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Was mache ich, wenn beim virtuellen Bewerbungsgespräch die Technik versagt?

Immer häufiger werden Bewerbungsgespräche virtuell durchgeführt. Da darf die Technik nicht streiken
Immer häufiger werden Bewerbungsgespräche virtuell durchgeführt. Da darf die Technik nicht streiken Foto: Getty Images
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Lars Lubienetzki
Freier Redakteur

12. Januar 2026, 8:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Online-Meetings per Cam gehören spätestens seit der Corona-Pandemie zum Standard, auch im beruflichen Umfeld. Viele Unternehmen bitten daher immer häufiger zum virtuellen Bewerbungsgespräch. Doch was passiert, wenn die Technik streikt? TECHBOOK gibt Hilfestellung.

Job-Interviews per Kamera bieten einige Vorteile, sowohl für Bewerber als auch für Unternehmen:

  • Kostspielige Reisekosten fallen weg.
  • Virtuelle Bewerbungsgespräche kosten weniger Zeit.
  • Das Gespräch kann in einem gewohnten Umfeld geführt werden.
  • Ein passender Termin lässt sich unkomplizierter finden.
  • Notwendige Meeting-Software steht in der Regel kostenlos zur Verfügung.

Allerdings offenbaren sich in Online-Gesprächen immer wieder unterschiedliche technische Fähigkeiten der Teilnehmer. Dadurch kommt es zu Verzögerungen und Gesprächsunterbrechungen, weil das Gesagte wegen Verbindungsproblemen oder schlechter Mikrofonqualität schwer oder gar nicht zu verstehen ist. Zudem macht ein Bewerber, der mit technischen Problemen zu kämpfen hat, einen unprofessionellen Eindruck. Wer sich dann ungeschickt anstellt, schmälert möglicherweise seine Chancen, den Job am Ende zu bekommen.

Grundsätzliche Vorbereitung

Auf ein Bewerbungsgespräch, ob virtuell oder in Person vor Ort, sollte man sich prinzipiell gut vorbereiten:

  • Sei pünktlich: Hier gibt es keinen Unterschied zwischen analog und digital. Wer zu spät kommt, den bestraft der Personaler. Ein zu spätes Erscheinen zum virtuellen Job-Interview ist gleichbedeutend mit dem Ende aller Karriereträume. Die Stelle bekommt dann auf jeden Fall jemand anderes.
  • Sei vorbereitet: Halte alle notwendigen Unterlagen griffbereit und vergiss nicht das Glas Wasser, falls die Stimme versagt oder der Frosch im Hals nach draußen möchte.
  • Sei ordentlich gekleidet: Auch wenn du in deiner eigenen Wohnung sitzt, verzichte ausnahmsweise auf die dort übliche Jogginghose. Kleide dich der Unternehmensphilosophie deines künftigen Arbeitgebers entsprechend angemessen, so als würdest du dich persönlich mit deinen neuen Kollegen treffen. Verzichte dabei auf grelle Farben oder auffällige Kleidungsstücke.
  • Sei aufgeräumt: Auch wenn die meisten Programme für Video-Telefonie inzwischen perfekte Hintergrundbilder zur Verfügung stellen, achte auf einen aufgeräumten Hintergrund. Das stärkt die mentale Vorbereitung und verhindert unangenehme Situationen, falls der virtuelle Hintergrund plötzlich den Blick auf das dahinterliegende Zimmer freigibt.
  • Sei gelassen: Vermeide übertriebene Mimik oder Gestik. Gerade bei einem virtuellen Job-Interview fallen Handbewegungen oder eine hochgezogene Augenbraue an der falschen Stelle des Gesprächs durch den Fokus auf die Kamera besonders negativ auf.
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Technische Vorbereitung

Neben grundsätzlichen Verhaltensregeln sollte sich ein Bewerber auch technisch vorbereiten. Wer sich technisch sicher fühlt, meistert kritische Situationen mit der nötigen Gelassenheit.

  • Sämtliche Technik vorher prüfen: Mikrofon, Kamera und die beim Job-Interview verwendete Video-Telefonie-Software unbedingt vor dem Gespräch testen. Am besten einen Tag vorher mit einem Freund oder Familienmitglied ein Test-Gespräch führen.
  • Plan B: Falls das Hauptgerät technische Probleme bereitet, sicherheitshalber ein zweites Gerät parat haben, beispielsweise einen Laptop. Auf diesem Rechner sollte die Technik selbstverständlich ebenfalls im Vorfeld geprüft worden sein.

Ups, Ton- oder Bildstörung. Und nun?

Trotz intensiver Vorbereitung auf allen Ebenen passiert es dann doch: Die Internetverbindung streikt, das Mikrofon übermittelt nur noch jedes dritte gesprochene Wort oder dein Kopf strahlt als eingefrorenes Stillleben auf dem Bildschirm des Personalers.

So etwas kann immer passieren. Deswegen sollte niemand die Nerven verlieren. Aufseiten des Unternehmens könnten schließlich ähnliche Probleme auftreten. Deswegen plant der Personaler technische Probleme ein. Das allein bedeutet nicht das Ende aller Jobchancen. Die Frage ist, wie eine Person in so einer unvorhersehbaren Situation reagiert.

  • Das Problem ansprechen: Wer offen kommuniziert, zeigt sich lösungsorientiert. Wenn die Technik Zicken macht, hilft eine kurze Entschuldigung. Am besten das Problem direkt ansprechen, beispielsweise „Mein Bild friert ein.“ oder umgekehrt „Ich kann Sie gerade nicht gut verstehen.“
  • Alternativen anbieten: Sollten sich die technischen Schwierigkeiten nicht schnell lösen lassen, hilft es, um eine Pause zu bitten oder Alternativen anzubieten. Jetzt könnte das bereitgestellte Ersatz-Laptop zum Einsatz kommen. Oder sollten Netzprobleme ein weiteres Gespräch per Video unmöglich machen, einfach ein Telefonat vereinbaren. So zeigt ein Bewerber durch souveränes Handeln seine Kompetenz auch in kritischen Situationen.
  • Höflichkeit siegt immer: Wenn sich alle Beteiligten auf eine Gesprächsalternative geeinigt haben, sollte sich ein Bewerber unbedingt für das Verständnis aufseiten des künftigen Arbeitgebers bedanken. Höflichkeit sorgt im Job-Interview immer für Pluspunkte.

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Wenn im virtuellen Job-Interview die eigene Technik versagt, also erst einmal tief durchatmen. Denn technische Probleme bedeuten nicht das Ende aller Hoffnungen. Im Gegenteil: Wer in so einer Situation souverän, flexibel und sympathisch reagiert, macht sich möglicherweise sogar erst recht attraktiv für die ausgeschriebene Stelle.

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