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Tausende Sensoren im Stoff

Start-up entwickelt Mütze, die Gedanken lesen kann

Frau mit Mütze
Sabi entwickelt Mützen, die Gehirnströme messen sollen Foto: Getty Images
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Manuel Bauer

26. April 2026, 8:51 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Nicht nur Implantate sollen die Steuerung von Computern per Gehirn möglich machen. Ein Start-up setzt dafür auf etwas, das deutlich näher am Alltag vieler Menschen ist.

Seit Jahren arbeiten Firmen daran, Computer direkt über das Gehirn anzusteuern. Die Hoffnung dahinter ist groß: Wenn sich Signale aus dem Kopf technisch nutzen lassen, könnte das den Austausch zwischen digitaler und realer Welt stark verändern. Dadurch würden neue Anwendungen möglich. Während manche Unternehmen auf Implantate setzen, verfolgt das US-Start-up Sabi einen deutlich alltagsnäheren Weg. Es will keine Technik unter die Haut bringen, sondern in Kleidung integrieren.

Sensoren im Stoff statt Technik im Kopf

Wie „Wired“ (Bezahlschranke) berichtet, entwickelt das Unternehmen aus Kalifornien Strickmützen und Baseballcaps, die Gehirnströme messen sollen. Dafür sitzen bis zu 100.000 Sensoren direkt im Stoff. Die erfassten Signale sollen anschließend von einer KI ausgewertet und kabellos in Worte übertragen werden. Anders gesagt: Die Kopfbedeckungen sollen Gedanken ihrer Nutzer lesen und in Sprache umsetzen. Nach Darstellung von Sabi soll das schon heute funktionieren.

Das Start-up will mit seinen smarten Kopfbedeckungen noch in diesem Jahr auf den Markt gehen. Laut Bericht wurde das dafür genutzte KI-Modell mit circa 100.000 Stunden Gedankenmaterial von 100 Freiwilligen trainiert. Sabi setzt damit auf eine Lösung, die im Alltag getragen werden kann und ohne Eingriff in den Körper auskommen soll. Genau das sieht das Unternehmen offenbar als wichtigen Schritt, um Gehirn-Computer-Schnittstellen für mehr Menschen interessant zu machen.

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Das kann die Mütze

Nach aktuellem Stand kann das System pro Minute rund 30 Wörter über die Messung von Gehirnströmen erfassen. Nach längerer Nutzung soll die KI weiterlernen und ihre Leistung schrittweise steigern. Das Ziel reicht dabei über einzelne Begriffe hinaus. Sabi will erreichen, dass Nutzer ganze Texte allein mit Gedankenkraft schreiben können. Zusätzlich sollen sich auch KI-Anwendungen auf diese Weise ohne weitere Eingaben steuern lassen. Der Werbespruch des Unternehmens lautet passend dazu „Just think“, auf Deutsch: „Denke einfach“.

Mit seiner Entwicklung möchte Sabi die Arbeit an Gehirn-Computer-Schnittstellen voranbringen. Anders als bei Implantaten soll die Technik hier in einer Form kommen, die sich leichter in den Alltag einfügt. Eine Mütze oder Kappe wirkt auf den ersten Blick deutlich einfacher nutzbar als ein Eingriff am Kopf. Genau darin könnte aus Sicht des Unternehmens der Vorteil liegen. Die Kopfbedeckung soll nicht nur technisch funktionieren, sondern auch als Produkt taugen, das viele Menschen tatsächlich verwenden würden.

Ob das im Alltag überzeugt, ist noch offen

Trotz der Ankündigungen bleibt offen, wie gut die Technik in der Praxis wirklich arbeitet. Einen Preis für die smarten Mützen hat Sabi bisher nicht genannt. Dazu kommt eine grundsätzliche Frage: Ob Menschen bereit sind, eine mutmaßlich mit dem Internet verbundene Technik zu tragen, die ihre Gedanken lesen soll. Der Nutzen könnte für manche zwar attraktiv klingen. Gleichzeitig wirkt das Risiko hoch, dabei womöglich auch Inhalte zu teilen, die besser im eigenen Kopf bleiben sollten.

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