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Restriktionen gelockert

Gibt es bald wieder Google-Apps auf Huawei-Smartphones? 

Huawei-Store
Für Huawei deutet sich eine Lockerung im US-Embargo anFoto: Getty Images

Das US-Embargo 2019 macht Huawei noch heute schwer zu schaffen. Seither ist es dem chinesischen Hersteller nicht mehr möglich, mit US-Firmen zusammenzuarbeiten. Das heißt auch, dass es seither keine Google-Apps auf den Geräten mehr gibt. Doch eine Entwicklung macht Hoffnung.

Könnten Huawei-Smartphones womöglich bald wieder mit Google-Apps und 5G kommen? Hoffnung auf diese Änderung macht derzeit eine Entscheidung in den USA. Denn wie Bloomberg berichtet, hat die US-Regierung die Beschränkungen für die gemeinsame Nutzung von Technologie mit Unternehmen auf der schwarzen Liste gelockert.

Huawei seit Embargo ohne Google-Apps und 5G

2019 setzte der ehemalige US-Präsident Donald Trump einige chinesische Unternehmen, darunter Huawei, auf die schwarze Liste. US-Konzernen ist es seither verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen. Das bedeutete auch, dass Huawei damals nicht nur die Lizenzen an 5G, sondern auch die für die Nutzung der Google-Apps verlor. In den drei Jahren seit dem Embargo hat sich das chinesische Unternehmen daher neu aufgestellt. Es bietet seither 5G nur noch für Geräte im eigenen Land an. Außerdem setzt Huawei bei seinen Smartphones und Tablets zwar immer noch auf ein auf Android basierendes Betriebssystem (HarmonyOS), allerdings mit den sogenannten Huawei Mobile Services, kurz HMS, als Ersatz für die in Europa so beliebten Google-Apps. Mit ihnen bietet Huawei im eigenen App Store Alternativen für Google Maps, Chrome etc. an.

In Deutschland sind die Smartphones und Tablets für viele Nutzer aber keine Alternative, die Verkaufszahlen bleiben daher niedrig. Denn wenige Nutzer sind bereit, bei Geräten, die um die 1000 Euro kosten, auf die bekannten Anwendungen von Google und auf 5G zu verzichten. Die Rettung für das Unternehmen könnte daher eine Entscheidung in den USA sein, die Restriktionen zu lockern. Doch kommen damit auch tatsächlich die Google-Apps zurück auf Huawei-Geräte?

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USA fürchtet um technologische Neuentwicklungen

Die Aussichten dafür stehen gar nicht mal so schlecht. Denn laut Bloomberg hat das US-amerikanische Handelsministerium bereits am Donnerstag eine Regel erlassen, die die Freigabe bestimmter Technologien und Software autorisiert, sofern sich die beteiligten Unternehmen auf entsprechende Standards einigen können. Dabei wird Huawei als Unternehmen sogar explizit genannt. Was man nämlich nicht vergessen sollte, ist, dass die Entwicklung von technologischen Standards meist ein Austausch ist. Diesen hat sich die USA mit seinem Embargo 2019 selbst versperrt. Die Beteiligung von US-Unternehmen an der Entwicklung neuer Standards sei zu einer Zeit eingeschränkt worden, in der chinesische Unternehmen ihre Bemühungen wiederum mit aller Stärke vorangetrieben haben, so Bloomberg.

Die US-Regierung möchte vermeiden, dass die von China entwickelten neue Technologien die aus dem eigenen Land überholen. Insbesondere solche, die die USA selbst als Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachtet. Man brauche daher eine kontrollierende Instanz, die, wenn notwendig, eingreift und die gesetzten Sicherheits-Standards umsetzt. Im Gegenzug würde die USA den Markt für chinesische Unternehmen wieder mehr lockern – es wäre ein Geben und Nehmen.

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Huawei selbst bestreitet von jeher, ein Sicherheitsrisiko für die USA oder andere westliche Länder darzustellen. Dennoch muss sich das Land immer wieder Vorwürfen stellen, dass es Technologien zur Spionage ausnutzten würde. Die Fronten sind also verhärtet. Dennoch wäre die Öffnung der schwarzen Liste eine echte Chance für Huawei, auf dem europäischen Markt wieder Fuß zu fassen. Unklar bleibt aber, welche Technologien und Software von den Lockerungen betroffen sind und ob sich Huawei auf die Änderung auch einlässt. Drei Jahre wurden immerhin in die Entwicklung der eigenen Oberfläche und der HMS gesteckt. Womöglich möchte man also gar nicht zurück zu Google – auch wenn die Umsätze dadurch sicherlich wieder steigen würden.

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