29. März 2026, 19:05 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Amazon ist eines der größten und bekanntesten Unternehmen. Entsprechend gibt es insgesamt auch viele Arbeitsstellen im Konzern, auf die sich Menschen aus aller Welt bewerben. Mitunter kann das aber unliebsame Folgen haben, wie jetzt bekannt wurde. So hat Amazon einen nordkoreanischen Spion bei sich entlarvt.
Amazon entdeckte nordkoreanischen Mitarbeiter
Das isolierte Regime in Fernost schreibt seit jeher zweifelhafte Schlagzeilen, sei es mit politischen Provokationen oder mit Nachrichten über Spionage und Cyberangriffe. Die Regierung hat dort alles fest unter ihrer Kontrolle, darunter auch die Smartphones der Bevölkerung. Und offenbar unterwandern Bürger des Landes mitunter westliche Unternehmen.
So berichtet jetzt das Wirtschaftsmagazin „Bloomberg“, dass Amazon jüngst einen nordkoreanischen Mitarbeiter gefeuert hat. Dieser konnte beim Versandriesen anheuern, weil eine externe Firma den Einstellungsprozess übernommen hatte. Zudem war eine falsche Identität im Spiel, weshalb der Maulwurf zunächst nicht aufflog.
Amazon schickte dem noch unbekannten nordkoreanischen Mitarbeiter einen Laptop in den US-Bundesstaat Arizona. Auf dem Rechner befand sich eine vorinstallierte Sicherheitssoftware. Diese registrierte wenig später eine bestimmte Auffälligkeit: Die Tastaturanschläge, die an Amazons Server gesendet wurden, kamen mit einer ungewöhnlich langen Verzögerung von 110 Millisekunden an. Normal sind aber nur einige Dutzend Millisekunden.
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Wiederholungstäterin als Mittlerin
Das sei laut Amazons Chief Security Officer Stephen Schmidt der Hinweis gewesen, dass sich die Person weit entfernt befand – weiter als Arizona. Man beobachtete das Treiben des Mitarbeiters noch für einige Tage, ehe man ihm kündigte. Wie sich später herausstellte, gehörte die auf seiner Bewerbung angegebene Adresse zu seiner Frau. Sie stellte den Laptop in ihrer Wohnung auf, verband ihn mit einem nordkoreanischen Server und nahm sogar dessen Gehalt an und leitete das Geld weiter.
Die Frau ist keine Unbekannte und heißt Christina Chapman. Laut einem US-Strafverfahren soll sie nordkoreanische IT-Kräfte in insgesamt 300 US-Unternehmen eingeschleust haben, wofür man sie verurteilte.
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Immer mehr nordkoreanische Bewerbungen bei Amazon
Aufgrund der Tastaturverzögerungen suchte Amazon dann gezielt nach nordkoreanischen Arbeitern und wurde fündig. Zum Glück soll er keinen Zugriff auf wichtige Informationen gehabt haben. IT-Maulwürfe generieren Einnahmen für Nordkorea, im schlimmsten Fall kommen sie außerdem an wertvolle Daten.
Laut Amazon habe man bereits eine vierstellige Anzahl an Bewerbungen erhalten, die man als nordkoreanische Betrugsversuche erkannt hatte. 2025 hätte das Phänomen stark zugenommen. Die Bewerbungen würden dabei immer gleiche Muster wiederholen. Dazu gehört unter anderem die Nennung der gleichen ausländischen Bildungseinrichtungen und ehemaligen Arbeitgeber, deren Verifikation nicht einfach ist. Zudem würden sich immerzu Probleme mit bestimmten Eigenheiten der englischen Sprache zeigen.