Wegen Corona-Pandemie

Microsoft setzt Windows-Updates aus, damit PCs nicht ausfallen

Frau mit Laptop
Wer von zu Hause aus arbeitet, ist auf ein funktionsfähiges Arbeitsgerät angewiesen
Foto: Getty Images

Nach zahlreichen Fehltritten mit fehlerhaften Windows-Updates, wagt Microsoft nun einen großen Schritt: Optionale Updates werden ab Mai ausgesetzt, damit Systeme stabil weiterlaufen.

Da uns das Corona-Virus zum „Social Distancing“ zwingt, müssen viele Menschen nun wochenlang von zu Hause aus arbeiten. Das ist oft eine große Umstellung und erfordert, dass die Systeme, mit denen man arbeitet, reibungslos funktionieren. Windows-Updates waren in der Vergangenheit nicht immer zuverlässig und stabil. Viele haben bei Nutzern zu Löschungen, Fehlern und sogar Komplettausfällen geführt. Für jemanden, der zu Hause arbeitet und nicht sofort technischen Support bekommen kann, ist das ein großes Problem. Um dem vorzubeugen, ergreift Microsoft deshalb nun drastische Maßnahmen.

Optionale Updates komplett ausgesetzt

In seinem Nachrichtenzentrum hat Microsoft folgende Bekanntmachung eingestellt:

„Wir haben die öffentlich Gesundheitssituation evaluiert und haben verstanden, dass dies unsere Kunden betrifft. In Reaktion auf diese Herausforderungen priorisieren wir unseren Fokus auf Sicherheitsupdates. Ab Mai 2020 werden wir alle optionalen Nicht-Sicherheit-Updates (C- und D-Updates) für alle unterstützen Version von Windows für Verbraucher- und Server-Gebrauch (Ab Windows Server 2008 SP2 bis Windows 10, Version 1909) pausieren. Es gibt keine Änderung der monatlichen Sicherheitsupdates (B-Updates – Update-Dienstag); diese werden wie geplant fortgesetzt, um Betriebe am Laufen und Kunden sicher und produktiv zu halten.“

Die Buchstaben „B“, „C“ und „D“ stehen für den jeweiligen Update-Zyklus. Kritische Sicherheitsupdates (B-Updates) werden in der zweiten Woche jedes Montag ausgespielt, gefolgt von den optionalen C-Updates in der dritten und D-Updates in der vierten Woche (A-Updates gibt es nicht). B-Updates werden von Windows automatisch aufgespielt, während optionale Updates von den Nutzern selbst installiert werden müssen.

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Microsoft ist spät dran

Während TECHBOOK zwar Microsofts Maßnahmen begrüßt, finden wir, dass das Unternehmen etwas spät auf die jüngsten Geschehnisse reagiert. Viele Menschen arbeiten bereits seit Wochen im Homeoffice und sind daher zu 100 Prozent auf ihre Arbeitsgeräte angewiesen. Zwar werden die meisten auch im April wahrscheinlich weiterhin zu Hause arbeiten.

Auch sind es bei weitem nicht nur optionale Updates, die bei Nutzer zu Problemen führen. In der Vergangenheit waren es auch oft die Sicherheitspatches, die Ausfälle verursachten. Angesichts des deutlich gestiegenen Anteils an Menschen, die von zu Hause aus arbeiten müssen, wäre es deshalb besser, Microsoft würde Windows-Updates zumindest für die Verbraucher-Version des Betriebssystems komplett pausieren.

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