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Italien greift durch

Wer aufs Handy starrt, soll beim Überqueren der Straße zahlen

Beim Überqueren der Straße aufs Handy gucken? Das könnte in Italien teuer werden
Beim Überqueren der Straße aufs Handy gucken? Das könnte in Italien teuer werden Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann

25. August 2026, 13:33 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr wird längst nicht mehr nur für Autofahrer zum Thema. In Italien könnten bald auch Fußgänger zur Kasse gebeten werden, wenn sie mit Blick aufs Display über die Straße gehen.

Kampf gegen „Smombies“ auf Italiens Straßen

Der Griff zum Smartphone ist für viele Menschen selbstverständlich geworden. Ob Nachrichten, soziale Netzwerke oder kurze Videos: Oft wandert der Blick auch dann aufs Display, wenn eigentlich die Umgebung Aufmerksamkeit verlangt. Genau dagegen will Italien nun vorgehen.

Nach einem Entwurf zur Überarbeitung der Straßenverkehrsordnung sollen Fußgänger künftig mit einem Bußgeld von mindestens 75 Euro rechnen müssen, wenn sie beim Überqueren einer Straße durchgehend auf ihr Smartphone schauen. Die geplante Regelung soll unabhängig davon gelten, ob die Straße an einem Zebrastreifen oder an einer anderen Stelle überquert wird. Ziel ist es, Ablenkungen im Straßenverkehr zu reduzieren und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

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Italien wäre kein Vorreiter

Mit dem Vorhaben würde Italien international keineswegs Neuland betreten. In verschiedenen Ländern und Städten existieren bereits vergleichbare Regelungen, die gegen sogenannte „Smombies“ vorgehen sollen. Dazu zählen etwa die japanische Stadt Yamato, Litauen sowie Honolulu auf Hawaii.

Der italienische Entwurf beschränkt sich zudem offenbar nicht nur auf Smartphones. Auch andere elektronische Geräte wie Tablets, Laptops oder Digitalkameras könnten unter die geplanten Bestimmungen fallen. Anders sieht es bei Kopfhörern, Ohrhörern und Freisprecheinrichtungen aus. Deren Nutzung soll weiterhin erlaubt bleiben, sofern sie die Wahrnehmung der Umgebung nicht beeinträchtigen und Nutzer weiterhin ausreichend Umgebungsgeräusche wahrnehmen können.

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Noch ist nichts beschlossen

Hintergrund der geplanten Maßnahme sind mehrere Gerichtsentscheidungen in Italien. In verschiedenen Fällen wurde Fußgängern nach Unfällen eine Mitschuld zugesprochen, weil sie unaufmerksam unterwegs waren. Die geplante Gesetzesänderung soll diesem Problem künftig stärker entgegenwirken.

Fest steht die neue Vorschrift allerdings noch nicht. Bis zum 13. September 2026 haben Verbände und Interessenvertretungen Zeit, Stellung zum Entwurf zu nehmen. Anschließend soll das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr die endgültige Fassung ausarbeiten. Mit einer Entscheidung wird nach aktuellem Stand Mitte Oktober gerechnet. Sollte die Regel verabschiedet werden, drohen Handy-Nutzern beim Überqueren der Straße in Italien künftig empfindliche Zusatzkosten.

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