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Vorstellung am Dienstag

iPhone 13 kaufen? Unterschiedliche Meinungen in der Redaktion

Meinung der TECHBOOK-Redaktion zum Apple iPhone 13
Der Nachfolger des iPhone 12 ist bei einigen Händlern bereits vorbestellbar Foto: Getty Images

Apple stellt das iPhone 13 am Dienstag um 19 Uhr vor. In der TECHBOOK-Redaktion sind die Meinungen zum neuen Smartphone vorab unterschiedlich. Eine Seite freut sich, während die andere sich kaum dafür begeistern kann. Ein Pro und Contra.

Contra: Redakteur Adrian Mühlroth (31)

Seit Jahren fahre ich zweigleisig, nutze je nach Gefühlslage und Anforderung mal ein iPhone, mal ein Android-Smartphone. Vergangenes Jahr spielte ich noch mit dem Gedanken, komplett von Android auf iPhone umzusteigen. Das iPhone 12 hätte mich mit der entsprechenden Ausstattung dazu überzeugen können. Letztlich blieb das Gerät aber hinter meinen Erwartungen zurück.

Nun, ein Jahr später, könnte Apple Dinge, die ich im iPhone 12 vermisst habe, mit dem iPhone 13 nachliefern. Doch es hat den Anschein, als plane das Unternehmen wieder nur das absolute Minimum an Neuerungen bringen zu wollen. In unserem umfangreichen Artikel zum iPhone 13, der alle Leaks und Insider-Gerüchte zusammenfasst, geht es wieder hauptsächlich nur um Feinheiten. Etwa eine kleinere Notch, ein größere und verbesserte Kamera (nicht in allen Modellen) und stärkere MagSafe-Magnete. Dinge wie ein neuer Apple-Chip, mehr Speicher und ein größerer Akku halte ich für nebensächlich, weil sie für ein neues Smartphone einfach dazu gehören.

Kaum große Änderungen zu erwarten

Es gilt als fast sicher, dass das iPhone 13 weiterhin über Lightning lädt (nicht USB-C) und keinen Touch-ID-Sensor unter dem Bildschirm bekommt. Die einzige Neuerung, dich ich mir bereits beim iPhone 12 gewünscht habe und die nun im Nachfolger kommen könnte, ist ein ProMotion-Display mit 120-Hertz-Bildwiederholrate.

Ich frage mich also, wie sich jemand wie ich noch für das neue iPhone begeistern soll. Apple geht dermaßen sparsam mit Neuerungen um, dass mir die Argumente fehlen, die Android-Welt komplett hinter mir zu lassen. Ich bin Befürworter dafür, auch mal über den Tellerrand zu schauen und zu sehen, was andere Geräte anbieten. Android-Smartphones sind ein wahrhaftiger Spielplatz für Innovation. Mittlerweile gibt es Geräte mit faltbaren Displays der dritten Generation, superschnelle Bildschirme mit 165 Hertz, Kameras mit Gyroskop-Stabilisierung und Astrofotografie-Modus. Es gibt sogar Kameras, die komplett unter dem Display versteckt sind.

Apple solle mehr tun, um uns begeistern zu können

Klar, Kritik gibt es aus der iPhone-Welt immer dafür, dass solche Funktionen oft nicht ausgereift sind, um es in ein iPhone zu schaffen. Leaks zufolge hat Apple wohl schon daran gearbeitet, Touch ID unter das Display zu legen, konnte aber nicht schnell genug eine fertige Lösung für das iPhone 13 produzieren. Vergangenes Jahr hätte Apple bereits 120 Hertz im iPhone-12-Display aktivieren können. Der Stromverbrauch wäre aber zu hoch gewesen, weshalb es sich zugunsten von 5G entschieden hätte.

