Die Idee klingt verlockend: Ausrangierte Computer als persönliche Goldquelle nutzen und damit vielleicht sogar reich werden. Tatsächlich enthalten viele elektronische Bauteile geringe Mengen des Edelmetalls. Doch wie realistisch ist es, daraus profitabel Gold zu gewinnen?
Gold steckt tatsächlich in alten Computern
Gold findet sich in vielen elektronischen Geräten – etwa auf Leiterplatten, Steckkontakten und in bestimmten Prozessoren. Der Grund: Das Edelmetall leitet Strom zuverlässig und ist gleichzeitig äußerst korrosionsbeständig. Wie viel Gold enthalten ist, hängt allerdings stark von Gerät und Bauteilen ab. Studien nennen bei Leiterplatten Werte von etwa 39 bis über 300 Gramm Gold pro Tonne Material.
Das macht Elektroschrott durchaus zu einer Art „urbaner Goldmine“. Dachte sich auch ein Bastler, der angeblich sechs Jahre lang Computerschrott nach dem Edelmetall durchforstete und daraus mithilfe von zwei Chemikern mehrere Barren goss – in der Hoffnung, das große Geld zu machen. Doch das Vorhaben endete in einer Enttäuschung: Ein Goldankäufer analysierte die handgemachten „Goldbarren“ und fand darin verschiedene Metalle, aber kein Gold. Festgehalten wurde der Moment in einem Video, das derzeit über Instagram die Runde macht:
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In dem Video wird deutlich: Wer Gold aus Computerschrott gewinnen will, kann die Geräte nicht einfach einschmelzen. Professionelle Recyclingbetriebe zerlegen die Elektronik zunächst und sortieren die wertvollen Leiterplatten und Bauteile aus. Anschließend werden die Materialien mechanisch und chemisch aufbereitet, um die enthaltenen Metalle voneinander zu trennen und das Gold zurückzugewinnen.
Die Verfahren sind aufwendig und können mit gefährlichen Stoffen und Prozessen verbunden sein. Giftige Dämpfe und problematische Abfälle machen die Goldgewinnung aus Elektroschrott zu einer Aufgabe für spezialisierte Recyclinganlagen – und nicht für die heimische Garage. Wer im Internet entsprechende Anleitungen findet, sollte deshalb äußerst vorsichtig sein.
Wie viel Elektroschrott für einen Goldbarren nötig ist, hängt entscheidend von dessen Goldgehalt ab. Enthält eine Tonne Leiterplatten beispielsweise 39 Gramm Gold, wären theoretisch mehr als 25 Tonnen Leiterplatten nötig, um auf ein Kilogramm Gold zu kommen. Dabei handelt es sich bereits um eine Idealrechnung, denn bei der Verarbeitung geht ein Teil des Edelmetalls verloren.
Noch ernüchternder wird die Rechnung bei gewöhnlichem Computerschrott: Untersuchungen zeigen, dass für ein Kilogramm Gold rund 50 Tonnen Desktop-Computerschrott erforderlich sein können. Der wahre Kern des viralen Videos bleibt also bestehen: Gold aus Elektroschrott lässt sich tatsächlich zurückgewinnen. Der schnelle Weg zum Eigenheim ist es aber ganz sicher nicht.
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