9. Dezember 2025, 18:15 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Kriminelle nutzen immer häufiger Fotos aus sozialen Netzwerken, um fingierte Entführungen glaubwürdig wirken zu lassen. Das FBI warnt vor einer Betrugsmasche, bei der manipulierte Bilder als angebliche Beweise verschickt werden.
Die Täter setzen dabei auf psychischen Druck und Schnelligkeit. Sie kontaktieren Familienangehörige per Anruf oder Nachricht, behaupten, ein Verwandter sei in Gefahr, und fordern sofort Geld. Um ihre Drohung glaubwürdig wirken zu lassen, schicken sie ein Foto oder Video der angeblich entführten Person hinterher. Erst bei genauem Hinsehen fallen Details auf, die nicht passen: Schatten wirken unecht, Körperproportionen sind leicht verzerrt oder der Hintergrund wirkt künstlich. Doch in einer Stresssituation reagieren viele Betroffene impulsiv – genau darauf setzen die Täter.
Manipulierte Bilder nehmen zu
Das FBI warnt, dass diese Betrugsmasche zunimmt. Grund dafür ist vor allem, dass Bildbearbeitung und KI-Werkzeuge heute jedem leicht zugänglich sind. Selbst ohne Fachkenntnisse lassen sich Fotos innerhalb weniger Minuten täuschend echt verfälschen. Je einfacher die Technik, desto niedriger die Hemmschwelle für Kriminelle – und desto höher das Risiko, dass immer mehr Menschen mit solchen Drohungen konfrontiert werden.
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So reagiert man richtig
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte nicht zahlen und keine persönlichen Informationen weitergeben. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und den angeblich Entführten direkt zu kontaktieren. Gelingt das sofort, ist die Betrugsmasche entlarvt. Erst wenn eine direkte Rückmeldung nicht möglich ist, sollten Angehörige einbezogen werden, um gemeinsam einzuschätzen, ob eine reale Gefahr vorliegt.
Betrug vorbeugen
Um sich zu schützen, empfiehlt es sich, nur ausgewählte Fotos öffentlich zu posten und persönliche Inhalte nicht für jeden sichtbar zu machen. Hilfreich ist außerdem ein vorher vereinbartes Codewort innerhalb der Familie oder im engen Freundeskreis. In echten Notlagen kann dieses Codewort Klarheit schaffen und Betrug sofort entlarven.
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Wer bereits Geld überwiesen oder sensible Informationen preisgegeben hat, sollte den Vorfall dokumentieren und umgehend die örtliche Polizei informieren. Ebenso wichtig ist die sofortige Kontaktaufnahme mit der Bank oder dem Zahlungsdienstleister, um eine Transaktion eventuell zu stoppen. Und eines gilt besonders: nicht aus Scham schweigen. Je früher Betroffene reagieren, desto höher ist die Chance, Schäden zu begrenzen und weitere Betrugsversuche zu erkennen.