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In 99 Prozent aller Websites

Dieser 30 Jahre alte Code hält das Internet am Laufen

Ohne JavaScript kein Internet – klingt übertrieben, ist es aber nicht
Ohne JavaScript kein Internet – klingt übertrieben, ist es aber nicht Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

5. Dezember 2025, 18:30 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

JavaScript wird 30 – und blickt auf eine erstaunliche Geschichte zurück. Was als hastig gebauter Prototyp begann, dominiert heute fast das gesamte Web.

Vom schnellen Prototyp zur Erfolgsstory

Als Netscape Communications und Sun Microsystems im Dezember 1995 JavaScript ankündigten, konnte keiner wissen, wie populär die Programmiersprache mal werden würde. Eine Erhebung der Entwickler-Plattform Stack Overflow zeigt, dass JavaScript auch 2025 mit 66 Prozent Anteil am weitesten verbreitet ist – selbst vor HTML, SQL und Python.

Dabei stammt die Programmiersprache aus bescheidenen Anfängen. Entwickler Brendan Eich sollte eine einfache Sprache für den Netscape-Browser entwerfen, die interaktive Websites ermöglicht. Eich bastelte in einem wahrhaftigen, zehntägigen „Hackathon“ einen internen Prototypen zusammen, wie „Ars Technica“ berichtet. Version 1.0 folgte zwar erst im März 1996, doch heute laufen nahezu 99 Prozent aller Websites auf Ablegern von Eichs Code.

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Eich orientierte sich syntaktisch an der Programmiersprache Java, doch bis auf den Namen hat JavaScript damit wenig zu tun. Und während Java-Applets von Websites mittlerweile praktisch verschwunden sind, kommt JavaScript auch abseits des Webs auf Servern, in mobilen Apps und sogar in Desktopsoftware zum Einsatz.

„Bill Gates hat herumgemeckert“

Der rasante Aufstieg von JavaScript führte zu Unstimmigkeiten, die Entwickler noch heute beschäftigen. „Bill Gates hat herumgemeckert, dass wir JS ständig anpassen“, schreibt Eich auf seinem persönlichen Blog. Microsoft erstellte mit JScript seine eigene Version für Internet Explorer und trug damit maßgeblich zu den berüchtigten Browserinkompatibilitäten der 90er-Jahre bei.

Vor dem endgültigen Namen durchlief die Sprache mehrere Bezeichnungen. Eich nannte den Prototypen „Mocha“, für den Release von Netscape 2.0 wurde die Sprache jedoch in „LiveScript“ umbenannt. Im Dezember 1995 wurde die Vereinbarung zwischen Netscape und Sun finalisiert und in Anlehnung an Java wurde der Name JavaScript gewählt. Der Name sorgte Jahrzehnte für Verwirrung, da Java und JavaScript außer ihrer Syntax kaum Gemeinsamkeiten haben.

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