Belästigung am Hörer

Unerwünschte Werbeanrufe der Bundesnetzagentur melden

Frau genervt am Handy
Gegen nervige Werbeanrufe können Nutzer etwas tun
Foto: Getty Images

Werbeanrufe sind nervig und nehmen nicht selten belästigende Ausmaße an. Das muss man sich jedoch nicht widerstandslos gefallen lassen. Eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur kann dem lästigen Treiben ein Ende setzen.

Schon wieder klingelt das Telefon. Und schon wieder preist ein Mobilfunkanbieter Tarife an, obwohl Sie nie darum gebeten haben? Dann ist das illegal und Sie können etwas dagegen tun. Unternehmen benötigen das Einverständnis zu derartigen Anrufen bereits vor dem Telefonat.  Auch der Versuch, das Einverständnis gleich zu Beginn eines Gesprächs einzuholen, ist unzulässig.

Müssen sich Verbraucher dennoch mit Werbeanrufen herumschlagen, können sie sich bei der Bundesnetzagentur beschweren. Denn Werbeanrufe, die man nicht ausdrücklich erbeten hat, stellen eine unzumutbare Belästigung dar. Auch die Art und Weise der Gesprächsführung ist relevant, weil sie sich auf die Höhe eines möglichen Bußgeldes auswirken kann. Aus diesem Grund benötigt die Bundesnetzagentur präzise Angaben. Betroffene sollten sich merken, was im Anruf beworben wird, und vor allem die Telefonnummer des Anrufers notieren. Auch die Art und Weise der Gesprächsführung ist relevant, weil sie sich auf die Höhe eines Bußgeldes auswirken kann. Beschwerden sind per E-Mail, Online-Formular oder auch postalisch per Formular-Ausdruck möglich.

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Mehrere Tausend Euro Bußgeld drohen

Firmen, die Verbraucher ungewollt mit ungewollter Werbung am Telefon (Cold Calls) überziehen, können von der Bundesnetzagentur mit einer Geldbuße von bis zu 300.000 Euro bestraft werden. Jüngst hat die Behörde wieder eine Geldbuße in Höhe von 145.000 Euro wegen unerlaubter Webeanrufe gegen einen Mobilfunk-Provider verhängt.

Die Anrufe seien erfolgt, obwohl die Betroffenen keine wirksame Werbeeinwilligung erteilt hatten. Vielen seien zudem Abos für Hörbücher, Zeitschriften, Streaming-Dienste, Sicherheitssoftware oder Handyversicherungen untergeschoben worden.

Beschwerde-Kontakt: Bundesnetzagentur, Nördeltstr. 5, 59872 Meschede, Tel.: 0291/99 55 206, Fax: 0632/19 34 111, E-Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de

Nervige Call-Center

Besonders auf die Palme bringt viele Verbraucher die Praxis von Call-Centern, mit Anrufautomaten möglichst viele Verbraucher in kurzer Zeit zu kontaktieren. Die Software wählt dabei nach zuvor festgelegten Kriterien zahlreiche Rufnummern gleichzeitig an – oftmals, während sich der Call-Center-Mitarbeiter noch in einem anderen Gespräch befindet. Wer ans Telefon geht, hat dann vielfach niemanden an der Leitung.

210 Anrufe in nur fünf Tagen meldete in einem früheren Fall ein völlig entnervter Telefonkunde – die Anrufernummer wurde zwangsabgeschaltet. Dagegen haben die Unternehmen in ihrem Branchenkodex eine Höchstgrenze eingeführt: Pro Kampagne darf dieselbe „Zielperson“ nicht mehr als drei Mal täglich und 15 Mal pro Woche angerufen werden.

Was können Nutzer tun?

Rufen Sie auf keinen Fall teure 0900-Nummern zurück und melden Sie auffällige Anrufe umgehend der Verbraucherzentrale. Dabei gilt: Je genauer die Infos über mögliche Namen des Anrufers, dem vermeintlichen Unternehmen oder des Produktes sind, desto besser.

Seien Sie bei unbekannten Anrufer generell skeptisch und vermeiden es, mit „Ja“ zu antworten. Kommt Ihnen das Gespräch merkwürdig vor oder wird der Anrufer zu aufdringlich, legen Sie im Notfall einfach auf. Sollte es doch dazu kommen, dass Ihnen nach dem Telefonat ein Kaufvertrag aufgeschwatzt wird, weil Sie auf irgendeine Frage mit „Ja“ geantwortet haben – bleiben Sie zunächst ruhig. Der Verkäufer müsste im Zweifelsfall nachweisen, dass er Ihnen ein eindeutiges Angebot gemacht hat. Zahlen Sie den Rechnungsbetrag auf keinen Fall und wenden Sie sich notfalls an die Polizei.

Und selbst, wenn am Ende doch ein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen ist: Bei Bestellungen per Telefon haben Sie, wie beim Online-Kauf auch, ein 14-tägiges Widerrufsrecht.