«Alexa, wärme den Reis auf»

Kommt Amazons Sprach-Mikrowelle auch nach Deutschland?

Amazons Sprach-Mikrowelle
Amazon erwägt, seine Mikrowelle mit Sprachsteuerung bald auch in Deutschland zu verkaufen.
Foto: Foto: Andrej Sokolow

Hausgeräte, die auf Zuruf Aufträge ausführen - davon haben Haushaltsmuffel vor einigen Jahren noch geträumt. Bald könnte eine Sprach-Mikrowelle von Amazon in Deutschland den Anfang machen.

Amazon erwägt, seine Mikrowelle mit Sprachsteuerung doch noch auch in Deutschland zu verkaufen. Das Gerät sei zwar ursprünglich als Referenzmodell zur Demonstration der Einbindung der Sprachassistentin Alexa gedacht gewesen, sagte Amazon-Gerätechef Dave Limp.

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In den USA bereits erhältlich

Die in den USA knapp 60 Dollar teure Mikrowelle sei aber so populär geworden, dass der Konzern über eine breitere Vermarktung nachdenke. Man wolle allerdings erst sehen, wie sich das Interesse in den kommenden sechs Monaten entwickele.

Der Mikrowelle kann man über einen verbundenen Echo-Lautsprecher von Amazon Kommandos wie „Alexa, wärme den Reis auf“ geben. In der zweiten Jahreshälfte 2019 dürften unterdessen auch diverse Hausgeräte anderer Hersteller mit Alexa-Sprachsteuerung in den Handel in Deutschland kommen, sagte Limp. Amazon bietet dafür einen Einbau-Chip an. Mit Herstellern werde bereits an der Integration gearbeitet. Sie könnten dabei auch eigene Weck-Wörter statt „Alexa“ verwenden.

Gute Amazon-Echo-Verkäufe in Deutschland beflügeln die Idee

In Deutschland habe Amazon „Millionen“ Alexa-Nutzer, sagte Limp ohne konkretere Angaben. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft habe sich das neue Modell des Lautsprechers Echo Show mit größerem Display im weltweiten Vergleich hierzulande besonders stark verkauft. Amazon hatte mit den Echo-Geräten die Kategorie der vernetzten Lautsprecher mit Sprachassistenten an Bord überhaupt erst etabliert. Inzwischen sind Google und Apple auf Aufholjagd.

Amazon habe das Echo-Projekt ungefähr zeitgleich mit seinem schnell gescheiterten Handy Fire Phone angestoßen, sagte Limp. Das Smartphone, das unter anderem Artikel zum Nachbestellen erkennen sollte, war ein Flop und wurde weniger als ein Jahr nach dem Start 2014 vom Markt genommen. Limp dämpfte die Aussichten auf eine Rückkehr in das Geschäft: „Wir würden nur ein Telefon bauen, wenn es sich sinnvoll von den anderen unterscheiden könnte.“

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Der Fokus bleibt auf Smart Home

Darin, dass Alexa-Nutzer dadurch auf die Software nicht gleichermaßen außerhalb des Hauses zugreifen können wie auf den Google Assistant auf Android-Telefonen oder auf Apples Siri auf dem iPhone, sieht Limp keinen größeren Nachteil für Amazon. „Das erlaubt es uns, keinen mobilen Assistenten bauen zu müssen“, sondern sich auf Funktionen fürs Zuhause zu konzentrieren.