Eine Cyber-Attacke auf vernetzte Kühlsysteme hat in Frankreich massive Schäden verursacht. Betroffen waren mehrere große Supermarktketten, Lebensmittel mussten entsorgt werden.
Hacker haben die vernetzten Kühlsysteme zahlreicher französischer Supermärkte aus der Ferne manipuliert. Nach Angaben der betroffenen Unternehmen traf die Attacke bis zu 200 Filialen von Intermarché und knapp 100 Märkte von Coopérative U. Ein Sprecher von Intermarché erklärte, die Angreifer hätten dadurch „das Abtauen der Kühlanlagen“ ausgelöst.
Auch die französische Staatsanwaltschaft spricht von einem „groß angelegten Cyberangriff auf die vernetzten Kühlsysteme mehrerer großer Lebensmittelmärkte im ganzen Land“. Eine auf Cyberkriminalität spezialisierte Einheit hat die Ermittlungen übernommen. In einigen der betroffenen Supermärkte soll infolge der Attacke sogar ein Feuer ausgebrochen sein.
Kühlanlagen heizten sich auf bis zu 50 Grad auf
Kühlanlagen verfügen über eine automatische Abtaufunktion, die angesammelten Frost entfernt. Nach Angaben von Experten können solche Systeme beispielsweise so programmiert werden, dass sie innerhalb von 24 Stunden für zwei Stunden abtauen. Die Angreifer veränderten diese Einstellung jedoch und ließen den Vorgang ohne Unterbrechung laufen.
Nach einem Bericht von „BFMTV“ erreichten die Systeme dabei Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius. Betroffen waren demnach Kühlsysteme des dänischen Herstellers Danfoss. Neben Intermarché und Coopérative U traf die Attacke auch Märkte von E.Leclerc, Monoprix und Carrefour.
Lebensmittel im Wert von Millionen Euro betroffen
Durch die manipulierten Kühlanlagen verdarben große Mengen gekühlter und tiefgefrorener Lebensmittel und mussten entsorgt werden. Wie hoch der Gesamtschaden ausfällt, steht nicht abschließend fest. Medienberichten zufolge dürfte er sich jedoch auf mehrere Millionen Euro belaufen. Intermarché zufolge greifen Versicherungen bei solchen Schäden nicht.
Wie gravierend die Folgen für einzelne Filialen sein können, zeigt ein Intermarché im elsässischen Hagenau. Dort ging offenbar der komplette Bestand an Tiefkühlprodukten verloren. Allein dieser Schaden soll sich auf rund 50.000 Euro belaufen.
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