13. August 2025, 14:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In seinem aktuellen Quartalsbericht warnt Eastman Kodak, dass der Fortbestand des US-Traditionsunternehmens unsicher sei. Dem mehr als 133 Jahren alten Konzern droht, das Geld auszugehen. Auch geplante Einschnitte für Mitarbeiter können die ausstehenden finanziellen Verpflichtungen wohl nicht decken.
Finanzielle Notlage gefährdet Fortbestand
Anfang der Woche hat Kodak die finanziellen Ergebnisse für das zweite Quartal 2025 veröffentlicht. Aus dem Bericht geht hervor, dass das Unternehmen rund 500 Millionen US-Dollar Schulden hat, für die nicht ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. In der Fortführungsbeurteilung des Berichts findet man recht deutliche Worte: „[D]iese Umstände lassen erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Finanzen für das zweite Quartal.“
Kodak plant, Zahlungen in seinen Pensionsfonds (Kodak Retirement Income Plan) zurückzuziehen, um damit Barmittel freizusetzen. Damit sollen Vorzugsaktien und Schuldverpflichtungen bei Fälligkeit angemessen finanziert werden. Allerdings räumt das Unternehmen ein, dass die frei werdenden Gelder möglicherweise nur dazu reichen, „die Höhe der befristeten Verbindlichkeiten zu reduzieren und die verbleibenden Verbindlichkeiten und Vorzugsaktienverpflichtungen zu ändern, zu verlängern oder zu refinanzieren“.
Bereits Ende 2024 berichtete die amerikanische Gesellschaft für Pensions-Fachleute (ASPPA), dass Kodak die Auflösung des Fonds plane. Für teilnehmende Mitarbeiter solle ein Ersatzfonds eingerichtet werden.
Trotzdem gibt sich Kodak optimistisch. CEO Jim Continenza zufolge habe das Unternehmen „trotz der Herausforderungen eines unsicheren Geschäftsumfelds weitere Fortschritte bei der Umsetzung unseres langfristigen Plans erzielt“. Strafzölle auf Waren aus anderen Ländern spielten für Kodak kaum eine Rolle, da es seine „lithografische Druckplatten, fotografische und industrielle Filme, Tintenstrahlpressen und Tinten sowie pharmazeutische Produkte“ in den USA herstelle.
Kodak blickt auf eine lange Geschichte zurück
Die Eastman Dry Plate Company stellte bereits 1880 Trockenplatten für frühe Kameras her. Doch Eastman hatte eine bessere Idee und ließ sich 1885 die erste Filmrolle patentieren. 1888 brachte das Unternehmen die erste Kamera für 25 US-Dollar auf den Markt. 1892 erfolgte die Umbenennung in Eastman Kodak.
Über Jahrzehnte hinweg dominierte Kodak den Fotomarkt. Obwohl das Unternehmen 1975 die erste Digitalkamera baute, versäumte es jedoch, sich konsequent auf die neue Technologie einzustellen. Geringe Profitabilität und starke Konkurrenz aus Japan – Canon, Nikon und Sony – erledigten den Rest. 2012 musste Kodak Insolvenz anmelden. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen laut „Financier Worldwide“ 6,75 Milliarden US-Dollar Schulden.
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2013 nahm Kodak sein Geschäft wieder auf – allerdings neu strukturiert und mit dem Fokus ausschließlich auf Drucktechnologie für Unternehmenskunden. Daneben produziert das Unternehmen nach wie vor Filme und Chemikalien. Die letzte echte Kodak-Kamera war die EasyShare Max Z990 von 2011. Der Name Kodak für Kameras wird seit der Umstrukturierung nur noch an andere Hersteller lizenziert. 2020 erhielt das Unternehmen noch einmal Auftrieb durch ein Darlehen der Trump-Regierung, um Arzneimittel herzustellen und die Abhängigkeit von ausländischer Fertigung zu reduzieren.

