24. November 2025, 8:38 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die EU möchte den digitalen Reisepass inklusive Reisepass-App für Smartphones einführen, um Grenzübertritte zu vereinfachen. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, insbesondere wegen biometrischer Funktionen.
Die EU hat den Weg für einen digitalen Reisepass auf dem Smartphone geebnet. Mit der beschlossenen Verhandlungsposition des Rates beginnt die finale Phase für eine Verordnung, die digitale Reiseausweise in der gesamten Union einführen soll. Ziel ist es, Grenzübertritte zu vereinfachen und Abläufe für Behörden sowie Reisende effizienter zu gestalten. Die Nutzung bleibt freiwillig, und der physische Reisepass oder Personalausweis ist weiterhin erforderlich.
Datenübermittlung vor Grenzübertritt
Die geplante EU-Travel-App wird eine digitale, amtlich beglaubigte Version des Reisedokuments enthalten. Wie im physischen Reisepass sind biometrische Merkmale, etwa das Passfoto und Fingerabdrücke, enthalten. Reisende können ihre Daten bereits vor der Ankunft an der Grenze übermitteln, um den Kontrollprozess zu beschleunigen.
Die Umsetzung übernimmt die EU-Agentur eu-LISA, die bereits Systeme wie das Visa-Informationssystem (VIS) und das Ein- und Ausreisesystem (EES) betreibt. Die neue digitale Reiseanwendung wird direkt mit diesen Plattformen verknüpft und soll auch für Anträge im geplanten Reisegenehmigungssystem ETIAS nutzbar sein.
Biometrie: Bedenken beim Datenschutz
Kritik kommt von Bürgerrechtsorganisationen wie EDRi, die vor möglichen Folgen eines erweiterten biometrischen Überwachungsapparats warnen. Die App plant eine automatisierte Gesichtserkennung, um die digitale Identität mit der reisenden Person abzugleichen.
Bevor das System startet, müssen Rat und Parlament eine gemeinsame Linie finden. Erst danach kann die Verordnung verabschiedet und die technische Umsetzung vorbereitet werden.