So klappt die Smartphone-Pflege richtig

Warum Sie Ihr Smartphone nicht mit dem Brillenputztuch reinigen sollten

Frau reinigt Smartphone-Display mit Wattepad
Wattepads sind eine gute Alternative, falls gerade kein Mikrofasertuch zum Abwischen des Smartphone-Displays da ist
Foto: Getty Images

Viele benutzen Brillenputztücher zur Smartphone-Pflege und wissen nicht, dass damit der Bildschirm kaputt geht. TECHBOOK zeigt, wie Sie es richtig machen.

Auf vielen Brillenputz- und Wischtüchern liest man, dass man damit nicht das Smartphone-Display reinigen sollte. Die Erklärung dafür ist einfach: Die feuchten Tücher enthalten Isopropylalkohol, der die „oleophobische“ Beschichtung des Display angreifen kann. Einige Hersteller, wie etwa Apple, raten ausdrücklich davon ab, den Bildschirm mit einem alkoholhaltigen Lösungsmittel zu reinigen. Auch bekannte Hausmittel wie Essig sollten unbedingt vermieden werden, da sie zu aggressiv sind für die dünne Beschichtung.

Was ist eine „oleophobische“ Beschichtung überhaupt?

Fast jeder Smartphone-Nutzer regt sich über unschöne Fingerabdrücke auf dem Bildschirm auf. Doch was die meisten nicht wissen, ist, dass es noch viel schlimmer sein könnte. Smartphone-Displays verfügen über eine sogenannte „oleophobische“ – also ölabweisende –Beschichtung, die dafür sorgt, dass sich nicht jeder Fleck sofort festsetzt. Fingerabdrücke sind schließlich nicht anders als Fettflecken, die durch Talgdrüsen in unseren Fingern entstehen. Damit werden zwar Fingerabdrücke nicht komplett vermieden, aber sie können deutlich leichter weggewischt werden als von einer normalen Glasoberfläche. Versuchen Sie mal, einen Fingerabdruck von Ihrer Fensterscheibe mit einem bloßen Tuch abzuwischen – der schmierige Fingerabdruck verteilt sich nur weiter auf dem Glas.

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Die oleophobische Beschichtung hat zudem einen weiteren Vorteil: Sie gibt dem Glas ein leicht rutschiges und weiches Gefühl beim Berühren. Deswegen sind neue Smartphones oft deutlich rutschiger als solche, die bereits seit einiger Zeit benutzt wurden. Das musste ich erst vor Kurzem in meinem Testbericht zum Galaxy S10+ feststellen, das mir mehrmals aus der Hosentasche gerutscht ist. Das liegt daran, dass die Beschichtung sich mit der Zeit abnutzt – ein Prozess, der von vielerlei Faktoren wie etwa der Qualität der Beschichtung und dem Säuregrad des Fingertalgs abhängt. Normalweise sollte die Beschichtung jedoch deutlich mehr als zwei Jahre halten, es sei denn, sie wird einer falschen Behandlung ausgesetzt.

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Alkohol ist schlecht für Smartphones

Feuchte Putztücher, viele Putzmittel und einige Reiniger, die explizit als „für Smartphonedisplays geeignet“ beworben werden, tragen zur Beschleunigung des Abnutzungsprozesses bei. Umso verwunderlicher ist es, dass viele vermeintliche Ratgeber immer noch Brillenputztücher und Wasser-Alkohol-Gemische als Geheimtipp für eine schonende Smartphone-Reinigung empfehlen. Ich kann Ihnen nur davon abraten und empfehle stattdessen ein weiches Mikrofasertuch, wenn Sie das Display so schonend wie möglich reinigen wollen. Auch von wasserbasierten Lösungsmitteln, die zwar hauptsächlich Wasser, aber eben auch aggressive Substanzen wie Essigsäure und Alkohol enthalten, ist generell abzuraten. Allerdings sind diese Lösungsmittel deutlich weniger schlimm für das Display und können im Extremfall auch mal genutzt werden. Um den Bildschirm aber auch dann schonend zu behandeln, tragen Sie das wasserbasierte Lösungsmittel vorher auf das Putztuch auf, anstatt es direkt auf das Display zu sprühen.

So reinigen Sie Ihr Smartphone richtig

In den meisten Fällen reicht ein Mikrofasertuch völlig aus, um das Smartphone wieder sauber zu bekommen. Im Gegensatz zu einem Papiertuch, das Kratzer auf der Oberfläche hinterlassen kann, hinterlässt ein Mikrofasertuch dank seiner feinen Fasern keinerlei Spuren. Außerdem nehmen die Mikrofasern Fett und Staub besser auf.

Auch andere Gegenstände können mit Mikrofastertüchern gereinigt werden, darunter etwa Brillen, PC-Monitore und Fernseher. Oft bekommen Brillen ein solches Tuch vom Optiker beigelegt, dieses können Sie dann auch für Ihr Smartphone benutzen.

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Schalten Sie den Bildschirm am besten aus, so können Sie besser Verschmutzungen auf dem Glas erkennen. Wenn nötig, befeuchten Sie das Tuch ein wenig, allerdings nur mit reinem Wasser, keine Zusätze wie Seife oder ähnliches. Wischen Sie senkrecht oder horizontal in gleichmäßigen Handbewegungen über den Bildschirm, um ein makelloses Ergebnis zu erhalten. Nach dem Abwischen reinigen Sie das Mikrofasertuch, damit sich keine Staubkörner oder anderer Schmutz festsetzt, der beim nächsten Abwischen Kratzer hinterlassen könnte. Dazu einfach das Tuch in eine Mixtur aus warmen Wasser und Seife gründlich auswaschen und dann an der Luft trocknen lassen. Fertig.

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Habe ich meinen Bildschirm mit einem Brillenputztuch kaputt gemacht?

Falls Sie Ihr Smartphones bereits ein paar Mal mit einem alkohol- oder säurehaltigem Wischtuch gereinigt haben, brauchen Sie keine Angst haben. Die oleophobische Beschichtung hält auch dieser Behandlung einer Zeit lang stand – sie sollte nur nicht zur Gewohnheit werden.

Sie wollen weiterhin die praktischen feuchten Wischtücher zur Smartphone-Reinigung benutzen? Auch dafür gibt es eine Lösung: Displayschutzfolien aus Plastik oder gehärtetem Glas. Die Schutzfolien können einfach gewechselt werden und kommen mit ihrer eigenen Beschichtung. Außerdem haben sie den netten Nebeneffekt, dass sie den Bildschirm vor Kratzern und in einigen Fällen sogar Sprüngen schützen. Da Schutzfolien sowieso häufiger gewechselt werden müssen, können Sie diese auch einfach mit einem Brillenputztuch abwischen, ohne die Langzeitfolgen bedenken zu müssen – Problem gelöst.