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Was man über das chinesische Unternehmen Dreame wissen sollte

Dreame ist derzeit auf Expansionskurs
Dreame ist derzeit auf Expansionskurs Foto: picture alliance / CFOTO
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Timo Schurwanz, Steffen Münch, Charlotte Bauer

10. März 2026, 11:30 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Vom Start-up für Saugroboter zum breit aufgestellten Technikkonzern in weniger als zehn Jahren: Dreame treibt seine Expansion mit hohem Tempo voran. Neben Reinigungsrobotern gehören inzwischen Fernseher, Küchengeräte und sogar ein Konzeptauto zum Portfolio. Ein Besuch am Hauptsitz in China zeigt, wie ambitioniert der Hersteller agiert – und wo die Strategie an Grenzen stößt.

Dreame Technology wurde 2017 in China gegründet. Ziel war es, leistungsstarke Motoren und intelligente Navigation in möglichst vielen Alltagsgeräten einzusetzen. Dabei konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf Saug- und Wischroboter. Mit starker Reinigungsleistung, moderner LiDAR-Navigation – einem Lasersystem zur präzisen Raumvermessung – und vergleichsweise aggressiven Preisen setzte Dreame etablierte Anbieter wie Roborock oder Ecovacs unter Druck.

Nach eigenen Angaben erreicht das Unternehmen inzwischen mehr als 20 Millionen Nutzer in über 100 Ländern. Besonders in Europa wuchs es stark. Neue Modelle erscheinen in schneller Folge, technische Funktionen werden häufig früher eingeführt als bei Wettbewerbern. Ein weiterer Vorteil: Trends wie vollautomatische Reinigungsstationen oder neue Navigationsansätze bringt Dreame rasch in Serienprodukte.

Werk, Testzentrum und Mehrmarkenstrategie

Am Hauptsitz im chinesischen Suzhou präsentiert sich Dreame als Technologiepark mit modernen Gebäuden und großzügigen Flächen. Ein Flagship-Store am Eingang zeigt das gesamte Sortiment – von Saugrobotern über Küchengeräte bis zu Fernsehern. Auf Grünflächen testen Mähroboter unter realen Bedingungen. Die Kollegen von COMPUTER BILD hatten Gelegenheit, den Store und das Werk vor Ort zu besuchen und Eindrücke zu gewinnen.

Rund eine halbe Stunde entfernt vom Technologiepark betreibt Dreame ein großes Testzentrum. Dort prüfen Mitarbeiter Geräte in spezialisierten Testräumen, teils manuell mit dokumentierten Reinigungsdurchgängen, teils über automatisierte Prüfstände, die Langzeitbelastungen simulieren. Ungewöhnlich ist ein eigener Testraum für eine selbstreinigende Katzentoilette mit echten Tieren.

Strategisch setzt Dreame auf mehrere Marken: Die Kernmarke Dreame deckt das obere Mittelklasse- und Premiumsegment ab. Mova ist günstiger positioniert, nutzt oft ähnliche Technik, tritt aber mit aggressiverer Preisgestaltung auf. NexLawn fokussiert sich auf Gartenprodukte wie Mähroboter. Für Verbraucher ist die Abgrenzung nicht immer klar, da sich Funktionen teils überschneiden.

Breites Portfolio und technische Basis

Kern des Angebots bleiben Reinigungsroboter, ergänzt um Nass- und Trockensauger, Poolroboter und Mähroboter. Auf der CES 2026 stellte Dreame mit dem A3 AWD Pro beispielsweise einen Mähroboter mit Allradantrieb vor, der ohne Begrenzungskabel arbeiten soll. Aufmerksamkeit erregte zudem ein Auto-Konzept, das als erste öffentliche Vorstellung einer unabhängigen Automobilmarke der Muttergesellschaft bezeichnet wird. Es handelt sich ausdrücklich um ein Konzeptfahrzeug; konkrete Marktpläne für Europa werden geprüft.

Mit dem RotaFly P7 bietet Dreame zudem ein Dampfbügeleisen mit drehbarer Bügelfläche an, mit dem Aura Mini-LED 4K TV steigt das Unternehmen in den TV-Markt ein. Teilweise greift der Hersteller bei neuen Produktkategorien auf externe Produktionsressourcen zurück, um spezialisiertes Know-how zu nutzen und Markteinführungen zu beschleunigen.

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Technisch setzt man auf LiDAR-Sensoren, kamerabasierte Hinderniserkennung und KI-gestützte Software. Die Steuerung erfolgt über markeneigene Apps. Laut Dreame speichert man personenbezogene Daten von Nutzern in der Europäischen Union ausschließlich auf Servern in Deutschland und verarbeitet sie gemäß Datenschutz-Grundverordnung.

Die Stärken des Konzerns liegen in seiner Innovationsgeschwindigkeit und der Funktionsvielfalt zu attraktiven Preisen. Schwächen zeigen sich jedoch bei teils unausgereifter Software, komplexer Menüführung und inkonstantem Support. Dementsprechend gelten vor allem im Premiumsegment Anbieter wie Roborock oder Dyson in Feinschliff und Langzeitstabilität häufig als stärker. Ein geschlossenes, konsistentes Ökosystem über alle Marken hinweg hat Dreame bislang nicht etabliert.

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