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High-Tech für 150 Euro

Corona-Maske mit App? Airpop Active+ Halo im Test

Airpop Active+ Halo
Sieht zwar gut aus, aber im Praxistest konnte uns die Maske leider nicht überzeugenFoto: TECHBOOK

Airpop ist hier Vorreiter bei smarten Masken und bringt mit der Active+ Halo eine Mund-Nasen-Bedeckung, die viel mehr können soll, als das Umfeld vor Corona zu schützen. TECHBOOK hat das 150 Euro teure Waerable vorab getestet.

Mund-Nasen-Bedeckungen oder kurz einfach Masken sind zum wesentlichen Bestandteil unseres Lebens außerhalb der eigenen vier Wände geworden. Da war es klar, dass es früher oder später auch eine smarte Maske mit App geben wird. Diese kommt nun Anfang März in Form der „Airpop Active+ Halo“ auch nach Deutschland. Für den hohen Preis bringt sie aber auch einiges an Funktionen und Lieferumfang mit.

Was die Airpop Active+ Halo den Käufern verspricht

  • Eine waschbare, recht feste Stoffmaske (Mesh) als Mantel
  • Vier Filter zum Einlegen in die Maske (jeder davon mit einer Tragedauer von 40 Stunden)
  • Ein smarter Sensor (Halo) im Maskenmantel, der mit der Smartphone-App interagiert:
    • zur Messung der Atemfrequenz
    • zur Anzeige der Filter-Lebensdauer
    • zur Anzeige der Feinstaubbelastung in Ihrer Stadt
    • und damit der Anzeige der herausgefilterten Schadstoffpartikel
  • KN95-Zertifizierung und damit in Deutschland genauso einsetzbar wie FFP2-Masken

Die Airpop Active+ Halo im Alltagstest

Im Praxistest hat die TECHBOOK-Redaktion vier Bereiche festgelegt, anhand derer die Airpop Active+ Halo untersucht wird. Daraus ergibt sich ein Gesamteindruck des Produkts und somit unser Fazit.

Airpop Active+ Halo Außenhülle
Die Airpop Active+ Halo mir eingesetztem SensorFoto: TECHBOOK

Kosten und Nachhaltigkeit

Im ersten Moment erschlägt einen der hohe Kaufpreis von 150 Euro für die Maske mit den vier Filtern. Dafür bekommen Nutzer eine Tragedauer von 160 Stunden (40 Stunden pro Filter). Weitere Filter können im 4er-Pack zu 25 Euro nachgekauft werden.

Im Vergleich zu FFP2-Masken, die nach einem Tag gewechselt werden sollten, schneiden zumindest die Filterpreise nicht schlecht ab. Geht man davon aus, dass man für 25 Euro 30 FFP2-Masken bekommt und diese jeweils 4 Stunden trägt, kommt man auf 120 Stunden Tragedauer gegenüber der 160 Stunden bei den Airpop-Filtern. In jedem Fall wird bei Airpop aber weitaus weniger Masken-Müll anfallen. Eine 1-zu-1-Vergleichbarkeit der Kosten ist aber schwer, da FFP2-Maskenpreise stark abweichen.

Die Filter von AirPop bieten außerdem den Tragenden nachweislich Schutz gegen Bakterien und Feinstaub in der Luft. Das ist bereits der erste Hinweis für den eigentlichen Verwendungszweck der Airpop Active+ Halo!

Filter in Airpop
Angebrachter Filter in der Airpop Active+ HaloFoto: TECHBOOK

Rechnet man die Filter aus dem Kaufpreis von 150 Euro heraus, bleiben 125 Euro für die eigentliche Maske und den Halo Sensor, der mit einer mitgelieferten Knopfbatterie betrieben wird. Für ein in Fernost produziertes Produkt mit den vorliegenden Spezifikationen ein doch recht happiger Preis, der sich bei langer Nutzung über die Filter aber zumindest amortisieren kann.

