24. April 2026, 17:44 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer sich gerne auf Schmuddelseiten aufhält, sollte jetzt Vorsicht walten lassen. Insbesondere sollten Porno-Gucker ihre Kamera nach Möglichkeit abdecken. Es drohen sonst nicht nur unangenehme Aufnahmen, sondern auch Erpressung.
Porno-Gucker sollten Kamera abdecken
Das geht jedenfalls aus einem neuen Blog-Eintrag der Sicherheitsforscher bei Proofpoint hervor. Ihren Ausführungen nach sei aktuell eine neue Malware im Umlauf. Hierbei soll es sich um einen sogenannten Infostealer handeln, der allerlei Daten ausliest und in Textform weitergibt. Doch das ist noch nicht alles. Eine weitere Komponente der neuen Angriffs-Kampagne dringt besonders in die Privatsphäre der Betroffenen ein.
Deshalb sollten vor allem Porno-Gucker unbedingt ihre Kamera absichern. Denn dem Bericht nach würde die tückische Software auf infizierten Browsern sofort erkennen, sobald jemand eine erotische Website aufruft. Dies geschieht, indem sie die Seite nach Schlagworten wie „Sex“ oder „Porn“ absucht. In einem solchen Fall würde sie umgehend einen Screenshot vom Desktop aufnehmen und im Anschluss auch die Webcam anzapfen, um eine Aufnahme der Person davor zu machen.
Die Fotos würden sich später für Erpressungsversuche eignen. Deshalb sollten Porno-Gucker zumindest ihre Kamera abdecken und sich so vor ungewollten Aufnahmen schützen. Es ist nicht das erste Mal, dass Besucher von Pornoseiten ins Visier von Betrügern geraten. Oft geht es aber um Briefe oder E-Mails, die sich leichter ignorieren lassen. Dass eine Malware Bilder macht, sei zwar kein Einzelfall, aber insgesamt doch recht selten. Porno-Gucker sollten also ihre Kamera möglichst schützen.
Das sind die fiesen Tricks der Phishing-Betrüger
Kriminelle nutzen echte Telekom-Mails für Datenklau
Umfangreicher Datendiebstahl möglich
Wie die Experten von Proofpoint weiter ausführen, kann im breiten Umfang zum Abgreifen von Daten kommen, die dann auf verschiedenen Kanälen weitergegeben werden. Die gestohlenen Informationen können von Bankdaten, Sitzungsdaten, Cookies, Zugangsinformationen, Log-ins, E-Mail-Daten, Systeminformationen bis hin zu Tastatureingaben reichen. Die Weitergabe erfolgt unter anderem über Discord, Telegram, SMTP oder Filehoster.
Malware kommt per Phishing-Mail
Dem Bericht nach soll die aktuelle Schadsoftware auf der Open-Source-Malware Stealerium basieren. Das heißt, sie ist öffentlich zugänglich und das wohl bereits seit 2022. Cyberkriminelle können sie sich also ganz einfach herunterladen und für ihre Zwecke modifizieren.
Trotz ihres Alters kam es gerade in jüngerer Zeit zu einem vermehrten Angriffsaufkommen. Besonders im Zeitraum Mai bis August 2025 konnte man demnach einen Anstieg der Kampagnen registrieren. Hauptvertriebsweg der Malware sollen vor allem Phishing-E-Mails sein, in denen es angeblich um dringliche Banken- oder Gerichtsangelegenheiten gehen soll. Betroffene sollten also besonders vorsichtig mit Nachrichten unbekannter Absender sein und am besten unsere Tipps zum Erkennen von Phishing-Mails beherzigen. Schon ein einziger Klick könnte bereits verheerend sein.