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In Europa undenkbar

Warum in China iPhones wie Autos behandelt werden

China ist die Smartphone-Fabrik der Welt und geht anders mit teurer Elektronik um, als man hierzulande gewohnt ist
China ist die Smartphone-Fabrik der Welt und geht anders mit teurer Elektronik um, als man hierzulande gewohnt ist Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

17. April 2026, 15:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Während die EU versucht, durch neue Reparaturgesetze die Lebensdauer von Smartphones zu verlängern, ist man uns in China schon weit voraus. Es ist kein Geheimnis, dass sich der Großteil der weltweiten Elektronik-Expertise in Technologie-Mekkas wie Shenzhen und Guangzhou konzentriert. Kein Wunder also, dass man dort auch ganz anders mit beschädigten Smartphones umgeht. Anstatt einfach ein defektes Bauteil komplett auszutauschen, wird die Expertise für filigrane Reparaturen genutzt.

Reparaturen wie bei Autos

Das Ganze erinnert eher daran, wie man in Deutschland ein Auto behandeln würde. Statt bei einer kleinen Delle die komplette Tür auszutauschen, kommen Karosseriespachtel, Schleifwerkzeug und Autolack zum Einsatz. Wie ein Nutzer in einem Post auf X (ehemals Twitter) zeigt, gibt es ähnliche Reparaturen in China auch für iPhones.

X Corp. Platzhalter
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In dem Video ist ein iPhone 17 Pro Max mit mehreren Dellen im Gehäuse aus Aluminium zu sehen. Das Metall ist weicher als der Titanrahmen in früheren Pro-Modellen und damit anfälliger für Kratzer und Schrammen. Allerdings lässt es sich auch deutlich einfacher bearbeiten.

Die Reparatur-Experten zeigen, wie sie die Stellen wie beim Auto mit Spachtel auffüllen, den Überschuss abreiben und mit Farbe behandeln. Nach der Prozedur sind die Beschädigungen praktisch nicht mehr sichtbar.

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Außerhalb von China kaum denkbar

In China laufen mehrere Faktoren zusammen, die diese Art von Smartphone-Reparatur begünstigen. Einer davon ist die geballte Expertise – ein anderer ist jedoch die Kostenfrage. In China liegt das Durchschnittsgehalt zwischen 13.000 und 14.000 Euro. Ein iPhone kostet jedoch genauso viel wie in Europa, wo die Gehälter drei- bis viermal höher sind. Wer ein derart teures Gerät besitzt, tut also gut daran, es möglichst gut zu behandeln. Nicht nur, um kein neues kaufen zu müssen, sondern auch, um den Wiederverkaufswert zu halten.

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Wäre das nicht auch in Deutschland eine Geschäftsidee? Wohl kaum, denn hier sind die Lohnkosten für die arbeitsintensiven iPhone-Reparaturen einfach zu hoch. Für das Ausbessern einer Delle im iPhone-Gehäuse brauchen selbst geübte Hände sicherlich mehrere Stunden. Da lohnt es sich schon eher, das komplette Gehäuse auszutauschen – zumindest preislich.

Sind innovative Reparaturen zukunftsfähig?

Das aktuelle Beispiel ist nur eines von vielen, wie Innovation bei der Reparatur den Smartphone-Markt verändern kann. Bei älteren iPhones kann mittlerweile eine beschädigte Glasrückseite per Einsatz eines Lasers, der den Klebstoff darunter wegschmilzt, getauscht werden. Das ist sogar in Deutschland bei einigen Shops zu vertretbaren Preisen möglich. In China gibt es Service-Anbieter, die Kratzer aus dem Display entfernen, indem sie das Glas gleichmäßig abpolieren.

Auch wenn es aus Kostensicht oft nicht sinnvoll erscheint, können diese Reparaturen durchaus eine Zukunft haben. Denn sie dienen dazu, etwas zu erhalten – und nicht zu ersetzen. Angesichts des riesigen E-Müll-Problems, das vor allem in Ländern wie China und den USA immer gefährlicher für die Umwelt wird, ist das der richtige Ansatz.

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