Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Englisch, Norwegisch, Chinesisch...

3 Apps, um unkompliziert eine neue Sprache zu lernen

App zum Sprachen lernen: Junger Mann mit Smartphone
Mit entsprechenden Apps kann man Fremdsprachen spielerisch lernenFoto: Getty Images

Wer heutzutage eine neue Sprache lernen möchte, greift oft auf entsprechende Apps zurück. Diese drei Anwendungen haben sich im Alltag bewährt.

Die meisten haben in der Schule rudimentäres Englisch und noch rudimentäreres Französisch gelernt. Gleichzeitig leben wir – von den Auswirkungen der Corona-Pandemie mal abgesehen – in einer Zeit, in der so viel gereist wird, wie nie zuvor. Da wächst in vielen der Wunsch, neue Sprachen zu lernen. Beim Lernen einer Fremdsprache können diverse Apps helfen. Die Anwendungen locken mit spielerischen Konzepten, an den Alltag angepasste Lernumfänge und einer Vokabel-Abfrage unterwegs auf dem Smartphone. TECHBOOK hat mehrere dieser Sprachlern-Apps für Android und iOS getestet und kann folgende drei empfehlen.

Duolingo

Die Sprachlern-App Duolingo erschien bereits 2011 und ist damit eine der ältesten auf dem Markt. Das Freemium-Modell mit kostenloser Basis-Version und zubuchbaren Extras wurde nachfolgend von vielen übernommen. Die Benutzeroberfläche ist sowohl im Web-Browser als auch in der App-Version auf Android- und iOS-Geräten sehr intuitiv. Dabei ist das Design mit dem kindlichen Eulenlogo übersichtlich. Insgesamt stehen über 30 Sprachen bei Duolingo zur Verfügung, die über ein Belohnungs- und Sammelsystem vermittelt werden. So sammeln Nutzer*innen etwa Punkte für das Abschließen verschiedener Lektionen. Diese Punkte sind in die App-interne Währung Lingots übertragbar, mit der Sie je nach Sprachpaket Boni erwerben können. Im Übrigen reicht die kostenlose App-Version von Duolingo zum Sprache lernen völlig aus. Wer das Abo abschließt, bekommt ein paar nette, aber nicht unbedingt nötige Extras.

Die nach Schwierigkeit angeordneten Module der Sprachlern-App bestehen jeweils aus fünf Leveln. Erst, wenn diese abgeschlossen sind, werden neue Lektionen freigeschaltet. Dabei gibt es verschiedene Modi wie etwa das Abfragen von Vokabeln, das Anordnen einzelner Wörter in der richtigen Reihenfolge und das Sprechen ganzer Sätze. Wer schon etwas fortgeschritten ist, kann übrigens auswählen, ob er die Satzbausteine auswählen oder komplett selbst eingeben möchte. Und wenn Sie Ihre Kenntnisse in Aktion testen möchten, können Sie jederzeit mit einem Chat-Bot kommunizieren.

Screenshots Sprache lernen Apps Duolingo
Foto: TECHBOOK via Duolingo

Duolingo richtet sich in erster Linie an Anfänger, die per App unkompliziert in eine neue Sprache einsteigen wollen. Die grundlegende Grammatik und vor allem ein umfangreicher Wortschatz stehen im Mittelpunkt der Anwendung, die damit auch gut für Kinder geeignet ist. Allerdings stehen deutschsprachigen Lernern nur die drei Basissprachen Englisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung. Andere Sprachpakete wie etwa Italienisch, Norwegisch, Türkisch oder Vietnamesisch gibt es nur im englischen Bereich. Wer allerdings gut Englisch spricht, für den sollte das aufgrund der generell eher niedrigen Schwierigkeitsstufe der Lektionen kein Problem sein.

Auch interessant: Die Lieblingsapps der TECHBOOK-Redaktion

Babbel

Babbel ist sogar noch ein paar Jahr älter als Duolingo. Das Unternehmen wurde bereits 2007 in Berlin gegründet. An der Entwicklung der einzelnen Lektionen war außerdem ein Team von Sprachwissenschaftler*innen beteiligt, sodass die einzelnen Lektionen auf die jeweilige Sprachkombination angepasst und nicht einfach übersetzt ist. Auch diese Sprachlern-App gibt es für den Browser und mobile Endgeräte. Wer noch unsicher ist, kann Babbel erst einmal für sieben Tage testen, ab dann kostet die App 7 bis 13 Euro im Monat, je nach gebuchtem Paket. Nutzer*innen können zwischen 13 Sprachen ausgehend von den Muttersprachen Deutsch und Englisch wählen, darunter etwa Dänisch, Indonesisch und Portugiesisch.

