Im Vergleich mit Normalbetrieb

So viel Akku spart der Dark Mode beim iPhone

Nutzer halten verschiedene iPhones in der Hand
Das iPhone 11 Pro kommt als erstes iPhone ab Werk mit einem optionalen Dark Mode
Foto: Getty Image

Der Dark Mode ist auf dem Vormarsch. Als eines der letzten großen Unternehmen hat nun auch Apple ihn in seine Betriebssysteme integriert. Was vielen nicht bewusst ist: Der dunkle Modus kann die Akkulaufzeit erheblich verlängern, wie ein Test des YouTubers „Phonebuff“ beweist.

Akkuschonende Wirkung ist bekannt

Ein OLED-Bildschirm wie im iPhone 11 Pro funktioniert grundlegend anders als die weiter verbreiteten LCD-Bildschirme. Während ein LCD von hinten beleuchtet werden muss, um die darüber liegenden einzelnen Pixel sichtbar zu machen, leuchten die Pixel in einem OLED-Panel von selbst. Der Vorteil dieser Technologie ist, dass Pixel, die einen dunklen oder sogar komplett schwarzen Hintergrund zeigen, nur sehr wenig oder eben gar nicht leuchten müssen. Dadurch haben OLED-Bildschirme nicht nur einen höheren Kontrast als LCDs, sie sparen auch Strom für jeden Pixel, der nicht aktiv ist.

Deswegen sind Smartphone-Bildschirme mit OLED-Technologie seit jeher eine beliebte Alternative, aber erst jetzt können sie ihre Vorteile wirklich ausspielen. Denn erst seit Kurzem setzen immer mehr Hersteller und Entwickler auf den Dark Mode, also das Gegenstück zum bislang in den meisten Betriebssystemen und Apps verwendeten hellen – oder auch „Light“ – Mode. Helle Hintergründe können von der OLED-Technik keinen Gebrauch machen, denn die Pixel müssen hier genauso stark leuchten wie bei einem LCD und verbrauchen dabei unter Umständen sogar mehr Energie. Der Dark Mode hingegen ist optimal dafür geeignet, denn bei schwarzen Hintergrundflächen wird der Großteil des Bildschirms einfach abgeschaltet – als netter Nebeneffekt werden dadurch zudem die Augen weniger belastet.

Android hat den Dark Mode schon seit 2018, diese Jahr ist Apple nun endlich mit iOS 13 nachgezogen und kann sich die OLED-Technik damit vollständig zu Nutzen machen. Da Apple das Werkzeug für den Einbau des systemweiten Dark Modes frei zur Verfügung stellt, können Entwickler diesen schnell und leicht in ihre Apps integrieren. Die Vorteile in der Akkulaufzeit machen sich jedoch nur bei dem iPhone X, Xs/Xs Max, sowie 11/11 Pro bemerkbar, da nur diese über OLED-Bildschirme verfügen. Das iPhone Xr und das normale iPhone 11 haben hingegen nur ein LCD-Panel.

Light Mode gibt im Test vorzeitig auf

Phonebuff hat sowohl Light als auch Dark Mode einem achtstündigen Testlauf unterzogen, bei dem vier verschiedene Apps (Nachrichten, Twitter, YouTube und Google Maps) jeweils zwei Stunden lang von einem Roboterarm bedient wurden. Dafür wurde die Helligkeit bei beiden Varianten zuvor auf 200 Nits (Candela pro Quadratmeter Leuchtleistung) festgelegt. Außerdem wurden nur Apps getestet, die den Dark Mode unterstützen, da bei Apps mit traditionellem Light Mode keine Unterschiede zu erkennen wären.

Nachrichten

In diesem Testlauf kommunizierten zwei automatisierte Chat-Bots zwei Stunden lang miteinander. Am Ende hatte das iPhone mit Light Mode fünf Prozent mehr Akku verbraucht.

Dark Mode: 88 Prozent verbleibend

Light Mode: 83 Prozent verbleibend

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Twitter

In diesem Durchlauf hatte der Roboterarm die relativ leichte Aufgabe, kontinuierlich durch das Twitter-Profil von Phonebuff zu scrollen. Dabei weitet sich die Lücke zwischen Light und Dark Mode auf ganze 15 Prozent.

Dark Mode: 72 Prozent verbleibend

Light Mode: 57 Prozent verbleibend

YouTube

Hier werden von dem iPhone Videos im Hochformat abgespielt, sodass der Hauptteil des Bildschirms von der Farbgebung der YouTube-App bestimmt und nur zu einem kleinen Teil von den wechselnden Farben der Videos selbst beeinflusst wird. Der Abstand zwischen den Modes steigt auf 23 Prozent an.

Dark Mode: 43 Prozent verbleibend

Light Mode: 20 Prozent verbleibend

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Google Maps

Dark Mode: 26 Prozent verbleibend

Light Mode: seit 27 Minuten aus

Das Video mit den kompletten Testergebnissen sehen Sie hier:

Kontrollierte Testumgebung

Jedes Mal, wenn ein neues iPhone auf den Markt kommt, tauchen zahlreiche Videos auf YouTube auf, in denen die Akkulaufzeit mit den aktuellen Android-Flaggschiffen verglichen wird. Auf dem YouTube-Kanal „Phonebuff“ wurde dieses Testverfahren vor einiger Zeit perfektioniert. Anstatt mit den eigenen Händen Apps gleichzeitig zu öffnen und Sachen anzuklicken, setzt der Kanal komplett auf eine kontrollierte Testumgebung. Roboterarme führen ein vorher festgelegtes Testmuster aus, wodurch garantiert wird, dass die Ergebnisse nicht die äußere Faktoren verzerrt werden können.

Testdurchläufe mit Dark und Light Mode wurden zusätzlich auch bei 100 Nits (gewöhnliche Lichtintensität in Innenräumen) und 300 Nits (gewöhnliche Lichtintensität draußen) durchgeführt. Dabei gab es ebenfalls deutliche Unterschiede, jedoch nicht so stark ausgeprägt wie bei der Zwischenstufe mit 200 Nits.

 

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