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Browser-Aus

Microsoft verkündet das Ende des Internet Explorers

Microsoft schaltet den Internet Explorer ab
Der Internet Explorer war seit Windows 95 stets vorinstalliert – was dem Browser einen sehr hohen Marktanteil verschaffte.Foto: dpa picture alliance

Der Internet Explorer war der Browser schlechthin. Einst hatte er einen Marktanteil von fast 95 Prozent, doch das ist längst Geschichte.

Nach fast 26 Jahren ist nun endgültig Schluss. Der Internet Explorer, ursprünglich als Teil von Windows 95 erschienen, wird kaum noch genutzt – aus gutem Grund. Die komplexe und langsame Software kann nicht mithalten im Zeitalter des mobilen Internets. Bereits 2015 hat Microsoft die Entwicklung zugunsten des Edge-Browsers eingestellt. Edge funktioniert sowohl auf Laptop und Desktop als auch auf Smartphone und Tablet. Jetzt hat das Unternehmen offiziell das Ende des Relikts aus den Anfangstagen des Internets angekündigt.

Der Internet Explorer verschwindet aus Windows

Sean Lyndersay, Programm-Manager für Microsoft Edge, schreibt auf dem Windows-Blog, dass das Unternehmen Support für den Internet Explorer am 15. Juni 2022 einstelle. Das ist keine Überraschung, denn bereits vergangenes gab Microsoft den Zeitplan für die Abschaltung von Internet Explorer für bestimmte Apps bekannt. So unterstützt Microsoft Teams seit November 2020 nicht mehr den Browser, im August 2021 soll dann die Office-Suite Microsoft 365 folgen.

Die Abschaltung betrifft vorerst nur die Verbraucher-Versionen von Windows 10 (Home, Pro und Education). Das bedeutet, dass Microsoft das Programm nicht mehr als Teil des Betriebssystems mitliefert. Die Enterprise-Versionen für Unternehmen soll hingegen noch über Unterstützung für den Alt-Browser verfügen.

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Warum stellt Microsoft den Alt-Browser nicht einfach gleich ein?

Das Problem ist, dass viele Unternehmen weiterhin ältere Web-Anwendungen verwenden, die nur mit dem Internet Explorer funktionieren. Damit setzen sie zwar auf die einfachere Lösung, häufen aber „technische Schulden“ an, anstatt auf eine nachhaltigere Alternative umzustellen. Deswegen bezeichnet Microsoft den Internet Explorer auch nur noch als eine Kompatibilitätslösung für ältere HTML-Anwendungen, die in neueren Browsern nicht laufen.

Laut Microsoft haben Unternehmen im Schnitt noch 1678 Webseiten und Anwendungen, die den Internet Explorer benötigen. Damit Unternehmen ihre alte Software noch nutzen können, hat Microsoft die neuere, Chromium-basierte Version des Edge-Browsers mit dem IE-Modus ausgestattet. Edge kann damit Seiten öffnen, die sonst nur mit dem Internet Explorer 11 funktionieren würden. Somit ist es möglich, mit Edge sicher und schnell im Internet unterwegs zu sein – und trotzdem ältere Software im gleichen Browser zu nutzen.