9. Dezember 2025, 14:29 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viele Nutzer verkaufen alte Smartphones über Ankaufplattformen, um schnell und einfach Geld zu bekommen. Doch bei Cleverbuy berichten Kunden statt von einer zügigen Auszahlung von wochen- oder sogar monatelangen Verzögerungen. Die Verbraucherzentrale warnt inzwischen ausdrücklich vor dem Anbieter und sieht ein deutlich wachsendes Problem.
Was Cleverbuy auf seiner Seite verspricht, klingt eigentlich gut: „Clever Technik kaufen und verkaufen.“ In den AGB steht sogar, die Auszahlung erfolge innerhalb von 14 Werktagen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Seit Anfang 2025 häufen sich Beschwerden bei den Verbraucherzentralen. Viele Nutzer warten viel länger auf ihr Geld – manche haben bis heute keine Zahlung erhalten.
Warum die Kritik an Cleverbuy wächst
Laut „Verbraucherzentrale“ erhält Cleverbuy seit Monaten überdurchschnittlich viele Beschwerden. Zwischen Januar 2024 und Ende Oktober 2025 gingen mehr als 900 Meldungen ein. Die Berichte klingen fast immer gleich: Geräte werden eingeschickt, der Ankaufspreis wird bestätigt, doch die Zahlung bleibt aus. Viele Nutzer berichten, dass sie mit Ausreden vertröstet werden oder Cleverbuy überhaupt nicht reagiert.
Cleverbuy erklärte dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Januar 2025, interne Umstrukturierungen und Systemumstellungen seien schuld an den Verzögerungen und die Website würde bald zu ihrer gewohnten Qualität zurückkehren. Doch das scheint nicht zu stimmen: Negative Bewertungen und Beschwerden häufen sich weiter und der Großteil der mehr als 900 Meldungen stammt aus dem Jahr 2025.
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Die Probleme treten unabhängig vom Gerätetyp auf. Betroffen sind sowohl aktuelle iPhone-Modelle als auch Android-Smartphones unterschiedlicher Preisklassen. Die Geräte wurden ordnungsgemäß eingeschickt, per Sendungsverfolgung zugestellt und von Cleverbuy geprüft und bestätigt – doch die Auszahlung bleibt trotzdem aus. Für die Verbraucherzentrale deutet die Häufung der Berichte darauf hin, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem beim Anbieter handelt.
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Was Nutzer tun können
Wer sein Gerät an Cleverbuy verkauft hat, sollte sich nicht mit leeren Versprechungen zufriedengeben. Die Verbraucherzentrale rät:
- Dem Anbieter eine klare letzte Frist zur Auszahlung setzen.
- Sich nicht von Aussagen wie „Die Buchhaltung kümmert sich“ oder „Bitte um Geduld“ beruhigen lassen.
- Bei ausbleibender Zahlung die Beratung der Verbraucherzentrale einschalten oder einen Anwalt beauftragen.
Denn auch für die Ankaufplattformen gilt laut Verbraucherzentrale: „Wer etwas (an-)kauft, muss dafür auch bezahlen.“
Verbraucherzentrale klagt
Der vzbv hat Cleverbuy bereits im April 2025 wegen irreführender Werbung abgemahnt. Die Angabe der Plattform („Wir überweisen dir dein Geld direkt auf dein Konto“) sei irreführend. Die Auszahlung soll zunächst auf ein internes virtuelles Konto laufen. Der Fall liegt inzwischen vor dem Landgericht Düsseldorf.
Zudem kritisiert der vzbv manipulativ wirkende Google-Bewertungen. Während Nutzer schlechte Bewertungen abgeben, wirbt Cleverbuy mit einem deutlich besseren Gesamtergebnis. Das Unterlassungsverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf wurde bereits erfolgreich beendet.
Cleverbuy steht damit zunehmend unter Druck, und weitere rechtliche Schritte sind nicht ausgeschlossen. Nutzer sollten weiterhin auf ihr Geld bestehen und sich beraten lassen. Bis Cleverbuy nachweislich wieder zuverlässig auszahlt, ist Abstand vom Anbieter ratsam.