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Verbraucherschützer warnen

Temu-Retouren – diese versteckten Kosten drohen beim Zurücksenden

Temu App
Temu-Retouren sind komplizierter, als man denkt Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann

6. November 2025, 7:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer bei Temu einkauft, sollte genau wissen, worauf er sich einlässt. Der chinesische Online-Marktplatz lockt mit extrem niedrigen Preisen, birgt aber Risiken – vor allem, wenn es um Rücksendungen geht. Was auf den ersten Blick nach einer unkomplizierten Schnäppchenjagd aussieht, kann bei Reklamationen schnell zum Problem werden.

Haushaltsartikel für Centbeträge, Technikgadgets für wenige Euro: Bei Temu scheint fast alles zu Spottpreisen erhältlich zu sein. Mehr als 140 Millionen Menschen in Europa, darunter Millionen in Deutschland, stöbern regelmäßig auf der Plattform. Doch die Freude über vermeintliche Schnäppchen verfliegt schnell, wenn ein Artikel beschädigt ist oder nicht gefällt. Denn bei Retouren zeigt sich, dass der Rückgabeprozess komplizierter ist, als Temu auf den ersten Blick verspricht.

Rücksendung nur teilweise kostenlos

Verbraucherschützer warnen schon länger vor den potenziellen Gefahren günstiger Importe aus China. Produkte auf Plattformen wie Temu oder Shein entsprechen häufig nicht den europäischen Sicherheitsstandards. Besonders bei Elektronik fehlt oft die CE-Kennzeichnung – ein Hinweis darauf, dass das Produkt nicht geprüft oder potenziell unsicher ist. Wer defekte Ware zurücksenden möchte, sollte die Rückgabebedingungen genau kennen. Fehler können teuer werden, da Käufer unter Umständen auf den Kosten sitzen bleiben.

Temu wirbt mit einer einfachen Rückgabe innerhalb von 90 Tagen. Laut den Geschäftsbedingungen ist jedoch nur die erste Rücksendung pro Bestellung kostenlos. Wer mehrere Artikel bestellt und später weitere zurückschickt, muss ab der zweiten Retoure drei Euro bezahlen. Bei einem durchschnittlichen Warenwert von rund 30 Euro – laut „Reuters“ der Durchschnittseinkauf auf Temu – rechnet sich das kaum.

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Verpackungsprobleme erschweren Retouren

Ein weiteres Problem betrifft die Verpackung. Viele Bestellungen kommen nicht in stabilen Kartons, sondern in dünnen, orangefarbenen Plastiktüten oder in Folie. Diese lassen sich kaum öffnen, ohne beschädigt zu werden. Da Temu aber erwartet, dass Rücksendungen sicher verpackt sind, müssen Kunden im Zweifel eigene Verpackungen besorgen und die Kosten tragen.

Ein praktischer Tipp: Lieferungen vorsichtig öffnen oder stabile Kartons anderer Bestellungen aufbewahren, um im Fall einer Retoure vorbereitet zu sein. Dieses Problem betrifft nicht nur Temu: Auch viele andere Onlinehändler verschicken kleinere Artikel in Plastikverpackungen.

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Lange Wartezeiten bei Rückerstattungen

Während Bestellungen aus China oft innerhalb von sieben bis zehn Tagen eintreffen, dauert der Rückversand deutlich länger. Mehrere Nutzer berichten von wochenlangen Wartezeiten, bis das Geld erstattet wurde. In Einzelfällen erfolgte die Rückzahlung laut Erfahrungsberichten erst nach mehreren Wochen.

Zwar zeigen Tests, dass Temu auch schneller sein kann. Laut „Business Insider“ erhielt ein Reporter seine PayPal-Erstattung bereits fünf Tage nach Abgabe bei DHL. In den Temu-AGB ist jedoch von bis zu 14 Werktagen, also rund 30 Kalendertagen, die Rede, bis eine Rückzahlung abgeschlossen ist. Käufer brauchen also Geduld oder überlegen sich besser zweimal, ob sie wirklich bestellen.

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