21. Januar 2026, 12:32 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Erst Mitte Dezember stellten Streaming-Fans mit Überraschung fest, dass bei Disney+ die Ausspielung der Inhalte in Dolby Vision verschwunden ist – TECHBOOK berichtete. Zu dem Zeitpunkt herrschte noch Rätselraten über die möglichen Gründe dafür. Nun scheint es eine Erklärung zu geben – und die betrifft nicht nur Dolby Vision. Bei Disney+ dürfen auch HDR10+ und 3D nicht gezeigt werden.
Patentstreit verbietet Disney+ HDR10+ und 3D
Wie bei anderen Streaming-Diensten gibt es auch bei Disney+ verschiedene Tarife, darunter ein Premium-Abo. Dieses verspricht zum höchsten Preis beste Qualität, etwa in 4K UHD. Eigentlich gehörten auch dynamische HDR-Bildformate wie Dolby Vision und HDR10+ dazu. Für die Apple Vision Pro gab es auch 3D-Inhalte. Jetzt nicht mehr.
Eine Support-Seite gibt nur noch das standardmäßige HDR10 an, zudem heißt es: „3D-Inhalte sind in Deutschland zurzeit nicht auf Disney+ verfügbar.“ Damit bekommen Abonnenten aktuell weniger Qualität für ihr Geld geboten als bisher. Ein Patenstreit zwischen Disney und einer Firma namens InterDigital scheint hierfür die Ursache zu sein.
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Deutsches Gericht entscheidet gegen Disney
Eigenen Angaben nach ist InterDigital ein Unternehmen für die Forschung und Entwicklung im Bereich mobiler, Video- und KI-Technologien. Laut einer Mitteilung habe man nun eine einstweilige Verfügung gegen Disney vor einem Gericht in München erwirken können. Diese bezieht sich auf die Ausspielung von Inhalten mit dynamischer HDR-Technologie, für die InterDigital die Patentrechte hält.
Die Entscheidung betrifft nur Deutschland. Wie „heise online“ berichtet, sind etwa auf der britischen Support-Seite für Disney+ Dolby Vision und 3D noch gelistet. TECHBOOK hat ebenfalls nachgeschaut und herausgefunden, dass beide Features auch in Frankreich, Italien und Österreich verfügbar sind. In den USA hingegen nennt Disney nur 3D auf seiner Seite. Da der Gerichtsbeschluss bereits vom November 2025 ist, dürfte dies den plötzlichen Wegfall von Dolby Vision erklären, der im Dezember bemerkt wurde.
Zuvor hatte das Münchner Gericht in einem anderen Fall zwischen InterDigital und Disney ebenfalls zugunsten von Ersteren entschieden. Dabei ging es um die Methode, dynamisch einen Videostream mit einem anderen zu überlagern, was unter anderem das Anzeigen von Untertiteln meint. Solche sind aber nach wie vor vorhanden. InterDigital war im Patentstreit neben Deutschland auch in Brasilien erfolgreich.
InterDigital keine Unbekannten
Aus der Mitteilung von InterDigital geht aber nicht hervor, warum die 3D-Funktionen für die Apple Vision bei Disney+ verschwunden sind. TECHBOOK hat Disney um eine Erklärung gebeten, aber noch keine Antwort erhalten.
InterDigital selbst sind in der Technikbranche bekannt. In der jüngeren Vergangenheit machten Patenstreits des Unternehmens mit verschiedenen Smartphone-Herstellern die Runde, etwa mit OnePlus. Disney darf die einstweilige Verfügung anfechten. Solange man aber keine Einigung erzielen oder den Streit gar gewinnen kann, müssen Nutzer in Deutschland bei Disney+ auf Dolby Vision, 3D und HDR10+ verzichten.