Einrichtung, App und Datenschutz

Die Einrichtung der Maske funktionierte im test problemlos, Batteriekontakt des Sensors herstellen, App laden, Maske über Bluetooth verbinden und einrichten. Danach QR-Code auf dem Filter-Tütchen scannen, damit die App registrieren kann, wie der Filter noch durchhält. Wenn Sensor und Filter in der App hinterlegt sind, heißt es nur noch beides ineinander stecken und los geht es.

Beim Thema Datenschutz betrachten wir vor allem, welche Daten die App erhebt. Und hier muss man sagen, dass man sich doch recht gläsern fühlt. Angemeldet wird sich nämlich mit der eigenen Handynummer. Eine Vorgehensweise, die einem erstmal sauer aufstößt. Die App möchte zusätzlich Standortzugriff und bekommt durch die Atemmessung nicht zuletzt auch noch Gesundheitsdaten oben drauf. Uns ist das etwas zu viel des Guten.

Tragekomfort und Einsatzmöglichkeiten

Dieser Punkt ist bei der Airpop Active+ Halo besonders wichtig. Denn wie man schnell bemerken dürfte, handelt es sich in erster Linie eben nicht um eine Mund-Nasen-Bedeckung, die FFP2-Masken den Kampf ansagen möchte. Vielmehr geht es darum, die Maske im Alltag zu tragen, um sich vor Luftverschmutzung und Bakterien zu schützen. Die gute Nachricht für kleine Gesichter zuerst: Die Bändel lassen sich in der Länge verstellen.

Airpop Active+ Halo im Gesicht
Sieht gut aus, aber fühlte sich nicht ganz so gut anFoto: TECHBOOK

Im Test saß die Maske aber leider nicht wirklich gut. Das ist natürlich je nach Gesicht sehr individuell und im Internet finden sich auch andere Meinungen. In unserem Fall fühlte es sich so an, als würden ein bis zwei Zentimeter Maskenlänge fehlen. Das führte dazu, dass vor allem der Gummiring an der Innenseite des Filters unangenehm an der Nase zog.

Alles in allem geht der Schutz vor Feinstaub und Bakterien zu Ungunsten des Tragekomforts.

Smarte Funktionen

Die smarten Funktionen befinden sich laut Hersteller noch in der Optimierungsphase. Ein abschließendes Urteil über die Funktionsweise kann man also erst beim Release im März treffen. Der Atmungstracker lieferte demnach – wie vom Hersteller angekündigt – noch keine verlässlichen Ergebnisse.

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Screenshot Airpop
Die App zur Airpop Active+ HaloFoto: TECHBOOK

Wenn er dann funktioniert, lassen sich per App (iOS und Android) aber zum Beispiel unterschiedliche Aktivitäten auswählen. So kann die Maske beim Joggen getragen werden, um die Atemaktivität zu messen. Für Sportler also eine Optimierungsmöglichkeit. Da das Atmen mit Filter aber schwerer fällt, sollte dieser beim Sport herausgenommen werden.

Lesen Sie bei den Kollegen von FITBOOK: Was der VO2max-Wert über Ihre Ausdauer verraten kann

Fazit + Video zur Airpop Active+ Halo

Am Ende fällt unser Testfazit geteilt aus. Die Airpop Active+ Halo ist zwar innovativ und eigentlich auch ein sinnvolles Health-Wearable. In Deutschland dürfte die Zielgruppe aber maximal spitz sein. Auch hier hat man mit schlechter Luft zu kämpfen, aber nicht in dem gleichen Maße wie in Ländern, für die die Maske entwickelt wurde.

Active+ Halo mit Corona-Masken in einen Topf zu werfen, wird ihr nicht nur nicht gerecht, sondern führt am Ende nur zu Verwirrung und wie der Test zeigt, zu einer Enttäuschung. Wer sich aber gegen Bakterien und verschmutzte Luft schützen möchte, hat nun eine Corona-konforme Möglichkeit dies zu tun. Insofern: Nichts für die Masse, aber toll für den oder die Einzelne.