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Nach Telekom und Vodafone

O2 startet ab Oktober mit 5G in Deutschland

O2 baut Antennen aus
O2 rüstet sich für den Start von 5G in DeutschlandFoto: Telefónica/O2

Die Deutsche Telekom und Vodafone haben ihr 5G-Netz bereits in einigen Regionen Deutschlands ausgebaut und bieten Privatkunden passende 5G-Tarife an. Entsprechende Angebote im Netz von O2 fehlten bislang aber noch. Doch nun hat der Netzbetreiber den Start von 5G verkündet. Er fällt auf einen für Deutschland besonderen Tag.

Telefónica/O2 legt den Start von 5G auf den 3. Oktober – dem Tag der Deutschen Einheit. Bereits in dieser Woche startete der Netzbetreiber allerdings den Probebetrieb und schaltete für einige Kunden die 5G-Option frei. Sie können den neuen Netzstandard somit in ausgewählten deutschen Städten nutzen.

5G-Abdeckung bei O2

O2 hat sich mit dem 5G-Start nicht nur länger Zeit gelassen als seine Mitbewerber, die Abdeckung ist zum jetzigen Zeitpunkt auch noch vergleichsweise gering. Wie O2 bekannt gegeben hat, sollen zunächst die „fünf größten deutsche Städte“ versorgt werden. Geplant ist demnach der 5G-Betrieb in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frank­furt am Main. Im ersten Schritt werden rund 150 Stationen mit dem 5G-Datenturbo funken, so O2.

In der Mein-O2-App lässt sich die aktuelle Verfügbarkeit von 5G in einer Netzkarte nachsehen. Allerdings soll diese nicht den tatsächlichen Status des Ausbaus wiedergeben und vor allem für den 5G-Test geschaltet sein. Von den „fünf größten deutschen Städten“ kann hier auch keine Rede sein. Denn laut Karte betreibt O2 lediglich in München, Dachau, Stuttgart, Köln und Potsdam 5G-Basisstationen. Angaben zur Versorgung in den Großstädten Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg finden sich hier noch nicht.

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Die Technologie dahinter

O2 realisiert sein 5G-Netz derzeit nur im 3600-MHz-Bereich, die für den schnellen Ausbau in der Fläche idealen Frequenzen um 700 und 2100 MHz fehlen. Zudem nutzt der Netzbetreiber, anders als die Deutsche Telekom und Vodafone, nicht den DSS-Standard (Dynamic Spectrum Sharing). Dieser erlaubt es, die zwei Funkstandards LTE und 5G im gleichen Spektrum zu nutzen. Für die Netzbetreiber hat das den Vorteil, dass sie 5G relativ schnell ausbauen können, ohne ihrem LTE-Netz wertvolle Frequenzen abzuzwacken. Das Netz erkennt dabei automatisch, welche Funkstandards das eingebuchte LTE-Smartphone unterstützt und weist ihm die passenden Kapazitäten zu.

Für Besitzer eines neuen 5G-Smartphones hat der DSS-Standard allerdings kaum Vorteile. Sie surfen offiziell zwar über 5G, profitieren aber nicht von den kurzen Latenzzeiten und den hohen Gigabit-Geschwindigkeiten. Diese Vorteile bietet nur ein reines 5G-Netz. Dafür können auch Besitzer älterer LTE-Smartphones, die die für DSS verwendeten Frequenzen (Band 1 bei der Telekom und Band 28 bei Vodafone) unterstützen, von höheren LTE-Geschwindigkeiten profitieren, da ihnen Stück für Stück zusätzliches Funkspektrum zur Verfügung gestellt wird.

5G-Tarife bei O2

Bereits seit Anfang des Jahres bietet O2 Handytarife der Tarifsparten O2 Free Unlimited mit unlimitiertem Datenvolumen sowie O2 Free an, die als 5G-ready ausgewiesen sind. Es gibt sie zu Preisen ab 39,99 Euro im Monat. Die 5G-Option lässt sich ohne zusätzliche Kosten freischalten und ermöglicht vorerst eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s. Später sind aber Bandbreiten von bis zu 20 GBit/s geplant, so O2.

Mit dem Start von 5G in Deutschland endet für Telefónica/O2 der Ausbau aber keineswegs. Das Unternehmen plant bis Ende 2022, etwa 16 Millionen Einwohner in 30 Städten mit 5G zu versorgen.

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