Es kommt immer wieder vor, dass Apps sich per Hintertür Zugriff auf Mikrofone und Kameras im Smartphone verschaffen wollen. In der Vergangenheit haben Nutzer davon nichts mitbekommen. Um das zu verhindern, haben moderne Smartphones kleine „Warnleuchten“. Doch was bedeutet ein grüner oder orangefarbener Punkt auf dem Display?
Nie wieder heimliches Ausspionieren
Wenn eine der iPhone-Kameras oder ein Mikrofon genutzt wird, taucht nun ein kleiner, kreisrunder Indikator am oberen rechten Bildschirmrand auf. So merken Nutzer sofort, wenn eine App unerlaubterweise und versteckt auf sensible Funktionen zugreift. Auf dem iPhone-Display erscheint der Punkt grün, wenn die Kamera aktiv ist, und orange, wenn ein Mikrofon in Nutzung ist.
So sieht es aus, wenn die Kamera in Benutzung ist … Foto: TECHBOOK
… und so, wenn das Mikrofon eingeschaltet ist. Foto: TECHBOOK
Wischt man vom oberen rechten Bildschirmrand nach unten und öffnet das Kontrollzentrum, sieht man dort, welche App zuletzt auf Kamera oder Mikrofon zugegriffen hat. Zusätzlich erscheint ein blauer Indikator, wenn eine App den Standort ausliest. Nutzer können so direkt nachvollziehen, welcher Dienst die Sensoren aktiv verwendet.
In den iPhone-Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ können Nutzer granular steuern, welche Apps auf die jeweiligen Funktionen zugreifen dürfen. Zusätzlich bietet Apple dort den sogenannten „App-Datenschutzbericht“. Hier lässt sich detailliert einsehen, welche Apps wie häufig auf Kamera, Mikrofon, Standort, Kontakte etc. zugegriffen haben.
Macs und MacBooks hatten den grünen Punkt bereits Jahre vor iOS, um den Zugriff auf die integrierte Webcam zu signalisieren. Mittlerweile hat Apple auch hier die Anzeige erweitert: Neben der Kamera wird – analog zum iPhone – auch die Nutzung des Mikrofons durch einen orangefarbenen Indikator kenntlich gemacht.
Wie ist der Stand bei Android?
Google hat ein vergleichbares System mit Android 12 eingeführt. Seitdem erscheint auch auf Android-Smartphones ein grüner Indikator am oberen Bildschirmrand, sobald Kamera oder Mikrofon aktiv sind. Praktisch: Klickt man auf den Indikator, kommt man zu der App, die auf die Funktionen zugreift – und kann die Berechtigung direkt entziehen.
Ebenfalls seit Android 12 gibt es ein „Datenschutz-Dashboard“. Dort können Nutzer einsehen, welche Apps in den vergangenen 24 Stunden auf sensible Berechtigungen wie Kamera, Mikrofon oder Standort zugegriffen haben. Ab Android 13 kamen zusätzliche Kontrollmöglichkeiten hinzu, etwa getrennte Freigaben für Fotos und Videos statt eines pauschalen Speicherzugriffs. Mit Android 14 wurden die Datenschutzübersichten weiter verfeinert und die Transparenz bei sensiblen Berechtigungen ausgebaut.
Damit haben sowohl Apple als auch Google in den vergangenen Jahren ihre mobilen Betriebssysteme deutlich stärker auf Transparenz und Kontrolle bei Kamera- und Mikrofonzugriff ausgerichtet. Heimliche Aktivierungen lassen sich dadurch zwar technisch nicht völlig ausschließen, fallen Nutzern heute jedoch deutlich schneller auf als noch vor einigen Jahren.
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