24. April 2026, 14:51 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Der scheidende Apple-CEO Tim Cook hat sich in einer Mitarbeiterversammlung zusammen mit seinem Nachfolger John Ternus zu Erfolgen und Misserfolgen seiner Führungszeit geäußert. Dabei kam die Einführung von Apple Maps zur Sprache – laut Cook sein „erster richtig großer Fehler“ als CEO bei Apple.
Fehlstart mit gravierenden Problemen
Mit der Einführung von Apple Maps wollte Apple eine eigene Kartenlösung etablieren und sich von Google unabhängig machen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass Apple Maps erhebliche Schwächen hatte. Nutzer wurden bei der Navigation falsch geführt, und an vielen Stellen waren Karteninhalte fehlerhaft dargestellt.
Teilweise waren Bauwerke, Städte oder sogar ganze Inseln falsch eingezeichnet. Auch die Qualität der Satellitenbilder entsprach nicht den Erwartungen und zeigte deutliche Mängel. Einige Darstellungen wirkten unvollständig oder stark vereinfacht. Statt der angekündigten dreidimensionalen Ansicht erschienen Inhalte teilweise flach oder sogar nur in Schwarz-Weiß.
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Öffentliche Entschuldigung von Apple
Die Probleme führten zu ungewöhnlichen Schritten seitens des Unternehmens. Software-Chef und enger Vertrauter von Steve Jobs, Scott Forestall, wurde entlassen. Apple veröffentlichte eine offizielle Entschuldigung, was in der Unternehmensgeschichte selten vorkommt.
Tim Cook, der erst ein Jahr zuvor die Rolle des CEO übernommen hatte, schrieb höchstpersönlich: „Wir entschuldigen uns vielmals dafür, unsere Kunden enttäuscht zu haben“. Er räumte ein, dass der Start von Apple Maps nicht den eigenen Ansprüchen gerecht wurde. Gleichzeitig versprach er, die bestehenden Fehler konsequent zu beheben.
Als Übergangslösung empfahl Apple den Nutzern, auf alternative Kartendienste zurückzugreifen. Die Entschuldigung war zeitweise auf der Apple-Website (archivierte Version) verfügbar, ist dort inzwischen jedoch nicht mehr abrufbar.
Cook schwelgt in Erinnerungen
Bei einer Mitarbeiterversammlung ging Cook nun jedoch rückblickend wieder auf den unrühmlichen Start der Karten-App ein. Wie „Bloomberg“ berichtet, wurde der scheidende CEO dabei recht deutlich und bezeichnete die App als seinen „ersten richtig großen Fehler“. Nach 15 Jahren an der Spitze des Unternehmens sieht Cook darin aber eine „wertvolle“ Lektion. Apple habe daraus gelernt, beharrlich zu bleiben und seine Fehler zu korrigieren.
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Der eigene Kartendienst sollte nicht der letzte Fehltritt in Cooks langer Zeit als CEO werden. Vor den versammelten Mitarbeitern gab er zu verstehen, dass die Liste „außergewöhnlich lang“ sei. Uns fallen da sofort Bendgate beim iPhone 6, die extrem fehleranfällige Butterfly-Tastatur in MacBooks und die nie veröffentlichte AirPower-Ladematte ein. Angesichts der vielen Erfolge, die Apple unter Cook feiern konnte, sind diese Patzer aber schnell vergessen.