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Vorsicht, Abofalle!

Zu hohe Handyrechnung – das können Sie dagegen tun!

Frustrierte Frau über Rechnungen
Teurere Rechnungen sind nie ein VergnügenFoto: Getty Images

Die Handyrechnung fällt mal wieder höher aus als erwartet? Dann sind Sie vielleicht in eine dreiste Abofalle getappt. TECHBOOK zeigt, was Sie nun tun können und wie Sie Extrakosten künftig vermeiden.

Ein detaillierter Blick auf die Handyrechnung enttarnt häufig versteckte Kosten für Dienste und Leistungen, die man eigentlich gar nicht wollte. Wie kann das sein? Manchmal reicht schon das versehentliche Antippen eines Werbebanners oder das Herunterladen einer App, um in einer Abofalle zu landen. Im Hintergrund läuft dann ein automatischer Prozess ab, der die Handynummer an die Betrüger übermittelt. Dieser kann dann die Zahlungsaufforderung direkt an den Mobilfunkanbieter senden, der sie am Monatsende mit auf die Rechnung stellt.

Das Problem: Oft lässt sich auf der Rechnung gar nicht genau prüfen, wer der Abo-Betreiber eigentlich ist. Dort ist nach Informationen der Verbraucherzentrale in vielen Fällen der Name einer externen Firma, die für den Betreiber die Abrechnungen vornimmt. Wie kann man sich vor dieser Masche schützen?

Drittanbietersperre einrichten

Der simpelste Trick gegen Abofallen ist die sogenannte Drittanbietersperre: Mit dieser können unseriöse Drittanbieter keine Dienste mehr auf Ihre Rechnung setzten. Die Sperre ist im Prinzip ein technischer Schutz, der verhindert, dass Ihre Mobilfunknummer von den Abo-Betreibern identifiziert werden kann. Mobilfunkbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, sie auf Wunsch kostenlos einzurichten. Wie das im Einzelfall funktioniert, erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter.

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Was ist, wenn ich schon betroffen bin?

Erst einmal heißt es Ruhe bewahren: In Deutschland gibt es klare Regeln, wann ein gültiger Kaufvertrag zustande kommt und wann nicht. Der Nutzer muss ausdrücklich mit einem Klick auf einen gut lesbaren Button dem Kauf zustimmen. Dieser muss mit einer eindeutigen Formulieren wie „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ gekennzeichnet sein. Da genau diese Zahlungspflicht bei Abofallen häufig verschleiert wird, ist der Vertrag ungültig – und kann schriftlich angefochten werden.

Doch wie ermittele ich den Abo-Betreiber? „Der eigene Mobilfunkanbieter muss entsprechende Auskünfte erteilen. Ist die abbuchende Firma ermittelt, sollten Smartphone-Nutzer das vermeintliche Abo beenden“, rät Rechtsanwalt Christian Solmecke. „Betreiber solcher Abofallen werden in den meisten Fällen Kündigungen für die Zukunft akzeptieren.“

Haben Sie das Abo erst kürzlich abgeschlossen, steht Ihnen zudem – wie bei allen Käufen im Internet – ein Widerrufsrecht von 14 Tagen zu. Der Vertrag lässt sich dann ohne Angabe von Gründen schriftlich am besten per Einschreiben kündigen.

Weitere Tipps von Rechtsanwalt Solmecke gibt es im folgenden Video:

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Gebühren für Internetnutzung

Ein weiterer Grund für eine unerwartet hohe Handyrechnung kann auch nach wie vor das mobile Datenvolumen sein. Gerade im Ausland – trotz Regelungen auch im europäischen Ausland – kann schon moderates Surfen zu hohen Kosten führen. Zwar gilt seit 2017 eine neue EU-Roamingregel, nicht zur Europäischen Union oder zum Erweiterten Europäischen Wirtschaftsraum gehörende Staaten in Europa sind von der Regelung aber ausgenommen. Das gilt unter anderem für die Schweiz, Russland, die Türkei, Serbien und auch die Ukraine. Es empfiehlt sich daher, sich vor jedem Auslandsaufenthalt bei seinem Anbieter über eventuelle Auslandsoptionen zu informieren. Außerdem sollte das Datenroaming im Ausland im Zweifel komplett deaktiviert werden.

Auch interessant: Wie Sie sicher per Handyrechnung bezahlen

Auch im Inland kann es für Handynutzer ohne ein entsprechendes Datenpaket teuer werden. In der Regel verbinden sich die Geräte automatisch mit dem Netzwerk, um beispielsweise Apps zu updaten. Diese Datennutzung taucht dann auch auf der Handyrechnung auf, selbst wenn Sie gar nicht bewusst über Ihr Mobiltelefon ins Internet gegangen sind. Nutzer ohne einen Handyvertrag mit ausreichend oder überhaupt vorhandenem Datenvolumen sollten, um das zu vermeiden, unterwegs die mobile Datennutzung abschalten. So wird sichergestellt, dass das Handy nur noch auf kostenloses WLAN-Netzwerk zugreift. Das ist in der Regel bei Android-Geräten unter Einstellungen – Drahtlos & Netzwerke – Mobilfunknetze möglich. Bei iOS findet sich ebenfalls ein entsprechender Menüpunkt unter Einstellungen – Mobiles Netz, insofern die Benutzeroberfläche beider Betriebssysteme nicht ohnehin einen entsprechenden Button in die Statusleiste am oberen Bildschirmrand eingebaut haben.

Fazit

Hohe Handyrechnungen lassen sich vermeiden, wenn im Vorfeld Vorkehrungen getroffen werden wie beispielsweise eine Drittanbietersperre oder das Deaktivieren der mobilen Daten. Sitzt man dann doch ungläubig vor der Rechnung des Mobilfunkanbieters, sollte umgehend der Kontakt mit dem Anbieter gesucht werden.

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