1. Februar 2026, 9:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Um sensible Informationen und Daten zu schützen, braucht es ein sicheres Passwort. Experten warnen aber, dass Hacker unsichere oder schlechte Passwörter in weniger als einer Sekunde knacken können. TECHBOOK verrät, welche das sind und wie man sich am besten schützen kann.
Das Internet hat unser Leben in vielen Punkten einfacher, aber auch deutlich unsicherer gemacht. Denn mit ein wenig Kenntnis und Talent können Hacker leicht an empfindliche Daten gelangen, die wir lieber unter Verschluss halten würden. Daher schützen wir unsere Daten und Accounts so gut es geht mit Passwörtern, die Fremden den Zugang verwehren sollen. Doch wer aus Bequemlichkeit ein einfaches Passwort auswählt und dieses dann im schlimmsten Fall überall nutzt, sollte sich in Acht nehmen. Experten haben im Rahmen einer jährlich durchgeführten Recherche einige der am häufigsten genutzten und unsichersten Passwörter enthüllt. Das erschreckende Ergebnis: Weniger als eine Sekunde würden für Betrüger reichen, um viele davon zu knacken.
Das sind die unsichersten Passwörter
Viele wählen ein leichtes Passwort aus, damit man es nicht so schnell vergisst. Zudem siegt meist die Faulheit und sie verwenden das unsichere Passwort für fast alle Log-ins und Konten. Das kann tatsächlich nach hinten losgehen. Denn Hacker sind mittlerweile in der Lage, in unter einer Sekunde Passwörter zu knacken.
Der Passwort-Manager „Nordpass“ nimmt regelmäßig eine Untersuchung vor und identifiziert die gängigsten und damit auch die unsichersten Passwörter. Hierfür analysieren sie in Zusammenarbeit mit auf Cybersicherheitsvorfälle spezialisierten Fachleuten große Datenbanken. Zuletzt wurden dazu Passwörter aus dem Zeitraum September 2024 bis September 2025 untersucht. Filtern lassen sich die Ergebnisse sowohl weltweit als auch einzeln für 44 Länder.
Die Liste der 2025 weltweit genutzten Passwörter sieht wie folgt aus:
- 123456
- admin
- 12345678
- 123456789
- 12345
- password
- Aa123456
- 1234567890
- Pass@123
- admin123
Zu erwähnen ist, dass die bislang in den Vorjahren zu findenden Passwörter qwerty123 und qwerty1 aus den Top 10 geflogen sind. Stattdessen häufen sich nun zahlreiche Kombinationen der Ziffern 1 bis 10.
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Für Deutschland gibt es ebenfalls eine Auswertung, die sich etwas von den internationalen Ergebnissen unterscheidet:
- admin
- 123456
- lol123456
- Kasperle123
- null12345
- 12345678
- 123456789
- password
- musikverein
- Null12345
Die genannten Passwörter sowie ähnliche Kombinationen sollten Nutzer nicht verwenden. Ebenfalls sollten sie bekannte Informationen wie ihren Namen, den ihres Partners oder des Haustieres meiden – die Informationen helfen Betrügern, ein Passwort schneller zu knacken. Auch tabu sind der Name der Straße, in der man aufgewachsen ist, der Lieblings-Urlaubsort oder das Sportteam, von dem man Fan ist. All diese Informationen könnten Betrüger häufig beispielsweise über die Angaben in sozialen Netzwerken wie Facebook herausfinden.
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So sieht ein sicheres Passwort aus
Ein ideales Passwort sollte stets lang und komplex sein. Das Hasso-Plattner-Institut, eine IT-Organisation unter anderem mit dem Schwerpunkt Cybersicherheit, empfiehlt bei der Passwortwohl folgende Punkte:
- Lange Passwörter, im Idealfall mehr als 15 Zeichen
- stets unterschiedliche Passwörter nutzen
- Verwendung von Passwort-Managern
- Passwörter regelmäßig wechseln
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wenn möglich
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt einige Tipps, wie ein sicheres Passwort auszusehen hat. Unter anderem sollte das Passwort mindestens acht Zeichen haben. Bei Verschlüsselungsverfahren für WLAN (WPA2 oder WPA3) empfiehlt das Amt mindestens 20 Zeichen. Hierbei sollte man beim Passwort alle verfügbaren Zeichen nutzen. Dazu gehören Zahlen, Buchstaben (groß und klein) und diverse Sonderzeichen.
Passwort-Manager sind hilfreich
Wer sich nicht unzählige Passwörter merken kann und will, kann es auch mit einem Passwort-Manager versuchen. Die Kollegen von COMPUTER BILD haben verschiedene Programme getestet. Ansonsten ist es immer ratsam, Accounts doppelt zu schützen, beispielsweise durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Viele Anbieter oder Dienstleister bieten eine solche bereits an.