2. September 2025, 11:31 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Es ist bereits vor fünf Jahren erschienen und damit eigentlich veraltet. Trotzdem soll demnächst noch ein Update für das iPhone 12 herauskommen. Das hat einen triftigen Grund.
Denn 2023 hatte die Agence nationale des fréquences (ANFR), die französische Aufsichtsbehörde für Funknetzversorgung, bereits ein vorübergehendes Angebotsverbot ausgesprochen. Hintergrund sollen seinerzeit zu hohe Strahlungswerte gewesen sein, die mögliche Gesundheitsrisiken darstellen. Apple brachte damals eine zeitnahe Lösung – allerdings nur in Frankreich. Nun wird man sie ausweiten.
Update für iPhone 12 soll Strahlung reduzieren
Zwei Jahre nach der initialen Kontroverse in Frankreich rund um das alte Modell, will Apple das entsprechende Update zum iPhone 12 auch in allen übrigen EU-Ländern ausrollen, was damit auch Deutschland umfassen wird. Das bestätigte der Konzern TECHBOOK auf eine Anfrage.
Wie der Hersteller aus Cupertino mitteilt, soll das späte Update fürs iPhone 12 in den kommenden Wochen erscheinen. Besitzer eines solchen Gerätes sollten es sich dann direkt herunterladen und es installieren. Wie „ntv“ unter Berufung auf die AFP ergänzend berichtet, erfolgt dieser Schritt aufgrund der Bestätigung der ANFR-Strahlungsmesswerte durch die Europäische Kommission Mitte August dieses Jahres. Die Forderung nach einer Senkung der Strahlung sei somit berechtigt.
Apple widerspricht, knickt aber ein
Bei Apple bleibt man jedoch überzeugt von der Sicherheit des iPhone 12. Das Unternehmen hält daran fest, dass das Smartphone in der Lage ist, zu unterscheiden, ob es am Körper ist oder etwa auf dem Tisch liegt und entsprechend die Sendeleistung anpasst. Apple widerspricht daher dem Testansatz der ANFR, der diese Unterscheidung nicht berücksichtigt. Es folgt das Apple-Statement in voller Länge:
„iPhone 12 ist und war schon immer sicher und erfüllt oder übertrifft die weltweit geltenden SAR-Standards, was mehrere unabhängige Labore und Aufsichtsbehörden bestätigt haben. Während wir dem Testansatz der französischen ANFR weiterhin widersprechen, respektieren wir die Entscheidung der Europäischen Kommission, dieses Protokoll innerhalb der Europäischen Union zu übernehmen. Daher werden wir das im Oktober 2023 für iPhone 12 Kund:innen in Frankreich eingeführte Software-Update in den kommenden Wochen auf die EU-Länder ausweiten. Dieses Update bezieht sich auf ein bestimmtes Testprotokoll, nicht auf ein Sicherheitsproblem. Kund:innen können ihr iPhone 12 wie bisher mit vollstem Vertrauen verwenden.“
Apple
Mit dem Update schaltet Apple die Körpererkennung aus und versetzt das iPhone 12 permanent in den Modus mit weniger Sendeleistung. Damit geht der Konzern sicher, dass das Gerät auch dann weniger Strahlung abgibt, wenn es nicht am Körper getragen wird.
Technische Geräte senden stets elektromagnetische Strahlung aus. Das ist normal, aber weil viele Menschen Smartphones ständig bei sich haben, sind sie entsprechend viel dieser Strahlung ausgesetzt. Dabei gibt es zahlreiche Smartphone-Modelle mit unterschiedlich hohen Strahlungswerten. Wer besonders vorsichtig sein möchte, sollte sich anschauen, welche Geräte wenig Strahlung absondern.
Der SAR-Wert gibt an, wie viel Energie das Körpergewebe in Form von elektromagnetischer Strahlung aufnimmt. Die Absorption von Energie erzeugt Wärme, was negative Folgen für den Menschen haben kann – etwa Unfruchtbarkeit bei Männern. Allerdings gibt es noch keine konkreten Erkenntnisse zu den Langzeitfolgen der Strahlung auf die Gesundheit.

