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Wie werde ich IT-Berater?

Wie wird man eigentlich IT-Berater?
Wie wird man eigentlich IT-Berater?Foto: Getty Images

Gabriel Lichtenstein hatte diesen einen großen Traum: Fußballprofi. Dafür investierte er fast jede Minute seiner Kindheit und Jugend. Irgendwann reifte bei dem heute 28-jährigen die Erkenntnis, alle Energie und Anstrengungen reichen am Ende nicht, um diesen Traum zu erfüllen. Er brauchte eine Weile, um zu sich selbst zu finden. Mathe und Physik begeisterten ihn und er mag die Zusammenarbeit im Team, gemeinsam mit anderen Menschen etwas erreichen. Darum drehte sich nach dem Abitur alles in seinem Leben.

In der Reihe „Wie werde ich …?“ spricht TECHBOOK mit Menschen, die ganz unterschiedliche Berufe haben. Doch wie sind sie überhaupt zu ihnen gekommen? Hier im Gespräch – Gabriel Lichtenstein, IT-Berater.

Lichtenstein ist IT-Berater
Lichtenstein ist IT-BeraterFoto: Gabriel Lichtenstein

In der Hinsicht wäre Gabriel Lichtenstein sicherlich ein hervorragender Fußballprofi geworden. Denn eine Mannschaft gewinnt nicht aufgrund eines einzelnen Spielers, sondern weil sich alle gemeinsam für ein Ziel auf dem Platz engagieren. „Wenn ich auf der Konsole Strategiespiele wie Warcraft oder Age of Empires gespielt habe, bin ich immer lösungsorientiert vorgegangen.“ Tüfteln, um am Ende ein positives Ergebnis zu erzielen, das bildet fortan den roten Faden im Leben von Gabriel Lichtenstein.

„Ich habe dann zunächst ein Ingenieursstudium im Bereich Maritime Technologien absolviert, weil mich das Thema Stromgewinnung aus Wasserkraft und Windkraft ansprach.“ Im Studium gab es dann über die Schwerpunkte Regelungstechnik und Elektrotechnik erste Berührungspunkte mit dem IT-Bereich. Neben dem Studium brachte sich Gabriel Lichtenstein das Programmieren bei. „Ich schrieb beispielsweise kleine Scripts, um wiederkehrende Prozesse im Rahmen meines Studiums zu automatisieren.“

IT als neuer Lebensmittelpunkt

Irgendwann machte es Klick in seinem Kopf. „Mir machte es einfach immer mehr Spaß, kleine Apps und Programme zu entwickeln.“ Mit Mitte 20 sattelte Gabriel Lichtenstein nochmal komplett um und absolvierte ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik an der Nordakademie Hamburg. „Der Praxisbezug spielte eine wesentliche Rolle für meine Entscheidung, daher auch ein duales Studium.“ So absolvierte er zudem bei IBM Deutschland das Master@IBM-Programm.

Bei IBM findet Gabriel Lichtenstein nach dem Studium eine feste Stelle. Aktuell arbeitet er im Projektmanagement und entwickelt dabei teilweise mit bis zu 150 Menschen Lösungen für seine Kunden. Da zeigte sich wieder der rote Faden in seinem Leben. „Wenn ich die strahlenden Gesichter beim Kunden sehe, wenn wir wieder einmal ein Problem lösen konnten, für mich gibt es nichts Schöneres.“

Ohne Teamarbeit funktioniert im IT-Bereich fast nichts mehr, erlebt auch Gabriel Lichtenstein. „Wir reden in der IT nicht umsonst von Co-Creation oder Co-Programming. Allein kannst du die immer komplexeren Probleme gar nicht mehr lösen.“ Weitere Trends, die in den kommenden Jahren die IT-Arbeitswelt verändern werden: Design Thinking und agiles Arbeiten. Das bedeutet eine Veränderung im Denken, IT-Produkte mehr aus Anwendersicht betrachten. Das wiederum erfordert andere Fähigkeiten, nämlich mehr Flexibilität und schnelleres Handeln bei der Suche nach Lösungen.

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Für IT-Berater gibt es keinen Stillstand

Daher rät Gabriel Lichtenstein jungen Leuten, die eine Karriere IT- Berater anstreben: „Sei bereit, lebenslang zu lernen. IT entwickelt sich immer weiter. Du musst Bock haben, diese Entwicklung mitzumachen.“ Besonders gefragt: Tiefere Kenntnisse in der Cloud-Technologie. Auch der Streaming-Bereich bietet zahlreiche Möglichkeiten. Denn Menschen nutzen statt Produkten immer häufiger Services wie Netflix oder Spotify. Dafür braucht es Menschen im Hintergrund, die die nötigen Strukturen schaffen.

Weil Gabriel Lichtenstein das weiß und er Menschen gerne hilft, arbeitet er neben seinem Job bei IBM auch noch als Gast-Dozent an der University of Europe in Hamburg. Dort bildet er die nächste Generation aus und gibt seine eigenen Erfahrungen direkt an seine Studentinnen und Studenten weiter.

Apps entwickelt Gabriel Lichtenstein immer noch und gründete hierfür kürzlich ein eigenes Unternehmen. Seine App, ThinkYou, dient der Selbstreflexion. Die Idee zu der App hat auch mit seinen persönlichen Erfahrungen zu tun. „Wenn du den roten Faden in deinem Leben nicht erkennst, dann mache dir bewusst, wo deine Stärken liegen. Hast du Spaß an dem, was du tust, dann wirst du beruflich in jedem Bereich erfolgreich arbeiten.“

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