Setzt AliExpress auf Audiosignale, um seine Nutzer heimlich zu tracken? Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann
25. August 2026, 17:33 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Cookies sind längst nicht die einzige Möglichkeit, Nutzer im Internet wiederzuerkennen. Einem Bericht zufolge setzte AliExpress auf eine deutlich unauffälligere Tracking-Methode, die sogar ohne gespeicherte Daten im Browser auskommt.
Verstecktes Tracking im Hintergrund
Viele Webseiten nutzen Cookies, um Besucher wiederzuerkennen oder Einstellungen zu speichern. Die chinesische Shopping-Plattform AliExpress soll laut aktuellen Berichten jedoch auf ein anderes Tracking-Verfahren gesetzt haben. Demnach wurden im Hintergrund der Website Skripte ausgeführt, die unhörbare Audiosignale erzeugten, ohne dass Nutzer davon etwas bemerkten.
Die Technik arbeitete laut Bericht vollständig im Verborgenen. Zwar wurde ein Tonsignal abgespielt, die Lautstärke lag jedoch bei null. Für Nutzer war weder zu hören noch zu erkennen, dass im Browser eine Audioverarbeitung stattfand. Ziel soll gewesen sein, Geräte eindeutig identifizieren zu können, ohne auf klassische Cookies angewiesen zu sein.
Das Verfahren basiert darauf, dass jedes Gerät Audiosignale minimal unterschiedlich verarbeitet. Prozessor, Soundchip, Treiber, Betriebssystem und Browser beeinflussen das Ergebnis jeweils auf ihre eigene Weise. Obwohl das ursprüngliche Signal identisch ist, entstehen dadurch kleine Abweichungen.
Diese Unterschiede lassen sich zu einem digitalen Fingerabdruck zusammenfassen. Die Website kann ein Gerät dadurch bei späteren Besuchen erneut erkennen. Das funktioniert auch dann, wenn keine Cookies gespeichert wurden. Nach Angaben des Berichts beschränkte sich die Datenerfassung zudem nicht allein auf die Audiomessungen. Erfasst worden sein sollen auch Informationen über die Hardware, Display-Einstellungen und die Interaktion der Nutzer mit der Website.
Erkannt hat man das Verfahren offenbar nur durch einen Zufall. Wie das Technikportal „TechSpot“ berichtet, bemerkte ein Entwickler Probleme mit seinen Bluetooth-Kopfhörern, sobald ein Tab mit AliExpress geöffnet war. Die Kopfhörer wechselten nicht mehr korrekt zwischen Computer und Smartphone. Nach dem Schließen der Website verschwand das Problem wieder.
Bei einer anschließenden Untersuchung des Quellcodes stieß der Entwickler laut Bericht auf Skripte, die mithilfe der sogenannten Web Audio API entsprechende Messungen durchführten. Solche digitalen Fingerabdrücke werden unter anderem zur Betrugserkennung eingesetzt. Datenschützer sehen jedoch kritisch, dass sich dieselbe Technik auch dazu nutzen lässt, Nutzer ohne ihr Wissen zu verfolgen und über längere Zeiträume hinweg wiederzuerkennen.
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