Der Fokus liegt hier ein bisschen mehr auf Grammatik, weswegen die App auch für fortgeschrittene Lernende geeignet ist. So kann man etwa zu Beginn einen Einstufungstest machen, wenn man angibt, bereits ein gewisses Sprachniveau zu haben. Neben den gängigen Lektionen gibt es bei Babbel außerdem kleine Module, die inhaltlich an die Kultur des jeweiligen Landes angepasst sind. Außerdem können Nutzer*innen selbstständig Lernerinnerungen einrichten. Dabei ist die Sprachlern-App zwar etwas unübersichtlicher als etwa Duolingo, aber immer noch gut zu bedienen.

Screenshots Sprache lernen Apps Babbel
Foto: TECHBOOK via Babbel

Babbel arbeitet weniger spielerisch als viele Konkurrenten. Ein Belohnungssystem und bunte Sticker beim Abschließen einer Lektion gibt es hier nicht. Insgesamt ist das Niveau etwas höher und die gestellten Aufgaben sind schwieriger, dafür auch etwas weniger vielseitig. Eine Gratis-Version der App gibt es leider nicht.

Mondly

Die dritte Sprachlern-App für Android und iOS im Bunde ist Mondly. Vom Handling und der Aufbereitung liegt sie ziemlich genau zwischen den bereits vorgestellten Kandidaten Duolingo und Babbel. Auch hier gibt es einige spielerische Elemente wie etwa ein Punktesystem, sodass man seinen Fortschritt mit anderen Nutzer*innen vergleichen kann. Die Lektionen, die sich vor allem am Inhalt und nicht der Schwierigkeit orientieren, können Sie in beliebiger Reihenfolge absolvieren. Wer die App täglich besucht, schaltet am Ende der Woche ein Quiz frei, und nur, wer diese Quizze alle löst, erhält Zugriff auf die monatliche Herausforderung. Die App umfasst insgesamt 33 Sprachen, von Koreanisch über Persisch bis Kroatisch.

Im Fokus von Mondly steht vor allem der Wortschatz. Auf bereits gelernte Vokabeln kann auch nach Abschließen der Lektionen jederzeit zugegriffen werden. Am Ende jeder Lektion wartet außerdem das Gespräch mit einem Chat-Bot, um das Gelernte direkt anzuwenden. Die Methoden der App, um die neue Sprache zu lernen, variieren dabei zwischen dem Zuordnen einzelner Vokabeln und ganzer Sätze sowie dem Nachsprechen von Wörtern. Die Grammatik wird dabei nicht aktiv erklärt, sondern über bereits gelernte Sätze im Nachhinein vermittelt.

Screenshots Sprache lernen Apps Mondly
Foto: TECHBOOK via Mondly

Auch Mondly gibt es als gut funktionierende kostenlose Version. Wer diverse Extras wie zusätzliche Lektionen nutzen möchte, zahlt zwischen 6 und 10 Euro im Monat. Dabei ist die Sprachlern-App zuweilen etwas unübersichtlich strukturiert und richtet sich vor allem an jene, die spielend ihren Wortschatz ausbauen wollen.

Welche App zum Sprache lernen eignet sich für wen?

Interessanterweise arbeiten alle der drei hier kurz vorgestellten Sprachlern-Apps mit ähnlichen Methoden. Dennoch gibt es mitunter recht deutliche Unterschiede, sodass es vor allem darauf ankommt, wie man am besten oder liebsten eine neue Sprache lernt. Während Duolingo und Mondly mit einem treibenden Belohnungssystem arbeiten, geht Babbel etwas mehr nach Lehrbuch vor. Das dürfte vor allem den Leuten entgegenkommen, die es lieber etwas strukturierter mögen. Damit ist die App subjektiv die hochwertigste von den dreien, die es allerdings auch nicht kostenlos gibt (bis auf den einwöchigen Testzeitraum). Duolingo richtet sich ganz gezielt an Einsteiger, die langsam in eine Sprache einsteigen möchten. Das übersichtliche Design macht sie auch für Kinder geeignet. Mondly hingegen setzt vor allem auf das Auf- und Ausbauen des Wortschatzes. Außerdem sorgen die Punkteränge für ein herausforderndes Element, das gegebenenfalls motivieren kann.

Die in alle drei Apps integrierten Chat-Bots funktionieren gut zum Sprache lernen, können aber natürlich eine richtige Konversation nicht ersetzen. Wer also wirklich tief in eine Sprache einsteigen und sie langfristig auf hohem Niveau beherrschen möchte, der kann solche Sprachlern-Apps zwar gut nutzen, um im Alltag unkompliziert zu lernen. Darüber hinaus sollte man aber auch den Kontakt mit anderen Sprachlerner*innen oder Muttersprachler*innen suchen.