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Beim Online-Shopping

Was sind personalisierte Preise – und kann man sich davor schützen?

Personalisierte Preise beim Online-Shopping
TECHBOOK erklärt, was hinter personalisierten Preisen beim Online-Shopping stecktFoto: Getty Images

„Personalisierte“ Preise sind solche, die auf Käufer angepasst sind. Konkret würde das bedeuten, dass Sie z. B. für das gleiche Produkt im selben Shop mehr bezahlen sollen als ein anderer Kunde. TECHBOOK erklärt, wie es dazu kommt und was Experten empfehlen, um sich vor personalisierten Preisen zu schützen.

Preise in Online-Shops ändern sich ständig. Kein Wunder, dass man da schon mal den Überblick verlieren kann. Dabei spielt unter anderem die Marktsituation und Nachfrage nach Produkten bzw. Dienstleistungen eine Rolle. Doch daneben gibt es auch die sogenannten personalisierten Preise.

Was sind personalisierte Preise?

Anders als die bekannten dynamischen Preise, die auch von z. B. Tages- oder Jahreszeit oder besonderen Ereignissen abhängen können, richten sich personalisierte Preise nach der vermeintlichen Kaufkraft potenzieller Kunden. Diese werden unter Berücksichtigung verschiedener Parameter ermittelt, dazu später mehr. Die individualisierten Preise zielen darauf ab, die Preisbereitschaft möglicher Käufer zu erkennen und maximal auszureizen.

In Deutschland sind personalisierte Preise bislang nicht hinreichend erforscht und dokumentiert. Analysten gehen jedoch fest davon aus, dass diese Art von Preisdiskriminierung bei uns ein Problem ist. Und schaut man ins Ausland, so gelten personalisierte Preise längst als nachgewiesen. Beispielsweise in den USA sei es bekannt, dass etwa für iPhone-Nutzer höhere Preise aufgerufen werden als für Verwender von Android-Smartphones.

Wie werden personalisierte Preise ermittelt?

Neben dem Gerät, das der potenzielle Käufer beim Online-Shopping nutzt, gibt es einige weitere personenbezogenen Kriterien, die in die Generierung personalisierter Preise einfließen. Darunter beispielsweise ihr Wohnort. Und auch anhand ihrer Kaufhistorie werden Nutzer bestimmten Kundengruppen zugeordnet und diesen dann wiederum eine vermeintliche Preisbereitschaft. Dafür kommen Algorithmen zum Einsatz. Wer also ein beispielsweise ein Apple-Gerät nutzt, in einer teureren Stadt lebt und des Öfteren hochpreisige Produkt kauft, landet schnell in einer Gruppe, deren Angehörige als besonders preisbereit gelten.

Gefahren für Kunden

Natürlich kann es passieren, dass Preisindividualisierungen auch mal für Kunden vorteilhaft sind. Denn noch mal zum Verständnis: Die Vorgehensweise soll Händlern möglichst viele Kaufabschlüsse ermöglichen. Weniger zahlungskräftigen Verbrauchern werden daher auch mal günstigere Preise angezeigt, welche sie zu zahlen bereit sind. Kaufkräftigere Kunden müssen dagegen oft mehr zahlen, als ursprünglich vorgesehen war.

Die Algorithmen bieten noch weitreichendere Möglichkeiten. Davor warnt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. So könnte ein Fahrdienst zum Beispiel seine Preise mit dem Stand des Handy-Akkus seiner Fahrgäste verknüpfen. Eine mögliche Theorie nämlich: Bei einem niedrigen Akkustand ist der der Kunde vermutlich gestresst und eher bereit, einen höheren Preis zu bezahlen.

So können Sie sich schützen

Je weniger Daten ein Unternehmen hat, desto weniger Grundlagen hat es für die Gestaltung individueller Preise. Verbraucher gehen daher am besten generell sparsam mit ihren Daten um. Sinnvoll ist es, Cookies in den Browser-Einstellungen regelmäßig zu löschen. Zusätzlich verbirgt der private Modus (manchmal: Inkignitofenster) des Internet-Browsers Spuren im Netz, erinnert Verbraucherschützerin Halm.

Besonders wichtig: Achten Sie auf das Kleingedruckte, wenn Sie einen Kauf abschließen wollen. Entsprechend einer neuen EU-Richtlinie müssen Online-Händler und -Marktplätze nämlich zumindest darauf hinweisen, wenn sie mit personalisierten Preisen arbeiten.

Quellen

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