Gemeinsam weniger einsam

Die 5 besten Programme für den Video-Chat

junges Paar im Video-Chat
Video-Chat-Programme sind derzeit sehr beliebt
Foto: Getty Images

Viele Menschen arbeiten derzeit aus dem Home Office. Auch privat wird in Zeiten von Corona geraten, die sozialen Kontakte möglichst einzuschränken. Per Video-Chat lässt sich dennoch mit Familie, Freunden und Kollegen in Verbindung bleiben. TECHBOOK stellt die 5 besten Programme dafür vor.

Gerade in der aktuellen Zeit suchen viele nach einer Möglichkeit, mit den Lieben in Kontakt zu bleiben, ohne das Haus verlassen zu müssen. Das geht übers Telefon und Messenger sicherlich ganz gut. Besser ist es oftmals aber, den oder die Gesprächspartner live zu sehen. Genau hier setzen Video-Chat-Programme an, die die Live-Übertragung per Kamera auf dem Smartphone, dem Laptop oder Desktop-PC erlauben. Sie eignen sich für Einzelchats ebenso wie für Besprechungen in Gruppen.

WhatsApp: Videotelefonie mit bis zu 4 Personen

Warum nicht ein Programm verwenden, das viele Nutzer bereits auf dem Handy haben? WhatsApp eignet sich nicht nur für den simplen Nachrichtenaustausch, sondern auch prima für Videotelefonie. Der Dienst ist kostenfrei und lässt sich dank WhatsApp Web auch auf dem PC nutzen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Verfügbarkeit sowohl auf Android- als auch iOS-Geräten, sodass Anwender plattformübergreifend chatten können. Bis zu vier WhatsApp-Nutzer können an einem Chat teilnehmen, was für Gespräche innerhalb der Familie oder Freunden ausreichend ist. Weniger gut eignet sich der Dienst aber für Besprechungen innerhalb eines großen Teams.

Um einen Video-Chat per WhatsApp zu starten, klicken Anrufer auf den gewünschten Kontakt und dann oben in der Leistung auf das Videokamera-Symbol. Innerhalb einer Gruppe müssen sie zunächst das Symbol mit dem Telefonhörer und dem Plus antippen und dann aus der Teilnehmerliste diejenigen Kontakte auswählen, die sie zum Video-Chat einladen möchten. Ist das erledigt, beginnt der Anruf mit einem Klick auf das Videokamera-Symbol.

Bewertung: Ist weit verbreitet und klappt mit iOS und Android, aber die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

WhatsApp – so funktioniert der Video-Gruppenchat

Microsoft Teams: Die Ablöse von Skype

Besonders in der Business-Welt bekannt und häufig genutzt ist Microsoft Teams. Das Programm ist seit 2017 Teil von Office 365 und ersetzt die bis dahin angebotene Lösung Skype for Business. Im Vergleich zu Skype bietet Teams mehr Optionen für die HD-Videotelefonie aber auch für größere Videokonferenzen. Dazu gehören beispielsweise gemeinsam genutzte OneNote-Notizbücher und Dateiablagen via SharePoint und OneDrive. Auch eine mit dem Outlook-Kalender verknüpfte Terminplanung hat Microsoft in Teams integriert.

Das Programm ist kostenlos und erfordert zur Anmeldung lediglich die Eingabe einer privaten oder geschäftlichen E-Mail-Adresse. Es lässt sich sowohl auf dem PC, aber auch auf Android-Smartphones und iPhones verwenden. Microsoft Teams erlaubt die Teilnahme von bis zu 300 Chatpartnern gleichzeitig und ist weltweit in 40 Sprachen verfügbar. Für Besitzer eines Office 365 Business Premium-Accounts gilt die Personenbegrenzung innerhalb Chats nicht, die Teilnahme ist unbegrenzt.

Bewertung: Verbindet sehr viele Teilnehmer und erlaubt das gleichzeitige Arbeiten an Dokumenten. Dienst aber vor allem für Business-Nutzer interessant.

 

Hangouts verbindet bis zu 10 Personen

Googles Kommunikationsplattform ist etwas aus der Mode gekommen, funktioniert für den video-Chat aber recht gut. Der Dienst erlaubt das Versenden von Textnachrichten, aber auch Sprachanrufe und Videokonferenzen – in der kostenlosen Ausgabe für bis zu 10 Teilnehmer. Praktisch: Hangouts läuft auf iOS- und Android-Smartphones und am Rechner im Browser. Jeder Teilnehmer braucht ein Google-Konto. Wer mag, keine seine Telefonnummer damit verknüpfen und ist dann auch darüber auffindbar.

Bewertung: Funktioniert gut für Nutzer mit verschiedenen Geräteplattformen und Google-Konto.

Facetime: Die Lösung von Apple

Apples Sprach- und Videoanrufe-App ist auf allen Apple-Geräten vorinstalliert – und funktioniert auch nur mit ihnen. Dafür können Nutzer von iPhone, iPad, Mac und Co. damit sehr einfach Videokonferenzen mit ihren Kontakten anstoßen. Das geht entweder aus der App selbst, aus Gruppenchats oder aus dem Kontaktverzeichnis. Gespräche über Facetime sind kostenlos, im Mobilfunknetz verbrauchen sie allerdings Datenvolumen. Bis zu 32 Personen können an einem Video-Chat teilnehmen.

Und: Nutzer brauchen mindestens ein iPhone 6s, iPad Air 2, iPad mini 4 und iOS 12.1.4. Wer ein älteres Gerät hat, das aber iOS 12.1.4 unterstützt, kann sich also trotzdem einwählen, aber dann nur als Audiogast.

Bewertung: Die einfachste Lösung, wenn alle Apple-Nutzer sind. Leichter geht es nicht.

 

Jitsi lässt sich in Slack einfügen

Dieser kostenlose und quelloffene Dienst (bulgarisch für „Drähte“ oder „Leitungen“) setzt zu großen Teilen auf dem offenen Standard WebRTC und ermöglicht verschlüsselte Kommunikation zwischen Teilnehmern. Nutzer können es über Smartphone-Apps für iOS und Android nutzen oder im gleich im Browser am PC. Jitsi lässt sich außerdem in die Kollaborationssoftware Slack integrieren.

Der Dienst bietet Funktionen wie Textnachrichten, Bildschirm teilen und Videokonferenzen. Und auch die Anmeldung ist praktisch, da man kein Nutzerkonto braucht und Teilnehmer wie bei Skype einfach über einen Link einladen kann.

Bewertung: Praktisch, niedrigschwellig, klappt über Geräte- und Herstellergrenzen hinweg.

Videokonferenzen am besten per WLAN

Am besten hält man Video-Chats und Videokonferenzen im WLAN daheim ab. Dann sind die Anrufe mit den beschriebenen Apps und Diensten kostenlos und die Internetverbindung – entsprechende Anbindung vorausgesetzt – am stabilsten.

Unterwegs zahlt man mit dem monatlichen Datenvolumen. Und hier sind die Apps recht hungrig. Eine Minute Video-Chat benötigt zwischen 2,5 und 5 MB Datenvolumen pro Minute. Kleine Verträge sind da schnell am Limit.

Damit alles gleich klappt, haben alle Teilnehmer am besten die aktuellste Version des entsprechenden Dienstes oder der App installiert. Wer Browser-Lösungen wie Skype for Web oder Jitsi nutzt, braucht einen aktuellen Browser.