Wegen 5G-Ausbau

3G-Nutzern droht die Abschaltung des Netzes

Drei Menschen halten Handys in den Händen
Der Mobilfunk verändert sich. Während 5G kommt, läuten die Netzbetreiber das Ende für UMTS ein.
Foto: Getty Images

5G ist derzeit das große Thema bei den Mobilfunk-Anbietern. Nach der Versteigerung der Frequenzen bereiten sich die Provider in Deutschland auf den Aufbau des 5G-Netzes vor. Gleichzeitig gerät das ältere 3G-Netz immer mehr ins Hintertreffen. Doch die Abschaltung von UMTS hat für einige Nutzer drastische Folgen.

Der neue Datenstandard 5G verspricht nicht nur Datenraten von bis zu 1 GBit/s, der LTE-Nachfolger bietet mit seinen extrem kurzen Latenzzeiten auch die ideale Grundlage fürs Gaming sowie für Zukunfstechnologien wie Robotik und das autonome Fahren. Nach der 5G-Frequenzvergabe ist nun der Weg für den Ausbau der neuen Mobilfunk-Technologie frei. Nicht nur die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica/O2 wollen sich daran beteiligen. Auch 1&1/Drillisch als neuer, vierter Netzbetreiber in Deutschland möchte künftig 5G anbieten. Doch während der 5G-Ausbau in vollen Zügen ist, rückt die Abschaltung des 3G-Netzes immer näher.

Warum wird UMTS abgeschaltet?

Früher als „ultimativer Standard der Zukunft“ gefeiert, ist UMTS mittlerweile nicht mehr wirklich zeitgemäß. Der um die Jahrtausendwende eingeführte und ab 2004 erstmals kommerziell verfügbare Standard erlaubt dank seiner Erweiterung HSPA+ Datenraten von bis zu 42 Mbit/s und ist GSM somit deutlich überlegen. Doch mittlerweile sind ganz andere Bandbreiten gefragt. So hat die Bundesnetzagentur die Netzbetreiber verpflichtet, bis bis Ende 2019 mindestens 98 Prozent der deutschen Haushalte mit bis zu 50 Mbit/s schnellen Anschlüssen zu versorgen. UMTS kann dies jedoch nicht leisten.

Daher liegt der Fokus nun auf LTE und 5G. UMTS muss hingegen weichen. Der Rückbau von 3G ist schon im Gange, vorerst allerdings noch in kleinem Maße. Voda­fone und Telefónica setzten bereits die ursprünglich für UMTS reser­vierten Frequenz­en um 2.100 MHz zur Erwei­terung des LTE-Stan­dards ein. Die großflächige Abschaltung des UMTS-Netzes könnte allerdings schon bald starten. Bei der Deutschen Telekom soll UMTS nur noch bis 2020 verfügbar sein. Vodafone möchte sein UMTS-Netz voraussichtlich 2020 bis 2021 abschalten. Das 2G-Netz (GSM) bleibt hingegen für die Telefonie sowie den SMS-Versand bestehen.

Auch interessant: Das ist der Unterschied zwischen LTE, 4G und 5G

Mehrheit der Handy-Nutzer funkt noch über 3G

Zwar bietet die Deutsche Telekom seit dieser Woche den ersten Tarif mit 5G an, doch wirklich nutzen lässt sich das Angebot noch nicht. Zum einen fehlen die Endgeräte – mit dem Samsung Galaxy S10 5G ist vor Kurzem erst das erste 5G-Smartphone in Deutschland in den Verkauf gegangen. Zum anderen ist das Netz noch nicht entsprechend ausgebaut. Denn bislang betreibt die Telekom hierzulande nur 150 5G-Antennen im Rahmen einer Testphase. Dementsprechend dominieren  Handytarife mit den zwei Technologien UMTS/3G sowie LTE/4G.

Doch obwohl LTE hierzulande bereits seit 2010 zur Verfügung steht, haben längst nicht alle Handy-Nutzer Zugriff auf das Netz. Noch immer sind Tarife weit verbreitet, die lediglich über UMTS funken. Einem Bericht der Bundesnetzagentur zufolge, der dem „Spiegel“ vorliegt, nutzten von den Ende 2018 aktiv in Deutschland eingesetzten Karten lediglich 47 Prozent den Datenstandard LTE. Der Rest funkt noch über 3G. Das liegt unter anderem daran, dass Provider wie die Telekom und Vodafone ihr LTE-Netz nicht für günstige Mobilfunk-Discounter geöffnet haben. Anbieter wie Lidl Connect, Penny Mobil und ja!mobil müssen sich daher noch mit 3G begnügen. Lediglich O2 ist weiter – hier können die Discounter seit Jahren den schnellen Datenstandard nutzen.

Außerdem sind noch immer Smartphones ohne LTE-Modul im Umlauf, die den Zugriff auf 4G somit nicht ermöglichen. Es gibt auch diejenigen Nutzer, die noch ein einfaches Handy nur zum telefonieren und den Versand von SMS benutzen. Diese benötigen gar keinen LTE-Tarif und greifen daher häufig auf die im UMTS-Netz realisierten Angebote zurück.

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Die Folgen der UMTS-Abschaltung

Aufgrund der geplanten UMTS-Abschaltung wird es für die UMTS-Tarife jedoch langsam eng. Dann können Nutzer nur noch auf das GSM-Netz zurückgreifen. Die Geschwindigkeiten über GPRS und EDGE sind jedoch dermaßen langsam, dass sich mit ihnen mobil quasi nicht im Internet surfen lässt. Lösen lässt sich das Problem durch den Wechsel auf einen LTE-Tarif.

Im O2-Netz finden sich mittlerweile fast ausschließlich solche Angebote, die recht günstig und flexibel sind. Schwerer wird die Suche nach einem passenden Angebot im Netz der Telekom und von Vodafone, da hier die LTE-Öffnung für die günstigen Mobilfunk-Discounter fehlt.

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Problematisch wird die UMTS-Abschaltung aber nicht nur für Nutzer ohne LTE-Tarif. Auch diejenigen, die in ländlichen Regionen wohnen, werden die schwindende UMTS-Verfügbarkeit zu spüren bekommen. Noch immer ist die LTE-Abdeckung auf dem Land noch nicht auf dem Niveau wie in den Großstädten. Hier sind Nutzer somit häufig auf das UMTS-Netz angewiesen.