An diesen Argumenten ist etwas dran. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein Unternehmen wie Apple, dem deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung stehen als jedem Android-Hersteller, einfach mehr tun sollte. iPhone-Käufer sollten sich zudem nicht mehr mit ein oder zwei Headline-Funktionen abspeisen lassen – im iPhone 12 war es 5G und im iPhone 13 wird es vermutlich 120 Hertz, größere Kamera oder kleinere Notch sein. Sie sollten mehr erwarten für das Geld, das neues iPhone kostet. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass Apple mehr bieten könnte, wenn es einen Grund dafür sehen würde.

Pro: Redaktionsleiter Andreas Filbig (35)

Ich nutze seit Jahren hauptsächlich – weil auch beruflich – Apple-Produkte und kann es kaum erwarten, bis das iPhone 13 auf den Markt kommt. Leider aber teilweise auch aus den völlig falschen Gründen – und daran bin ich vor allem selbst schuld.  

Ich bin mit iPhones zufrieden…

Mir geht es gar nicht um die ewige Diskussion, ob Apple nun zu wenig Innovationen bringe. Für mich machen iPhones, was sie sollen und das machen sie gut. Sie laufen flüssig, machen auch ohne 100 Megapixel ansehnliche Fotos und sind mit meinen anderen Systemen kompatibel. Bis dahin alles noch sehr subjektive und persönliche Dinge. Alles in allem bin ich mit meinem iPhone zufrieden. Ich habe Android-Geräte und deren Funktionen durch meinen Job ständig im Blick und bin auch an der ein oder anderen Stelle neidisch. Ich weiß aber ebenso, dass andere iPhone-Nutzer sich weder über Android informieren und damit auch nichts vermissen. Alles super, könnte man meinen, aber das ist es nicht.  

… aber sollte sie besser auswählen und pflegen

Dem neuen Apple-Flaggschiff iPhone 13 fiebere ich trotzdem auf eine komische Weise entgegen. Und das liegt daran, dass mir mein aktuelles iPhone 11 einfach nicht mehr genügt. An den zwei Hauptgründen bin ich selbst schuld. Denn ja, 64 GB Speicher waren wohl bereits vor zwei Jahren schon grenzwertig zu wenig. Da helfen auch die 2TB iCloud-Speicher für 9,99 Euro im Monat nichts mehr. Lokale Foto-Kopien belegen auch in niedriger Qualität viel Speicherplatz, WhatsApp-Dateien, Office-Anwendungen und andere Apps für den persönlichen und beruflichen Gebrauch, bringen das iPhone dann regelmäßig an die Speichergrenze. Doch das ist noch nicht alles. Ich gebe zu, dass mir das iPhone in den vergangenen zwei Jahren auch ein paarmal runtergefallen ist. Schön ist anders und auch das Mikrofon und der Lautsprecher funktionieren nicht mehr einwandfrei. Diese zwei Gründe allein rechtfertigen schon den unbedingten Wunsch nach einem neuen Gerät. Doch das ist noch nicht alles.

Auch kleine Entwicklungsschritte sind mir wichtig

Auch wenn Apple die großen Innovationen vermissen lässt, gibt es doch konsequente Weiterentwicklungen. Tatsächlich bin ich mit der Foto-Qualität meines iPhone 11 nicht mehr so zufrieden wie früher noch. Ähnliches gilt für das Design. Das wurde mir bereits mit der Einführung der 12er-Reihe schlagartig klar. Da ich eine jährliche Neuanschaffung aber ablehne, hatte ich seitdem schon das iPhone 13 im Kopf. Bei diesen Kleinigkeiten bleibt es dann aber auch oft schon. Ich brauche keine Falt-Displays oder sonstigen Schnickschnack – Ich erwarte ausgereifte iPhones, ohne große Experimente, die einfach funktionieren.

Ich kann also beruhigt sagen, dass ich wohl aufs Apple iPhone 13 umsteigen werde. Diesmal mit mehr Speicher, eine und etwas mehr Vorsicht bei der Nutzung. Denn Hüllen kommen für iPhone-Puristen nicht infrage.

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