24. Juli 2025, 8:10 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Seit Juni 2025 müssen in der EU verkaufte Smartphones ein Energielabel haben, das über Dinge wie Reparierbarkeit und Energieeffizienz informiert. Die Europäische Kommission führt eine Datenbank, in der alle Geräte mit dem Label verzeichnet sind. Bei der Einrichtung ist den Entwicklern des Tools jedoch ein Fehler unterlaufen, wie TECHBOOK herausgefunden hat.
Fehler in der Angabe der Batterie-Laufzeit
Zum Start des EU-Energielabels für Smartphones und Tablets haben wir eine Liste der Geräte mit der längsten Batterie-Laufzeit pro Ladezyklus erstellt. Diese basiert auf den Angaben in der Europäischen Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL). Beim Herausfiltern der Informationen ist uns aufgefallen, dass die ersten sieben Smartphone-Modelle die exakt gleiche Batterie-Laufzeit von 166 Stunden und 39 Minuten aufweisen. Und das, obwohl die Batteriekapazität erheblich variiert – zwischen 15.000 mAh und 33.000 mAh.
Dass ein Smartphone mit 15.000 mAh Kapazität nicht die gleiche Laufzeit haben kann wie ein Gerät mit 33.000 mAh, dürfte offensichtlich sein. Zwar laufen verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Spannungen. Eine Diskrepanz von mehr als der doppelten Kapazität kann das jedoch nicht erklären. TECHBOOK hat deshalb die Europäische Kommission darum gebeten, dieses Phänomen zu erklären. Erlaubt das Verzeichnis möglicherweise keine Angaben, die über dem Wert (166h 39min) sind? Oder liegt ein Problem mit der Selbstauskunft der Hersteller oder dem festgelegten Testverfahren vor?
Europäische Kommission erklärt, was schiefgelaufen ist
Nach ein paar Wochen Wartezeit hat sich die Europäische Kommission bei TECHBOOK zurückgemeldet und für die Verzögerung entschuldigt. Tatsächlich liege ein Problem mit dem „maximal zulässigen Wert für die ‚Batterielebensdauer pro Zyklu‘ von Tablets und Smartphones in EPREL“ vor. Die Kommission habe den unerwarteten Höchstwert analysiert und räumt ein, dass dieser „auf eine technische Einschränkung des Systems zurückzuführen sein könnte“. Man verblieb mit dem Hinweis, dass die Prüfung und Korrektur des Fehlers einige Tage dauern kann. Da sie die Mail aber aufgrund „interner Missverständnisse“ erst später erreichte, wurde die Ergänzung nachgereicht, „dass das Problem inzwischen behoben sein sollte“.
Ein Blick in die Produktdatenbank verrät, dass der Höchstwert mittlerweile angepasst wurde. Neuere Einträge weisen Angaben von bis zu 384h 54min vor – mehr als doppelt so viel wie das bisherige Maximum. Die Informationen für die im Juni von TECHBOOK untersuchten Smartphones hat die Kommission in der Zwischenzeit jedoch nicht korrigiert. Das führt derzeit zu der absurd anmutenden Situation, dass etwa das Ulefone Armor 34 Pro mit 25.500 mAh Kapazität eine mehr als doppelt so lange Laufzeit wie das OUKITEL WP100 mit 33.000 mAh Kapazität hat.
Auf erneute Anfrage hat uns die Kommission versichert, „dass das Problem behoben wurde und die Hersteller informiert sind“. Es ist also möglich, dass die Smartphone-Hersteller zuerst die Angaben auf dem Label anpassen müssen, bevor die korrekten Informationen in der Datenbank erscheinen. Auf eine entsprechende Bitte um Klarheit hat TECHBOOK bislang keine Antwort erhalten.