9. Oktober 2025, 18:44 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Das Y2K38-Problem betrifft Systeme, die weltweit in vielen Bereichen eingesetzt werden. Besonders kritisch ist dies für industrielle Steuerungssysteme und kritische Infrastrukturen, da es zu Kettenreaktionen kommen kann.
Vor rund 25 Jahren sorgte das sogenannte Jahr-2000-Problem für große Verunsicherung. Ursache war eine veraltete Programmierweise aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die nur die letzten beiden Ziffern eines Jahres speicherte. Viele befürchteten, dass Computersysteme zum Jahrtausendwechsel ausfallen könnten. Dank umfangreicher Korrekturen blieb der befürchtete Zusammenbruch aus. Nun warnen Fachleute jedoch vor einem ähnlichen Risiko – dem sogenannten Y2K38-Problem, das vor allem Unix-basierte Systeme betrifft.
Hintergrund und technische Ursache
Das Y2K38-Problem beruht auf der Art und Weise, wie die Unix-Zeit gezählt wird. Diese Form der Zeitmessung speichert die vergangene Zeit seit dem 1. Januar 1970 als fortlaufende Sekunden in einer 32-Bit-Ganzzahl. Diese Zahl kann maximal 2.147.483.647 darstellen. Ist dieser Wert erreicht, beginnt der Zähler wieder bei –2.147.483.647. Das entspricht dem 13. Februar 1901 – ein Datum, das für Computersysteme außerhalb ihres erwarteten Zeitrahmens liegt.
Der kritische Zeitpunkt wird am 19. Januar 2038 erreicht, wie „Security Week“ berichtet. Betroffen sind alle Systeme, die auf der klassischen 32-Bit-Darstellung der Unix-Zeit basieren. Dazu zählen Betriebssysteme wie Linux oder MacOS, aber auch viele eingebettete Systeme in Alltagsgeräten wie Autos, Router, Smart-TVs oder E-Book-Readern.
Mögliche Folgen und Risiken
Fachleute befürchten, dass das Y2K38-Problem gravierendere Auswirkungen haben könnte als der Millennium-Bug. Da heute deutlich mehr Systeme digital vernetzt sind, ist das potenzielle Schadensausmaß erheblich größer. Besonders kritisch wäre ein Ausfall in industriellen Steuerungen, im Militär oder in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Energieversorgung und Verkehr.
Ein Überlauf des Unix-Zählers könnte dazu führen, dass Software falsche Zeitangaben verarbeitet, Prozesse abstürzen oder gespeicherte Daten Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall könnten Systeme versagen, auf die Menschen angewiesen sind.
Noch bleibt Zeit, die betroffenen Systeme auf eine 64-Bit-Zeitdarstellung umzustellen, die den Zähler weit über das Jahr 2038 hinaus nutzbar macht. Der Aufwand dürfte allerdings, ähnlich wie bei der Vorbereitung auf den Millennium-Bug, beträchtlich sein.