein wie positive.

Selbstverständlich gibt es Grenzen und Hass sollte nirgendwo Platz haben in dieser Welt, auch nicht im Internet. Doch Kritik ist nicht automatisch damit gleichzusetzen und hat deshalb ein Recht darauf, geäußert und gesehen zu werden. Wer aber dieser Möglichkeit direkt einen Riegel vorschiebt, aus Angst vor Eskalation oder falscher Lesart, agiert nicht aus Besonnenheit und Rücksichtnahme, sondern aus einer Position der bevormundenden, moralischen Überheblichkeit und Feigheit.

Der Dislike-Button gehört genauso zum öffentlichen Diskurs wie der Like-Button, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Darstellung von einer Million Likes gibt nur die halbe und damit eine verzerrte Wahrheit wieder, wenn demgegenüber zwei Millionen Daumen nach unten stehen würden, die man aber lieber unter den Teppich kehren möchte.

Der Gefahr des Review-Bombings zum Trotz: Nicht alles wird von allen gemocht und das darf gezeigt werden. Und im besten Fall liefern Dislikes die wertvolleren Informationen, um daraus Veränderungen und Verbesserungen abzuleiten, dazu hat es bereits bekannte Beispiele gegeben (man denke an den großen Aufschrei zum ersten ‚Sonic‘-Film, der eine Design-Änderung zum Besseren nach sich zog – das nur als harmloses Beispiel). Denn nichts wird besser nur mit Ja-Sagern oder toxischer Positivität. Warum sollte man das erschweren?

Dafür kann es nur eine Dislike für Google geben.“

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