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Mit KI-Stimme

Bankmanager zahlte 95 Millionen Euro nach WhatsApp-Betrug

Zu sehen ist eine Person im Anzug, die an einem Schreibtisch sitzt und den Kopf mit beiden Händen abstützt. Auf dem Tisch liegen mehrere Dokumente und eine geschlossene schwarze Aktentasche. Im Hintergrund ist ein heller Büroraum mit einem gerahmten Bild an der Wand zu sehen.
Kriminelle nutzten Künstliche Intelligenz, um die Stimme eines Anwalts für ihren Millionenbetrug nachzustellen Foto: Getty Images/Image Source
Przemyslaw Szymanski

29. September 2026, 12:46 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Eine WhatsApp-Nachricht und ein anschließender Anruf haben bei einer italienischen Privatbank einen millionenschweren Betrug ausgelöst. Kriminelle gaben sich als hochrangige Personen aus und brachten einen Bankmanager dazu, mehrere Überweisungen ins Ausland zu veranlassen. Obwohl die Bank den Betrug schnell bemerkte, waren insgesamt 95 Millionen Euro bereits transferiert.

Betrüger klonen Stimme mit KI

Betroffen war Paolo Molesini, der zu diesem Zeitpunkt den Verwaltungsrat von Fideuram leitete. Wie das Nachrichten-Magazin „Reuters“ berichtet, erhielt er im Februar 2026 über WhatsApp eine Nachricht, die vermeintlich von Carlo Messina kam. Messina steht an der Spitze von Intesa Sanpaolo, dem Mutterkonzern von Fideuram. In der Nachricht bat der angebliche Konzernchef Molesini um Unterstützung bei einem Geschäft im Ausland.

Kurz darauf folgte ein Telefonat. Am anderen Ende der Leitung meldete sich vermeintlich ein Partner einer bekannten Anwaltskanzlei und bekräftigte das Anliegen. Tatsächlich hatten die Betrüger dessen Stimme mithilfe Künstlicher Intelligenz imitiert. Molesini hielt den Auftrag offenbar für echt und veranlasste mehrere Zahlungen.

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36 Millionen Euro bleiben verschwunden

Ein ähnlicher Betrug war bereits im vergangenen Jahr in Italien erfolgreich. Damals glaubte Unternehmer Massimo Moratti, mit einem Minister zu telefonieren. Daraufhin überwies er fast eine Million Euro ins Ausland. In diesem Fall konnte das Geld später vollständig zurückgeholt werden.

Auch Fideuram erhielt inzwischen einen Teil der 95 Millionen Euro zurück. Dabei unterstützten Behörden aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus China. Ein Großteil der überwiesenen Summe war zuvor nach China und Hongkong gelangt.

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Rund 36 Millionen Euro sind allerdings weiterhin nicht auffindbar. Die Betrüger verschoben dieses Geld über zusätzliche Auslandskonten und wechselten es anschließend in Kryptowährungen. Danach lässt sich der weitere Weg des Geldes nicht mehr nachvollziehen.

Ermittler haben einen Verdächtigen im Visier

Die Ermittlungen in Mailand konzentrieren sich inzwischen auf eine Person, die außerhalb Europas lebt. Ihr wird Computerbetrug vorgeworfen. Gegen Molesini sowie weitere Führungskräfte von Fideuram laufen hingegen keine Ermittlungen.

Molesini verließ seinen Posten bereits im März und nannte dafür persönliche Gründe. Weitere Angaben machte Fideuram dazu nicht. Zu dem Betrugsfall selbst wollten sich sowohl Fideuram als auch der Mutterkonzern Intesa Sanpaolo nicht äußern.

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